{"id":9970,"date":"2011-02-24T00:00:00","date_gmt":"2011-02-23T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9970"},"modified":"2011-02-24T00:00:00","modified_gmt":"2011-02-23T23:00:00","slug":"al-ihsan-der-schoene-vollzug-von-handlungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9970","title":{"rendered":"Al-Ihsan \u2013 der sch\u00f6ne Vollzug von Handlungen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit eine Handlung als sch\u00f6n &#8211; bzw. gut &#8211; bezeichnet werden kann, muss sie aufrichtig f\u00fcr Allah und gem\u00e4\u00df dem islamischen Recht durchgef\u00fchrt werden.<br>Die gro\u00dfen islamischen Gelehrten haben diese beiden Prinzipien immer miteinander verbunden, so erl\u00e4uterte Al-Fadl Ibn Iyad den koranischen Vers: \u201eDamit Er euch pr\u00fcft, wer von euch die besten Taten vollzieht.&#8220;, folgenderma\u00dfen: \u201eDie beste Tat ist die aufrichtigste und die richtigste.&#8220; Man fragte ihn: \u201eO Abu Ali, was ist die aufrichtigste und richtigste Tat?&#8220; Er antwortete: \u201eWenn die Tat richtig vollzogen wurde, aber nicht aufrichtig, wird sie von Allah nicht angenommen. Und wenn sie aufrichtig, aber nicht richtig vollzogen wurde, wird sie von Allah ebenfalls nicht angenommen. Sie wird erst dann angenommen, wenn sie aufrichtig und richtig ist. Aufrichtig ist sie dann, wenn sie nur f\u00fcr Allah getan wurde. Und richtig ist sie, wenn man sie gem\u00e4\u00df der Sunna vollzieht.&#8220;<br>Und Said Ibn Al-Jubair sagte: \u201eDas Wort wird (von Allah) nur mit der entsprechenden Tat angenommen. Und das Wort mit der Tat wird nur mit einer aufrichtigen Absicht angenommen. Und das Wort mit der Tat und der aufrichtigen Absicht wird nur angenommen, wenn die Tat der Sunna entspricht.&#8220;<br>Deswegen muss der Tr\u00e4ger der islamischen Dawa darauf achten, dass er die Handlung richtig und nur um Allahs willen vollzieht. Der Erhabene sagt: \u201eEs ist ihnen nur befohlen worden, Allah in Aufrichtigkeit und Hingabe anzubeten.&#8220;<br>In einem von Anas \u00fcberlieferten Hadith sagt der Gesandte Allahs (s.): \u201eWenn es der Tag der Auferstehung ist, kommen die Engel mit versiegelten B\u00fcchern. Allah, der Erhabene wird sagen: \u201eDieses (Buch) werft weg und dieses hier nehmt an!&#8220; Die Engel werden sagen: \u201eBei Deiner Erhabenheit, wir haben nur das niedergeschrieben, was wirklich geschehen ist.&#8220; Und der Erhabene wird antworten: \u201eDiese (Handlungen) wurden nicht um Meinetwillen vollzogen. Und heute nehme ich nur das an, was um Meinetwillen getan wurde.&#8220;<br>Deswegen ist nicht die Anzahl der Handlungen, die man tut, entscheidend, sondern ihre Sch\u00f6nheit, d. h. ihre Aufrichtigkeit und ihre korrekte Durchf\u00fchrung. Im Islam kommt es also auf die Qualit\u00e4t und nicht auf die Quantit\u00e4t an. So sagt der Erhabene: \u201eDamit Er euch pr\u00fcft, wer von euch die bessten Taten vollzieht.&#8220; Die besten Taten wohl gemerkt und nicht die meisten.<br>Von Al-Fadl wird berichtet, dass er sagte: \u201eWie viele von denen, die um die Kaaba schreiten, haben weniger Lohn als jene, die weit entfernt davon sind.&#8220;<br>Es geht also um den aufrichtigen und den korrekten Vollzug der Handlung. Deswegen haben die lauteren Altvorderen (Al-Salaf Al-Salih) unter den Muslimen die \u201eNiyya&#8220;, die aufrichtige Absicht, immer in den Vordergrund gestellt. So berichtet Al-Hassan Ibn Rabi&#8216; \u00fcber den Jihad des ehrenwerten Imams Abdullah Ibn al-Mubarak: \u201eEin vermummter muslimischer Reiter preschte vor, duellierte sich mit einem feindlichen Ritter, der den Muslimen viel Leid zugef\u00fcgt hatte, und t\u00f6tete ihn. Die Muslime jubelten und riefen: \u201eAllahu Akbar&#8220;. Er aber mischte sich unter die Menge, sodass ihn niemand erkannte. Doch ich folgte ihm und beschwor ihn, mir sein Gesicht zu zeigen. Und als ich ihn erkannte, fragte ich: \u201eDu vermummst dich vor den Leuten, trotz dieses gro\u00dfen Sieges, den Allah durch deine Hand bewirkt hat?&#8220; Er antwortete: \u201eDemjenigen, f\u00fcr Den ich es getan habe, bleibt es nicht verborgen.&#8220;<br>Auch erz\u00e4hlt Ibn Qutayyiba in seinem Werk \u201e&#8217;Uyun al-Akhbar&#8220;: \u201eDie Muslime belagerten eine Festung. In der Mauer der Festung entdeckten sie eine \u00d6ffnung. Der Heerf\u00fchrer, Maslama Ibn Abd Al-Malik, spornte seine Soldaten an, durch die \u00d6ffnung einzudringen. Niemand aber wagte es. Da kam ein unbekannter Mann aus der Masse der Soldaten, drang durch die \u00d6ffnung durch und die Festung wurde durch ihn erobert. Darauf lie\u00df Maslama ausrufen: \u201eWo ist der Mann, der durch die \u00d6ffnung drang?&#8220; Aber niemand meldete sich. Da rief er: \u201eIch habe dem T\u00fcrsteher befohlen, dass der Mann unverz\u00fcglich zu mir eingelassen werden soll, sobald er kommt. Ich bestehe darauf, dass er sich meldet.&#8220; Da kam ein Mann zum T\u00fcrsteher und sagte ihm: \u201eHohle mir die Erlaubnis, beim Kommandanten vorstellig zu werden.&#8220; Der T\u00fcrsteher fragte: \u201eBist du der Mann, der durch die \u00d6ffnung drang?&#8220; Der Mann antwortete: \u201eIch werde euch von ihm berichten.&#8220; Der T\u00fcrsteher trat zu Maslama ein und erz\u00e4hlte ihm von dem Mann. Maslama erlaubte ihm einzutreten und der Mann sprach: \u201eDerjenige, der durch die \u00d6ffnung drang, setzt euch drei Bedingungen: Ihr d\u00fcrft seinen Namen in keinem Brief an den Kalifen erw\u00e4hnen. Ihr d\u00fcrft ihm keine Belohnung geben und fragt ihn nicht, aus welchem Stamm er ist.&#8220; Und Maslama antwortete: \u201eDas sei ihm gew\u00e4hrt.&#8220; Da sagte der Mann: \u201eIch bin es.&#8220; Von diesem Tag an sprach Maslama in jedem Gebet die folgende Bitte aus: \u201eO Allah, lass mich mit demjenigen zusammen sein, der durch die \u00d6ffnung drang.&#8220;<br>Dieser muslimische Mann, dessen Name bis heute in den islamischen Geschichtsb\u00fcchern unerw\u00e4hnt geblieben ist, lehnte das Bekanntwerden seines Namens ab, um sicherzugehen, dass die unbefleckte Aufrichtigkeit seiner Heldentat, die er allein um Allahs willen vollbrachte, erhalten bleibt und sich keinesfalls Profilierungssucht oder Augendienerei einschleichen konnte. Das w\u00fcrde die Tat n\u00e4mlich wertlos machen. Gleiches gilt auch f\u00fcr das Verhalten des Imams Abdullah Ibn Al-Mubarak, der sich vermummte, um unerkannt zu bleiben und sicherzustellen, dass er die Tat nur Allah zuliebe vollzieht. Die Muslime sollten ihre Handlungen grunds\u00e4tzlich mit dieser Einstellung durchf\u00fchren.<br>Zur vollkommenen Absicht geh\u00f6rt aber auch, dass man bescheiden ist und Stolz, Hochmut und Selbstbewunderung vermeidet. Das sind Eigenschaften, die jede Tat zerst\u00f6ren und den Menschen ins H\u00f6llenfeuer st\u00fcrzen. Der Prophet Muhammad (s.) ist uns darin ein gl\u00e4nzendes Vorbild. Er war nie hochm\u00fctig, hat mit den Dienern gespeist, im Haushalt geholfen, den Teig geknetet und die Waren selbst vom Markt getragen. Von ihm stammt auch der Ausspruch:<br>\u201eIch bin kein K\u00f6nig. Ich bin der Sohn einer Frau aus Quraisch, die einfachste Speisen a\u00df.&#8220;<br>Als Tr\u00e4ger der Dawa sollten wir uns diese Eigenschaften tunlichst zu Herzen nehmen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gro\u00dfen islamischen Gelehrten haben diese beiden Prinzipien immer miteinander verbunden, so erl\u00e4uterte Al-Fadl Ibn Iyad den koranischen Vers: \u201eDamit Er euch pr\u00fcft, wer von euch die besten Taten vollzieht.&#8220;, folgenderma\u00dfen: \u201eDie beste Tat ist die aufrichtigste und die richtigste.&#8220; Man fragte ihn: \u201eO Abu Ali, was ist die aufrichtigste und richtigste Tat?&#8220; Er antwortete: \u201eWenn die Tat richtig vollzogen wurde, aber nicht aufrichtig, wird sie von Allah nicht angenommen. Und wenn sie aufrichtig, aber nicht richtig vollzogen wurde, wird sie von Allah ebenfalls nicht angenommen. Sie wird erst dann angenommen, wenn sie aufrichtig und richtig ist. Aufrichtig ist sie dann, wenn sie nur f\u00fcr Allah getan wurde. 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