Eine Gnade von vielen, die der Schöpfer und Herrscher über alle Dinge, Allah (swt), der Ummah gewährte, ist eine reine Erde. Sie ist eine gewaltige Moschee, auf der Seine Diener ihren Herrn an jedem Ort und zu jeder Zeit anbeten können, sei es auf den Straßen, Märkten, Schulen oder an einer Universität.
Eine Gnade von vielen, die der Schöpfer und Herrscher über alle Dinge, Allah (swt), der Ummah gewährte, ist eine reine Erde. Sie ist eine gewaltige Moschee, auf der Seine Diener ihren Herrn an jedem Ort und zu jeder Zeit anbeten können, sei es auf den Straßen, Märkten, Schulen oder an einer Universität.
Unser Planet ist eine einzige Moschee, denn es wird überliefert, dass unser Prophet (saw) uns mitteilte:
وجعلت لي الأرض مسجداً وطهوراً ، وأيما رجل من أمتي أدركته الصلاة فليص
[…] und die Erde wurde als eine Moschee für mich und in Reinheit erschaffen, wenn also ein Mann meiner Ummah irgendwo den Eintritt der Gebetszeit erfährt, so soll er beten […] [Bikhari]
Die erste Moschee des Islam war sehr bescheiden. Ihre Säulen bestanden aus Palmen und ihre Wände aus Lehm. Diese Moschee war aber gleichzeitig auch eine Schule des Islam und das Hauptquartier des Islamischen Staates. Dort unterwies der Gesandte Allahs (saw) seine Gefährten, möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein, die ihrerseits die Tyrannen ihrer Zeit zurechtwiesen. In jenem bescheidenen Gebäude bildete unser Prophet (saw) die Muslime aus und legte dort die für alle Menschen und zu jeder Zeit verbindliche Wahrheit fest, indem er die Pflichten (Furud), das Empfohlene (Mandubat), das Zulässige (Mubahat), das Unerwünschte (Makruhat) und das Verbotene (Hurumat) festlegte.
Manch einer ist heutzutage fälschlicherweise der Ansicht, dass eine Moschee ausschließlich zum Beten da sei und andere Aktivitäten an solch einem Ort verboten gehören. Und so verkommen Moscheen zu seelenlosen Friedhöfen, die zwar von wunderschönen Kacheln, Kalligraphien und den Gottesdiensten der treuen Besucher der Häuser Allahs geziert werden, denen jedoch der alles mit sich reißende Geist des Islam in Form seiner gesellschaftlichen und politischen Dynamik fernbleibt.
Moscheen sind für die Angelegenheiten der Muslime durchaus von Bedeutung. Nicht nur die Tatsache, dass viele klassische Gelehrte in ihren Werken beachtliche Abschnitte dem Moscheeleben gewidmet haben, deutet darauf hin. Die Shari’a legt – wie nachfolgend gezeigt werden soll – fest, dass Moscheen zahlreiche wichtige Aufgaben innerhalb der Gemeinschaft der Muslime übernehmen.
1.Die Moschee als Hauptquartier der Führung des Islamischen Staates
Wie eingangs erwähnt, war einst die erste Moschee des Islam gleichzeitig das Zentrum der Führung des Islamischen Staates. An diesem Ort wurden die Geschicke des Staates gelenkt. Der Gesandte Allahs (saw) empfing Boten, unterschrieb Übereinkünfte und Verträge und urteilte zwischen zerstrittenen Parteien. Nach dem Ableben des Gesandten (saw) betreute der Kalif in der Moschee die Angelegenheiten der Bürger des Staates, richtete Ansprachen an sie und führte dort sogar Debatten mit diesen, ohne sie dafür irgendwelche Repressionen fürchten zu lassen. Nachdem Abu Bakr (ra), dem ersten Kalifen im Islam, der Treueeid geleistet worden war, richtete er in der Moschee des Propheten (saw) das Wort an die Bürger und teilte ihnen in einer der wohl kürzesten, gleichzeitig jedoch aufrichtigsten politischen Ansprachen der Menschheitsgeschichte mit:
أما بعد أيها الناس فإني قد وليت عليكم ولست بخيركم، فإن أحسنت فأعينوني، وإن أسأت فقوموني، الصدق أمانة، والكذب خيانة، والضعيف فيكم قوي عندي حتى أريح عليه حقه إن شاء الله، والقوى فيكم ضعيف حتى آخذ الحق منه إن شاء الله، لا يدع قوم الجهاد في سبيل الله إلا ضربهم الله بالذل، ولا تشيع الفاحشة في قوم قط إلا عمهم الله بالبلاء، أطيعوني ما أطعت الله ورسوله، فإذا عصيت الله ورسوله فلا طاعة لي عليكم
„Ferner: Oh ihr Leute! Mir wurde die Autorität über euch angetragen, wenn auch ich nicht der Beste unter euch bin. Wenn ich das Gute vollbringe, so helft mir, und wenn ich Fehlerhaftes vollbringe, so korrigiert mich. Wahrheit ist ein anvertrautes Gut und Falschheit Verrat. Der Starke unter euch ist schwach, bis ich – so Allah will – ihm gegeben habe, was ihm zusteht. Ein Volk, das den Kampf auf dem Wege Allahs vernachlässigt, straft Allah mit Erniedrigung. Und wenn sich die Schamlosigkeit (u.a. Zina) in einem Volk verbreitet, dann überzieht Allah dieses Volk ganz sicher mit Unglück.. Gehorcht mir, solange ich Allah und Seinem Gesandten gehorche. Wenn ich Allah und seinem Gesandten ungehorsam bin, so seid ihr mir keine Gefolgschaft schuldig.“ [Ahmad]
2. Die Moschee als Ort der Vermittlung von Wissen und Kultur
Die Moschee ist seit je her ein Forum für islamische Fragen gewesen, zumal sie das Drehkreuz des politischen, sozialen und spirituellen Lebens verkörperte. Alle wichtigen Informationen, die mit den vitalen Interessen der Muslime und der islamischen Da’wah zusammenhingen, wurden in der Moschee übermittelt. Studienkreise wurden eingerichtet, in denen den Muslimen der Qur’an und die islamische Rechtslehre nahegebracht wurden. Außerdem waren Konferenzen und Zusammenkünfte in Moscheen nichts Außergewöhnliches. Vielmehr betrachtete man sie als effektive Methode, um Informationen über den Islam unter die Menschen zu bringen. Unser Prophet (saw) nutzte die Moschee als Ort der Anbetung, als Informationszentrum, als Sammelpunkt, als Ort der Gelehrsamkeit und der Ausbildung der Mujahideen. Sowohl die Vorbereitungen und die Rüstung zum Jihad, als auch die Planung der Feldzüge, sowie die Ausarbeitung der ihnen zugrunde liegenden Strategien erfolgten in der Moschee.
3. Die Moschee als Ort der Rechtsprechung
Richter pflegten sich in der Moschee aufzuhalten, um Streitigkeiten unter den Menschen zu schlichten und sich der Beschwerden und Ansinnen der Bürger des Islamischen Staates anzunehmen. Es existieren zahlreiche Beweise dafür und zwischen den Rechtsschulen besteht darüber keine Meinungsverschiedenheit.
4. Die Moschee als Ort des Lernens und Lehrens
In der Moschee wurden Muslime in die Grundlagen der islamischen Überzeugung, in die rituellen Gottesdienste und in die Shari’a eingewiesen, welche unter anderem die politische, wirtschaftliche und soziale Ordnung umfasst. Die Lernzirkel waren darauf ausgerichtet, islamische Persönlichkeiten hervorzubringen. Die Moschee war eine Universität, die jederzeit jedem offen stand. Sie wies nie jemanden zurück, gleich ob jung oder alt, männlich oder weiblich, Muslim oder Nichtmuslim, schwarz oder weiß, Araber oder Nichtaraber. Sie trennte nie den Gelehrten vom Unwissenden und unter ihrer Kuppel kam dem Staatsoberhaupt die gleiche Behandlung zu wie dem einfachen Bürger.
Die Organisation der Moscheen unterliegt in der islamischen Staatsordnung dem Direktor des Ministeriums für Information und Kultur, der seinerseits vom Kalifen des Islamischen Staates ernannt wird. Sobald uns Allah (swt) Seine Gnade erweist und den Muslimen in ihren Ländern die Wiedereinführung des islamischen Lebens durch die erneute Gründung des rechtgeleiteten Kalifats gestattet, wird dieses Ministerium die Bildungsministerien unserer Zeit ersetzen, die nichts weiter als eine Weltanschauung propagieren, in der eine Verdrängung des allmächtigen Schöpfers und Lenkers aller Dinge aus dem Leben der Menschen vorgesehen ist. Das Ministerium für Information und Kultur wird erneut Bibliotheken und Universitäten errichten und darauf hinarbeiten, dass die ursprüngliche Rolle der Moschee als Schule für Fiqh, Usul-al-Fiqh, Tafsir, Tajweed, Sirah und andere angegliederte Wissenschaften der Shari’a wiederhergestellt wird.
5. Die Moschee als Ort der Eloquenz und Poesie
Jabir Ibn Samra (ra) berichtet über den Propheten (saw):
طويل الصمت قليل الضحك كان أصحابه يذكرون عنده الشعر وأشياء من أمورهم فيضحكون وربما تبسم
„Er [der Gesandte] pflegte lange zu schweigen und wenig zu lachen. Seine Gefährten pflegten sich bei ihm der Poesie und Dinge von ihren Angelegenheiten zu erinnern, so lachten sie und vielleicht lächelte er.[Ahmad]
6. Die Moschee als Rückzugsort für Arme, Bedürftige und Reisende
Der Gesandte Allahs (saw) hielt stets einen Abschnitt in der Moschee als Rückzugsort für die Armen frei. Dieser Bereich wurde „As-Saffah“ genannt, in Anlehnung an „Ahl As-Saffah“, welches die Bezeichnung der Bedürftigen unter den Prophetengefährten war, die weder Haus noch Bleibe hatten.
Ibn Hajar erläutert in seinem Kommentar zum Sahih Bukhari die Ahadith über As-Saffah:
الصفة مكان في مؤخر المسجد النبوي مظلل أعد لنزول الغرباء فيه ممن لا مأوى له ولا أه
„As-Saffah war ein schattiger Bereich im hinteren Abschnitt der Moschee des Propheten, vorbereitet für die Ankunft von Fremden, die weder Obdach, noch Familie hatten.[Bukhari]
Abdullah Ibn al-Harith (ra) berichtet:
كنا نأكل على عهد رسول الله صلى الله عليه وسلم في المسجد الخبز واللحم
Zu Lebzeiten des Propheten (saw) pflegten wir Brot und Fleisch in der Moschee zu uns zu nehmen.[Ibn Majah]
7. Die Moschee als Ort der Beratung und des Austausches
Der Gesandte Allahs (saw) ließ sich in der Angelegenheit um die Verleumdung von Aisha (ra) in seiner Moschee beraten. Allah (swt) offenbarte daraufhin jenen Vers, durch den der Name Aishas reingewaschen und gleichzeitig die Strafe für Verleumdung festgelegt wurde:
﴿والذين يرمون المحصنات ثم لم يأتوا بأربعة شهداء فاجلدوهم ثمانين جلدة ولا تقبلوا لهم شهادة أبدا وأولئك هم الفاسقون.﴾
„Diejenigen, die den ehrbaren Frauen Untreue vorwerfen und hierauf nicht vier Zeugen beibringen, die geißelt mit achtzig Hieben und nehmt von ihnen niemals mehr eine Zeugenaussage an – das sind die (wahren) Frevler[24:4]
8. Die Moschee war die erste Heimstätte, die für die Menschheit errichtet wurde
Allah (swt) spricht im Qur’an:
﴿إِنَّ أَوَّلَ بَيْتٍ وُضِعَ لِلنَّاسِ لَلَّذِي بِبَكَّةَ مُبَارَكًا وَهُدًى لِّلْعَالَمِين﴾
Das erste (Gottes)haus, das für die Menschen gegründet wurde, ist wahrlich dasjenige in Bakka (Mekka), als ein gesegnetes (Haus) und eine Rechtleitung für die Weltenbewohner.[3:96]
Vergleicht man den gegenwärtigen Zustand unserer Moscheen mit jenem zur Zeit des Gesandten (saw) und seiner Gefährten (ra), so bemerkt man bedauerlicherweise eine Entwicklung der Moschee vom Ort der Nähe zu Allah, durch Verrichtung der Gottesdienste und Ausrichtung der weltlichen Angelegenheiten an Seinen Vorgaben, zu einem Ort der Entfremdung. Durch die Verbannung jeglicher politischer Diskussion und Aktivität, wird geflissentlich ausgeblendet, dass der Islam alle unsere Lebensbereiche betreut und daher eine sehr präzise Vorstellung von politischen, wirtschaftlichen, sozialen und rechtlichen Systemen bereithält, die auch in den Moscheen eine Heimat zu finden haben.
Man bemerkt mit Unbehagen, dass unsere Moscheen sich auch für nationalistische Befindlichkeiten hergeben. Das Resultat sind pakistanische, bengalische, syrische oder kurdische Moscheen. Außerdem bekennen sich manche Moscheeverbände zu bestimmten Denkrichtungen oder Organisationen, sodass eine Auslese unter den Moscheebesuchern stattfindet, Querdenker sind nicht willkommen.
In ihrem islamischen Ideal existieren Moscheen aber nur für Allah (swt):
﴿وَأَنَّ الْمَسَاجِدَ لِلَّـهِ فَلَا تَدْعُوا مَعَ اللَّـهِ أَحَدًا﴾
Und wahrlich, die Moscheen sind Allahs; so ruft niemanden neben Allah an.[72:18]
وَأَنَّ الْمَسَاجِدَ لِلَّـهِ فَلَا تَدْعُوا مَعَ اللَّـهِ أَحَدًا
Diejenigen, die diese Erkenntnis erreicht hat und die ihren Schöpfer fürchten, öffnen die Tore ihrer Moscheen für all jene, die sich hingebungsvoll dafür einsetzen, dass die allumfassende Lebensordnung, die der Herr aller Dinge uns in Seiner Gnade offenbart hat, nicht als bloße Information in Büchern verkümmert. Vielmehr soll das islamische Leben erneut Eingang finden in unseren Alltag und nur das Werben für die korrekte Betreuung der Angelegenheiten der Muslime, indem das Gute geboten und das Falsche angeprangert wird, ist der einzige Garant dafür, dass der Name unseres Herrn in den Moscheen hochgehalten wird. Erst dann können wir zu Recht beteuern, dass unsere Moscheen abermals ihren rechtmäßigen Platz eingenommen haben.