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Islam Die Bedeutung des Gottesdiensts (‚Ibada) im Islam

Allah, gepriesen und erhaben sei Er, gibt in Seinem Buch (Koran) an: „Und ich habe Dschinn und Menschen nur erschaffen, um Mir zu dienen“; ein Vers der von allen Muslimen rezitiert wird, wobei einige Muslime die Bedeutung der Anbetung auf Bräuche und individuelle Rituale beschränken, wie das Gebet, das Fasten, die Zakat (soziale Pflichtabgabe), die Hadsch (Pilgerfahrt), die Bittgebete und andere Taten, um näher zu Allah zu kommen.

Allah, gepriesen und erhaben sei Er, gibt in Seinem Buch (Koran) an: „Und ich habe Dschinn und Menschen nur erschaffen, um Mir zu dienen“; ein Vers der von allen Muslimen rezitiert wird, wobei einige Muslime die Bedeutung der Anbetung auf Bräuche und individuelle Rituale beschränken, wie das Gebet, das Fasten, die Zakat (soziale Pflichtabgabe), die Hadsch (Pilgerfahrt), die Bittgebete und andere Taten, um näher zu Allah zu kommen.
Ihr Verständnis von Gottesdienst bewegt sich nicht über diese Dinge hinaus und beschränkt sich nur auf das Mindeste. Nach ihrer Ansicht, sind das ökonomische System, die Politik, die Regierung, die Geschäfte ohne Bezug zum Gottesdienst. Diese Ansicht ist jedoch weit entfernt von der überwältigenden und umfassenden Bedeutung, die Allah in das Wort „‚Ibada“ gelegt hat, und weit entfernt von dem, was unsere Gelehrten in der Reihe der Al-Salaf Al-Salih unter diesem Begriff verstanden haben.
Al-Fayrooz Abaadi sagt in seinem Wörterbuch, Al-Qamus Al-Muhit: „Der Gottesdienst, „al-‚Ibada“, bedeutet Gehorsam bzw. Folgsamkeit.“ At-Tabari sagt in seinem Tafsir über die Verse in der Sure Al-Faatiha „Iyyaka Na’budu“ (Dir [allein] dienen wir): „O Allah, es gebührt nur Dir allein, dass wir Khuschu‘ (Demut) haben, Dir ergeben wir uns und auf Dich verlassen wir uns, wir erkennen Deine Herrschaft über uns an, Du bist der Einzige und es gibt keinen anderen Gott außer Dir.
Al-Zadschadsch sagt: „Die Bedeutung von Gottesdienst ist: Gehorsam mit Demut.“ Und Az-Zamakhshari sagt: „Gottesdienst: Der höchste Grad von Unterwerfung und Vertrauen auf den Einen allein.“ Und Al-Baghawi sagt: „Der Gottesdienst ist Gehorsamkeit und Folgsamkeit, sich verlassen auf den Einen selbst und Unterwerfung, und der Diener wird „Abd“ genannt, infolge seiner Unterwerfung und seiner Folgsamkeit.“
Deshalb bedeutet „‚Ibadah“ in seiner weiten und umfassenden Tragweite: Gehorsam mit Unterwerfung, das Verlassen auf den Einen allein und das Akzeptieren der Führung durch Allah, gepriesen und erhaben sei Er, in allen Dingen, die Er befohlen hat und in allem, was Er verboten hat.
Das ist, was der Gesandte Allahs, Frieden und Segen auf ihn, verkündete. Adiy Ibnu Haatim, mag Allah zufrieden mit ihm sein, berichtet: Als Adiy Ibnu Haatim von dem Ruf des Gesandten Allahs hörte, Frieden und Segen auf ihm, flüchtete er nach al-Shaam (Großsyrien). Adiy war ein Christ als der Islam kam. Auf dem Weg wurde seine Schwester gefangen genommen, sowie eine Anzahl von anderen Mitgliedern seines Stammes. Der Gesandte Allahs hatte dann Gnade mit ihr and lies sie gehen. Als sie zu ihrem Bruder zurückkehrte, überzeugte sie ihn, den Islam zu überdenken und den Gesandten Allahs, Frieden und Segen auf ihm, zu treffen. Adiy war einer der Führer seines Stammes und sein Vater, Haatim Al Taaě, war bekannt für seine Großzügigkeit.
Adiy zog also nach Madina und die Leute begannen von seiner Ankunft zu berichten. Als er auf den Gesandten Allahs traf, Frieden und Segen auf ihm, trug er ein silbernes Kreuz um seinen Hals; der Gesandte Allahs (s.) rezitierte den Vers: „Sie nehmen ihre Rabbis und Priester als Herrn neben Allah“. Als Adiy das hörte, sagte er: „Sie beteten sie nicht an.“ Der Prophet (s.) entgegnete: „Doch! Haben sie den Menschen nicht das Erlaubte verboten und das Verbotene erlaubt? Und sind die Menschen ihnen darin nicht gefolgt? Das ist ihr Gottesdienst an Ihnen.“
Aus diesem Hadith geht hervor, dass Adiy Ibnu Haatim unter Gottesdienst (‚Ibada) genau das verstand, was die meisten Muslime heute darunter verstehen; nämlich Handlungen, die begrenzt sind auf individuelle Rituale. Es ist, als ob er sagen würde: „Bei Allah, o Prophet Allahs, wir richten unser Gebet nicht an die Rabbis und Priester. Weder schlachten wir Tiere für sie, um ihnen näher zu kommen, noch nehmen wir sie als Götter, die wir direkt neben Allah anbeten.“ Aber der Gesandte Allahs, Frieden und Segen auf ihn, wollte ihn die richtige und umfassende Bedeutung von Gottesdienst Allah gegenüber lehren – wie auch uns heute – und sagte ihm: „Haben sie den Menschen nicht das Erlaubte verboten und das Verbotene erlaubt? Und sind die Menschen ihnen darin nicht gefolgt? Das ist ihr Gottesdienst an Ihnen.“
Damals bestand der Gottesdienst der Juden und Christen an den Rabbis und Priestern darin, ihnen in allen Aussagen zu folgen, auch wenn sie Erlaubtes zu Verbotenem und Verbotenes zu Erlaubtem machten. Aus all dem wird klar, dass Gottesdienst im Islam nicht auf eine kleine Auswahl von rituellen Handlungen begrenzt ist, wie das Gebet, das Fasten, die Zakat und die Pilgerfahrt. Vielmehr bedeutet Gottesdienst, alle Dinge, mit denen der Islam gekommen ist, in Ergebung auszuführen, ohne ein einziges Gebot auszulassen oder zu übergehen. Somit zählen auch der Dschihad, die Verkündung des Islam, das Regieren nach dem, was Allah herabgesandt hat, die Implementierung des islamischen Wirtschafts- und Staatssystems und der Vollzug aller Gesetze des Islam zum Gottesdienst. Genau wie die Rituale von Tasbih, Tahlil und Takbir zum Gottesdienst zählen, zählen auch das Arbeiten für die Wiederherstellung des Kalifats entsprechend dem Weg des Gesandten Allahs (s.) dazu.
Erwähnenswert an dieser Stelle ist die Tatsache, dass der Dschihad, die Verkündung des Islam und die Arbeit zur Wiedererrichtung des Kalifats auch im engen (rituellen) Sinne zum Gottesdienst gehören. Denn die einzige Absicht, die man mit diesen Handlungen verfolgt, ist Gott zu dienen und Sein Wohlwollen zu erlangen. Deswegen sind diese Handlungen rein spirituell. Weder verfolgt man damit eine materielle Absicht, wie das Geldverdienen beim Handeltreiben, noch eine moralische, wie bei Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und anderen Handlungen. Bei Handlungen in diesen Bereichen verfolgt der Mensch durchaus berechtigte Absichten. Er erfüllt dabei aber keinen spirituellen Wert, sondern einen materiellen. Spirituell (und damit ein Gottesdienst im weiten Sinne) ist hierbei lediglich die Tatsache, dass er die Tätigkeiten gemäß den Ge- und Verboten Allahs vollzieht. Beim Verkünden der islamischen Botschaft hingegen ist Ziel der ganzen Tätigkeit allein der Dienst an Allah mit anderen Worten der reine Gottesdienst.
Nachdem „Ibadah“ (Gottesdienst) im umfassenden Sinne den Vollzug aller Gebote und Verbote Allahs bedeutet, wie kann es dann sein, dass man zwischen den Gesetzen Allahs Unterschiede macht, indem einige erfüllt und andere vernachlässigt? Die Aussage Allahs: „Ich habe Dschinn und Menschen nur erschaffen, um Mir zu dienen (lia’buduni)“ bedeutet: Ich habe Dschinn und Menschen nur erschaffen, um Mir zu gehorchen. Wahrheit ist also, dass der unbeeinträchtigte Gottesdienst an Allah der echte Gehorsam ihm gegenüber ist. Mit anderen Worten bedeutet Gottesdienst, Allahs Gebote komplett auszuführen und sich von seinen Verboten zu enthalten und alles anzuwenden, was er an Gesetzen herabgesandt hat.
Wir bitten Allah, dass wir zu denen gehören, die ihn so anbeten, wie Er angebetet werden will, indem wir allen Geboten gehorchen und uns von allen Verboten fernhalten. Auch bitten wir Ihn, dass Er uns zu denen macht, die Seine Botschaft weitertragen und uns am Jüngsten Tage mit den Propheten und Erlauchten zusammenführt. Und alles Lob gebührt Allah, Dem Herrn der Welten.