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Allgemein Das Dawa-Tragen – die aufrichtige Dienerschaft gegenüber Allah (s.w.t.)

Beim Streben nach dem Wohlgefallen des Allmächtigen werden Schwierigkeiten und Probleme jeglicher Art immer die Begleiterscheinungen im Leben des gläubigen Dieners sein – insbesondere für einen Da’wa-Träger, einem Verkünder der Botschaft des Islam, der sich mit aller Anstrengung und Leidenschaft bemüht, dieses edle und erhabene Ziel zu erreichen. Die Erschwernisse, welche dies mit sich bringt, werden ihn sein Leben lang als rechtschaffener Diener niemals in Ruhe lassen und ihn fortwährend begleiten.

Der Allmächtige spricht im Qur’an:
„Gewiss, diejenigen, die den Iman verinnerlicht und gottgefällig Gutes getan haben, diese sind die Besten der Geschöpfe.“ (Sure Al-Bayyina 98, Aya 7)
Die Dienerschaft (‚Ibada) gegenüber Allah (s.w.t.) bedeutet im umfassenden Sinne Ihm zu gehorchen und sein gesamtes Leben nach Seinen Geboten und Verboten auszurichten im Bestreben, Sein Wohlgefallen zu erlangen.
Allah (s.w.t.), Der Erhabene, sagt:
„Und Ich erschuf die Dschinn und die Menschen nur, um Mir zu dienen.“ (Sure Adh-Dhariyat 51, Aya 56)
Beim Streben nach dem Wohlgefallen des Allmächtigen werden Schwierigkeiten und Probleme jeglicher Art immer die Begleiterscheinungen im Leben des gläubigen Dieners sein – insbesondere für einen Da’wa-Träger, einem Verkünder der Botschaft des Islam, der sich mit aller Anstrengung und Leidenschaft bemüht, dieses edle und erhabene Ziel zu erreichen. Die Erschwernisse, welche dies mit sich bringt, werden ihn sein Leben lang als rechtschaffener Diener niemals in Ruhe lassen und ihn fortwährend begleiten.
Der Sieg (Al-Fath) spiegelt sich wiederum in dem Versprechen wider, dass nach all den Prüfungen und Entbehrungen früher oder später Allah (s.w.t.) Seinen rechtschaffenen Dienern mit der erhofften Hilfe (Nusra) beschenken und sie sodann ins ewige Paradies (Dschanna) eintreten lassen wird.
„Sprich: ‚Gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten!‘ Und sollten sie sich abwenden, dann verantwortet er (der Gesandte), was ihm auferlegt wurde, und ihr verantwortet, was euch auferlegt wurde. Und wenn ihr ihm gehorcht, dann findet ihr Rechtleitung. Und dem Gesandten obliegt nichts außer dem Verkünden. Allah versprach denjenigen, die von euch den Iman verinnerlicht und gottgefällig Gutes getan haben, dass Er sie auf Erden die Nachfolge doch antreten lassen wird, wie Er diejenigen vor ihnen die Nachfolge antreten ließ; und dass Er ihnen nach ihrer Angst doch Sicherheit eintauschen wird: Sie dienen Mir und gesellen Mir nichts bei. Und wer danach ungläubig wird, diese sind dann die wirklichen Frevler.“ (Sure An-Nur 24, Ayat 54-55)
Deshalb ist ein Da’wa-Träger fest entschlossen, unaufhaltsam und nie enttäuscht – das Lohn Allahs (s.w.t.), seines Schöpfers, erwartend und nicht das Lob der Menschen. Trotz des steinigen Weges, der Qualen und Erschwernisse, die allerdings mit Standhaftigkeit (Sabr) und aufrichtigem Vertrauen (Tawakkul) gegenüber unserem allmächtigen Herrn überwunden werden können, lebt der gläubige Diener mit der Hoffnung, wenn nicht im Diesseits (Dunya) so doch im Jenseits (Akhira), den versprochenen Sieg zu bekommen, die wahre Glückseeligkeit zu erlangen und zu den Erfolgreichen zu gehören.
So sagt Der Gewaltige:
„Also, wahrlich, mit jeder Erschwernis geht Erleichterung einher; wahrlich, mit jeder Erschwernis geht Erleichterung einher. Wenn du nun (mit allem) fertig bist, dann strenge dich (weiter) an. Und nach der Nähe deines Herrn richte dein Begehren aus!“ (Sure Al-Inschirah 94, Ayat 5-8)
In diesem Kontext ist es wichtig zu erwähnen, dass die Ideen des Islam nicht einfach nur stumpfe oder abstrakte Informationen sind, sondern vielmehr tiefgründige Erkenntnisse, die dem islamischen Überzeugungsfundament entspringen und somit das Verhalten des Muslims im täglichen Leben bestimmen. Die islamischen Ideen, die im Qur’an und in der Sunna des Propheten Muhammad (s.a.s.) verankert sind, sollen den Menschen aus der Dunkelheit des Unglaubens hin zum Lichte des Islam führen. Es sind die Ideen, die die Menschen von der Sklaverei gegenüber den Geschöpfen hin zur Dienerschaft zum Schöpfer der Himmel und der Erde führen werden, zu Allah (s.w.t.), Dem Allerbarmer, Dem Allbarmherzigen.
Solcher Art wird der Muslim durch seine wahrhaftige und hingabevolle Dienerschaft zum Herrn der Welten, in Dessen Händen wahrlich die Macht über alle Dinge liegt, überhaupt erst den versprochenen, erhofften und langersehnten Sieg verdienen – genau darin liegt nämlich der Schlüssel zum Erfolg. Daher reicht es nicht aus, lediglich eine islamische Denkweise zu besitzen, anhand derer man Gegebenheiten nach islamischen Maßstäben bewertet. Vielmehr muss sich die Denkweise in den Handlungen und dem Benehmen widerspiegeln. So sollte er nicht nur von den Ideen und Konzeptionen des Islam sprechen und die Menschen dazu aufrufen; er muss sie verinnerlicht haben, sie vorleben, sie verkörpern, sie repräsentieren.
Muslime beim Freitagsgebet nach dem Erdbeben in Pakistan, sie bewahren trotz der Katastrophe ihr Gottvertrauen und ihre Ergebenheit.
So sagt Allah (s.w.t.):
„Gebietet ihr den Menschen das Frommsein (den Islam) und vergesst euch selbst, wo ihr doch das Buch lest! Habt ihr denn keinen Verstand?“ (Sura Al-Baqara 2, Aya 44)
An anderer Stelle:
„Das Gleichnis derer, denen die Thora auferlegt wurde, und die jedoch nicht nach ihr lebten, ist wie das Gleichnis eines Esels, der Bücher trägt. […].“ (Sura Ad-Dschum’a 62, Aya 5)
Zudem sagte der Gesandte Allahs (s.a.s.) Folgendes:
„Wer sich Wissen aneignet, um einfach nur mit den Gelehrten zu diskutieren, sich mit Hirnlosen zu streiten und die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu ziehen, den wird Allah in die Hölle (Dschahannam) werfen!“ (Überliefert bei Tirmidhi)
Abu Darda (r.a.), ein bekannter Gefährte des Propheten Muhammad (s.a.s.), sagte diesbezüglich:
„Das aller furchterregendste, was einen erwarten wird, ist, wenn man vor Allah steht und Der Erhabene dann fragt: ‚Du hattest das Wissen! Hast du denn auch gemäß diesem Wissen gehandelt?'“
Deshalb darf der Da’wa-Träger sich niemals das Wissen um des Wissens Willen aneignen oder schlimmer noch in Arroganz verfallen. So muss er zum Schutze vor dem Übel seiner Selbst dort sein, wo Allah (s.w.t.) es für ihn möchte und sich Ihm nähern, so wie Er es von ihm möchte. Er sollte nie mit sich zufrieden sein; stets darauf bedacht, den wünschenswerten Handlungen nachzukommen, sodass er ständig Allah (s.w.t.) gedenkt und sich Ihm Tag für Tag nähert. Zudem muss er sich vor Hochmut, Heuchelei und Augendienerei in Acht nehmen und gegenüber Ereignissen eine ehrliche und aufrichtige Haltung einnehmen, kompromisslos zum Rechten aufrufen und alles Unrechte anprangern ohne den Tadel des Tadelnden fürchten zu müssen. Er sollte das lieben, was Allah (s.w.t.) liebt und das verabscheuen, was Er verabscheut; Ihm treu ergeben sein und die Menschen charaktervoll behandeln.
Er sollte sich stets die Allmacht und Allwissenheit Allahs (s.w.t.) vor Augen führen, Der dem Menschen näher ist als seine Halsschlagader und Der das Offenkundige und das verborgene kennt. Der Da’wa-Träger trachtet stets nach dem Wohlgefallen seines Schöpfers, bedenkt aber gleichzeitig auch Seine Strafe. Er erweitert zielstrebig sein Wissen, liest und verinnerlicht den Qur’an, befolgt die Sunna des Gesandten (s.a.s.) und ist ein Leuchtturm, ja ein Epizentrum des guten Charakters. Er ist sanft zu den Gläubigen und hart gegen die Feinde des Islam. Seinen Eltern begegnet er mit Sanftmut und kümmert sich um sie, wenn sie das hohe Alter erreicht haben. Seine Kindern lehrt er den Islam und seiner Frau schenkt er die nötige Aufmerksamkeit, auch wenn (oder gerade weil) es viel Sabr kostet. Seine Zunge ist benetzt mit dem Namen Des Allerhöchsten, seine Worte bedacht und wahrhaftig.
„Wahrlich, erfolgreich sind die Gläubigen, Die in ihren Gebeten voller Demut sind. Und die sich von allem leeren Gerede fernhalten. Und die die Zakat entrichten. Und ihre Schamteile bewahren; […] Und diejenigen, die das ihnen anvertraute Gut und ihre Verpflichtung hüten. Und die ihre Gebete einhalten. Dies sind die Erben, die al-Firdaus (die höchste Stufe des Paradieses) erben werden, auf ewig werden sie darin verweilen.“ (Sura Al-Mu’minun 23, Ayat 1-11)
Der Da’wa-Träger sollte sich den edlen Propheten Muhammad (s.a.s.) und seine treuen Gefährten nicht nur bei der Methode zur Errichtung des Kalifats zum Vorbild nehmen, sondern in allen Taten, worin Belohnung steckt und die ihn vor dem Höllenfeuer retten können, dessen Brennstoff wahrlich Menschen und Steine sein werden. Oder glaubt der Muslim etwa, dass ihm das Paradies sicher ist?
So sollten wir uns diese Frage im Lichte der folgenden Ayat genauer vor Augen führen:
„Oder meint ihr etwa, ihr würdet ins Paradies eintreten dürfen, ohne dass euch etwas Ähnliches trifft, wie es jene traf, die vor euch waren? Not und Unheil erfasste sie, und sie sind so erschüttert worden, dass der Gesandte und die Gläubigen, die mit ihm waren, sagten: „Wann kommt (endlich) die Hilfe Allahs?“ Doch wahrlich, Allahs Hilfe ist nahe.“ (Sure Al-Baqara 2, Aya 214)
Der Da’wa-Träger muss mehr tun als ein „herkömmlicher Muslim“. Er muss die Prüfungen, das Leid und die Not seiner Geschwister in der islamischen Welt als sein eigenes Leid erachten und sich entsprechend für sie einsetzen. Er muss ein Vorbild sein, ein wahrer Diener Allahs (s.w.t.). Er muss besondere Opferbereitschaft an den Tag legen, jemand sein, zu dem die Menschen aufschauen, Reife und Verantwortungsbewusstsein aufweisen und Überzeugungskraft besitzen.
Er muss sein Herz für Allah (s.w.t.) und den Islam öffnen, sich mit Aufrichtigkeit den tiefgründigen Ideen widmen, um die Botschaft des Islam richtig zu begreifen und sie mit Kompromisslosigkeit zu verkünden. Denn nur so erlangt man die Süße im Gebet, und die Standhaftigkeit, um die Hindernisse auf dem Weg zum Sieg zu überwinden.
„Und sprich: „Setzt euch (für Allahs Sache) ein! Allah wird euren Einsatz sehen, und so (auch) Sein Gesandter und die Gläubigen. Und ihr sollt zum Kenner des Verborgenen und des Offenkundigen zurückgebracht werden; dann wird Er euch verkünden, was ihr zu tun pflegtet.““ (Sure At-Tauba 9, Aaya 105)
Gerade in der heutigen Zeit spielt dieses Thema für uns Muslime eine überaus wichtige Rolle; eine Zeit, in der das Verständnis der wahren Dienerschaft gegenüber Allah (s.w.t.) verloren gegangen zu sein scheint.
Deswegen sollte der Da’wa-Träger sich die Charakterzüge des Propheten (s.a.s.) aneignen, was auch seine Gefährten vorbildhaft taten; auch wenn diese im direkten Kontakt zum Gesandten (s.a.s.) standen, so waren sie nichtsdestotrotz Menschen wie wir. Sie waren zwar jene Generation, deren Stand im Kollektiv nie wieder erreicht werden wird, doch wird es immer wieder Menschen geben, die individuell ihre Stufe erreichen oder ihr nahekommen. Auch haben wird die Möglichkeit, zu jenen zu gehören, die der Gesandte Allahs (s.a.s.) in einem Hadith als seine Lieblinge bezeichnet und ihnen die ersehnte Hilfe prophezeit:
„Am Tage des Gerichts wird der Iman von einigen Menschen so großartig sein, dass auf ihrer Brust und in ihrer rechten Hand ein Licht strahlen wird. Ihnen wird gesagt werden: ‚Eine frohe Botschaft für euch: Friede sei mit euch, möge Allahs Gnade auf euch sein. Los, nun treten ein ins Paradies!‘ Die Engel und Propheten werden sie um die Liebe Allahs ihnen gegenüber beneiden.“
Daraufhin fragten ihn die Gefährten: „Wer sind diese Leute, o Gesandter Allahs?“ Der Prophet (s.a.s.) antwortete:
„Sie werden nicht von uns oder von denen sein, die (kurz) nach euch leben werden. Ihr seid meine Gefährten, sie sind aber meine Lieblinge. Sie werden (sehr lange Zeit) nach euch leben und sich an dem von den Menschen vergessenen Qur’an und an meiner Sunna festklammern und den Islam von neuem zum Leben erwecken. Sie werden den Qur’an lesen und weiterlehren. Sie werden mehr Qualen und Schmerzen erleiden, als ihr sie erlitten habt. Der Iman von einem von ihnen kommt vierzig von euren nahe. Ein Märtyrer von ihnen kommt vierzig von euren nahe. Denn ihr findet für die Wahrheit Helfer. Sie werden aber keine Helfer finden und überall von Ungerechten umgeben sein. Sie befinden sich in Jerusalem (Bayt al-Maqdis) und der Umgebung von Jerusalem. Sodann wird Allah ihnen mit Seinen ehrenvollen Händen die Hilfe (Nusra) zu Teil werden lassen. O mein Herr (Ya Rabb)! Gib ihnen die Nusra und lass sie im Paradies zu meinen engen Gefährten gehören!“