Die COVID-19-Pandemie hat zu einem unerwarteten Wandel geführt. Das Leben, wie wir es kannten, hat sich merklich verändert. Dieser Wandel betrifft jeden einzelnen von uns, unabhängig von unserem Alter oder unserer finanziellen Situation.
Die COVID-19-Pandemie hat zu einem unerwarteten Wandel geführt. Das Leben, wie wir es kannten, hat sich merklich verändert. Dieser Wandel betrifft jeden einzelnen von uns, unabhängig von unserem Alter oder unserer finanziellen Situation. Wir haben einen Ramadan erlebt, ohne die Vorzüge des tarāwīḥ-Gebets, der gemeinschaftlichen Liebe und ohne das gemeinschaftliche Fastenbrechen genießen zu dürfen. Wegen der Kontaktsperre blieb uns der Besuch unserer Geliebten, das Aufsuchen der Moscheen und viele andere Tätigkeiten, die wir einst als selbstverständlich betrachteten, verwehrt. Wie lautet die Antwort der Umma Muḥammads (s) auf all diese Veränderungen? Alḥamdulillāh!
Gleichzeitig werden Muslime immer noch tagtäglich bombardiert, geschlagen und (sexuell) misshandelt – von Xinjiang über Kaschmir bis nach Syrien und Palästina; doch inmitten von Trümmern und Trostlosigkeit rezitiert die Umma des Propheten Muḥammads (s) stets dasselbe Gebet: Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten!
Wie kann es nun sein, dass sich der Fromme trotz aller Schwierigkeiten, die ihn befallen, optimistisch zeigt, er seinem Herrn dankt und Ihn (t) lobpreist?
In einer Welt wie der heutigen erscheint dies zunächst bizarr – eine Diskrepanz zwischen Realität und Reaktion auf diese Realität, ein Ausnahmefall in einer augenscheinlich genormten und geregelten Welt. Normalerweise würde sich der Mensch beschweren, Kummer verspüren und vielleicht sogar verzweifeln, wenn er sich mit Schwierigkeiten konfrontiert sieht!
Wie kann das sein? Die Antwort ist simpel: Ist sich der Mensch der Existenz seines Schöpfers nicht bewusst, ist er ganz auf sich allein gestellt. Er muss sich selbst zu Rate ziehen. Ihm mangelt es an Rechtleitung und auch an einer klaren Betrachtungsweise auf alle Aspekte des menschlichen Lebens. Dadurch werden die Türen des Pessimismus weit aufgerissen. Alles Lob gebührt dem Herrn der Welten, der dem Muslim die richtige Perspektive auf jede einzelne Angelegenheit klar dargelegt hat. Der Islam lässt Pessimismus keinen Platz und füllt das eigene Leben mit Optimismus!
Du bist erkrankt?
Der Muslim ist überzeugt, dass kein Leid ihn befällt, ohne, dass ihm dafür Sünden vergeben werden.
Es sprach der Gesandte Allahs (s):
«مَا يُصِيبُ الْمُؤْمِنَ مِنْ وَصَبٍ وَلاَ نَصَبٍ وَلاَ سَقَمٍ وَلاَ حَزَنٍ حَتَّى الْهَمِّ يُهَمُّهُ إِلاَّ كُفِّرَ بِهِ مِنْ سَيِّئَاتِهِ»
„Keine Müdigkeit und keine Krankheit, keine Sorge und keine Trauer, kein Schmerz und kein Kummer befällt den Muslim, nicht einmal ein winziger Dorn kann ihn stechen, ohne dass Allah ihm dafür etwas von seinen Sünden verzeiht.“[Muslim]
Du hast deinen Job verloren?
Dennoch wird dich dies nicht von allem anderen abhalten, da du dir dessen gewiss bist, dass dein Lebensunterhalt (rizq) von Allāh (t) festgelegt wurde und dass dieser dich definitiv erreichen wird!
Es sprach der Erhabene:
﴿وَقَالَ رَبُّكُمُ ادْعُونِي أَسْتَجِبْ لَكُمْ إِنَّ الَّذِينَ يَسْتَكْبِرُونَ عَنْ عِبَادَتِي سَيَدْخُلُونَ جَهَنَّمَ دَاخِرِينَ﴾
Allah gewährt die Versorgung großzügig, wem Er will, und bemisst auch. Und sie sind froh über das diesseitige Leben; aber das diesseitige Leben (zählt) im Jenseits nur als (vergänglicher) Nießbrauch.[13:26]
Dein Haus wurde vom kolonialistischen Westen zu Grund und Boden bombardiert?
Dennoch bleibst du geduldig und standfest auf dem Wege Allahs (t) – wissend, dass dieses Leben ein kurzes ist und dass die Paläste in den Gärten des Paradieses dir bei Weitem besser zu stehen kommen.
﴿أُولَٰئِكَ يُجْزَوْنَ الْغُرْفَةَ بِمَا صَبَرُوا وَيُلَقَّوْنَ فِيهَا تَحِيَّةً وَسَلَامًا﴾
(All) diesen wird mit dem Obergemach vergolten werden, dass sie standhaft waren; und ihnen wird Gruß und Friede entgegengebracht.[20:75]
Der einzigartige Optimismus des Islam, mit all seinen noblen Werten, welche dem Frommen Diener erlauben mit Gewissheit und Ruhe durch das Leben zu wandern, ist eine Gunst von Allah (t), die nicht als Selbstverständlichkeit betrachtet werden sollte. Trotz schwieriger Zeiten, die die Verzweiflung und die Hilflosigkeit in uns wachsen lassen, müssen wir unsere Dankbarkeit gegenüber Allah (t) nicht nur durch das Festhalten an der islamischen Lebensweise zeigen, sondern auch, indem wir unsere Nachbarn, Kollegen und die Gesellschaft zum Islam und zur islamischen Lebensweise aufrufen. Denn der Islam ist die Lösung für alle jene, die nach einem Ausweg aus ihrer verzweifelten Lage suchen – eine Alternative zur trostlosen Lebensweise des Säkularismus.
﴿وَمَنْ أَحْسَنُ قَوْلًا مِّمَّن دَعَا إِلَى اللَّهِ وَعَمِلَ صَالِحًا وَقَالَ إِنَّنِي مِنَ الْمُسْلِمِينَ﴾
Und wer spricht bessere Worte als wer zu Allah ruft, rechtschaffen handelt und sagt: „Gewiss doch, ich gehöre zu den (Allah) Ergebenen?“[41:33]
Obwohl wir uns vermeintlichen Schwierigkeiten gegenübersehen und uns das weggenommen wird, was wir am liebsten haben, müssen wir standhaft an der Überzeugung festhalten, dass Allah (t) keiner Seele mehr auflastet, als dass, was sie zu tragen vermag. Möge Allah (t) uns zu jenen gehören lassen, die beständig sind in dem, was er für sie bestimmt hat; zu jenen, die standhaft sind ungeachtet dessen, was Er (t) für uns vorherbestimmt hat. Und möge Er (t) uns zu jenen gehören lassen, die trotz aller Bedrängnisse wissen, dass ihnen genussvolle Zeiten bevorstehen.
«عَجَبًا لِأَمْرِ الْمُؤْمِنِ إِنَّ أَمْرَهُ كُلَّهُ خَيْرٌ وَلَيْسَ ذَاكَ لِأَحَدٍ إِلَّا لِلْمُؤْمِنِ إِنْ أَصَابَتْهُ سَرَّاءُ شَكَرَ فَكَانَ خَيْرًا لَهُ وَإِنْ أَصَابَتْهُ ضَرَّاءُ صَبَرَ فَكَانَ خَيْرًا لَهُ»
„Die Sache des Gläubigen ist wunderbar. Alle seine Angelegenheiten sind gut für ihn, und dies ist bei niemandem so, außer dem Gläubigen. Wenn er von etwas Erfreulichem getroffen wird, ist er dankbar, und dadurch wird es gut für ihn. Und wenn er von etwas Schlechtem getroffen wird, ist er geduldig, und dadurch wird es gut für ihn.“[Muslim]