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Allgemein Der Verrat an den Kurden

Der amerikanische Rückzug in Nordsyrien ist seit langem im Gange. Seit Anfang 2018 hatte Trump deutlich gemacht, dass die Amerikaner ihre Truppen zurückziehen würden.

Der amerikanische Rückzug in Nordsyrien ist seit langem im Gange. Seit Anfang 2018 (1) hatte Trump deutlich gemacht, dass die Amerikaner ihre Truppen zurückziehen würden. Die Amerikaner hatten die Syrischen Demokratischen Kräfte genutzt, welche damals noch aus 2000 Soldaten bestanden und sich hauptsächlich aus kurdischen Truppen zusammensetzten, um in Syrien für die Unterstützung einer potenziell autonomen Region in einem zukünftigen syrischen Staat zu kämpfen – entweder unter Baschar al-Assad oder einem anderen Diktator, der ihren Anweisungen gehorchen würde.

Allgemein betrachtet gibt es derzeit nur zwei Hindernisse für ein wiedervereinigtes Syrien – die Kurden in Nordsyrien und die Opposition, die noch etwas an Territorium in Idlib hält. Nachdem die Amerikaner die Kurden für ihre Interessen missbrauchten, wurde der Türkei grünes Licht gegeben, um ihre Offensive durchzuführen und so syrische Flüchtlinge in die so genannte „sichere Zone“ zu werfen. Dies soll den Pfad für den Rückzug des türkischen Militärs und der politischen Versöhnung mit dem syrischen Regime ebnen.

Trump selbst sagte bezüglich des Truppenabzugs: „Wir haben das eigentlich über einen längeren Zeitraum – über einen sehr langen Zeitraum – getan“ (2) Wie also sorgt dieses Vorgehen der Amerikaner bei unseren kurdischen Brüdern und Schwestern für Verwunderung? Nicht nur, dass sie keinerlei Hilfe bei der Verarbeitung von Tausenden von Gefangenen erhielten, sie mussten sogar mit ansehen, wie 22 arabische Staaten und die Vereinten Nationen (3) im Dezember 2018 versuchten, Syrien wieder in die Arabische Liga aufzunehmen, ohne von einer autonomen Region für die Kurden zu sprechen.

Amerika ist ein Kolonialstaat dessen Außenpolitik weder humanitäre noch moralische Ziele verfolgt und nur sich selbst dient. Zudem verfügen die Amerikaner über mächtige Werkzeuge wie beispielsweise die Arabische Liga und die UN, welche sie nach Belieben für ihre eigenen Interessen nutzen. Mit Hilfe dieser Instrumente sowie der „Weltbank und anderer oder anderer multilateraler Institutionen“ (4), die bereit sind, einen Beitrag zu den 400 Milliarden Dollar Wiederaufbaukosten zu günstigen Konditionen zu leisten, verfolgen sie seit acht Jahren das Ziel, ihren Einfluss in Syrien zurückzuerlangen.

Der Prophet Muhammad (s) sagte:

«لاَ يُلْدَغُ الْمُؤْمِنُ مِنْ جُحْرٍ وَاحِدٍ مَرَّتَيْنِ »

„Der Gläubige wird nicht vom selben Loch zweimal gestochen.“[Buḫārī]

Die Kolonialisten haben unsere kurdischen Brüder und Schwestern überlistet, verraten und Unheil über sie gebracht; Um es mit dem Wortlaut des ḥadīṯ auszudrücken, wurden sie seit 1923 bereits achtmal gestochen (5). Ist es richtig, dass wir weiterhin Lösungen von Staaten suchen, die in die Fußstapfen der kolonialistischen Staaten treten? Wenn die kolonialistischen Kräfte in Syrien oder im Irak wieder in Schwierigkeiten geraten, sollten wir dann ein anderes Ergebnis erwarten? Ob Palästina, Somalia, Jemen oder Kaschmir – Amerika, seine Verbündeten und die internationalen Organisationen werden politische und wirtschaftliche Versprechungen machen, welche nur dazu dienen werden, die Umma weiter zu spalten und ihre eigenen Interessen in die Tat umzusetzen. Die Umma muss sicherlich erkennen, dass es nur eine einzige politische Lösung gibt. Und zwar ist es die Lösung, die uns von unserem Schöpfer offenbart worden ist – die Errichtung des Kalifats gemäß der Methode des Propheten Muhammad (s).

Dies wird ein Staat sein, der das nötige politische Bewusstsein besitzt, um nicht den außenpolitischen Mitteln Amerikas zum Opfer zu fallen, und so in seine Fänge zu geraten. Das Kalifat wird all seine Bürger unabhängig von ihrer Rasse mit höchster Sorgfalt behandeln und das von den Kolonialisten künstlich geschaffene Nationalbewusstsein ignorieren. So sagt Allah (t):

﴿إِنَّمَا الْمُؤْمِنُونَ إِخْوَةٌ فَأَصْلِحُوا بَيْنَ أَخَوَيْكُمْ ۚ وَاتَّقُوا اللَّهَ لَعَلَّكُمْ تُرْحَمُونَ﴾

Die Gläubigen sind doch Brüder. So stiftet Frieden zwischen euren beiden Brüdern und fürchtet Allah, auf dass ihr Erbarmen finden möget.[49:10]

Unser Schicksal liegt in unseren Händen. Wir dürfen uns nicht davon überzeugen lassen, dass die kolonialistischen Staaten die Interessen der Muslime teilen oder etwas Gutes für uns wollen. So sagt Allah (t):

﴿يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا لَا تَتَّخِذُوا بِطَانَةً مِّن دُونِكُمْ لَا يَأْلُونَكُمْ خَبَالًا وَدُّوا مَا عَنِتُّمْ قَدْ بَدَتِ الْبَغْضَاءُ مِنْ أَفْوَاهِهِمْ وَمَا تُخْفِي صُدُورُهُمْ أَكْبَرُ ۚ قَدْ بَيَّنَّا لَكُمُ الْآيَاتِ ۖ إِن كُنتُمْ تَعْقِلُونَ﴾

O die ihr glaubt, nehmt keine Vertrauten außer von euch. Sie scheuen keine Mühe, euch zu verwirren, und möchten gern, dass ihr in Bedrängnis geratet. Schon wurde aus ihren Mündern Hass offenkundig, aber was ihre Brüste verborgen halten, ist (noch) schwerwiegender. Wir haben euch die Zeichen bereits klargemacht, wenn ihr begreifen wollt.[3:118]

1https://www.nytimes.com/2018/12/19/us/politics/trump-syria-turkey-troop-withdrawal.html

2https://www.whitehouse.gov/briefings-statements/remarks-president-trump-briefing-military-leaders/

3https://www.theguardian.com/world/2018/dec/26/arab-league-set-to-readmit-syria-eight-years-after-expulsion

4https://www.rand.org/blog/2019/04/the-syrian-civil-war-is-coming-to-an-end.html

5https://theintercept.com/2019/10/07/kurds-syria-turkey-trump-betrayal/