{"id":9752,"date":"2013-02-26T00:00:00","date_gmt":"2013-02-26T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9752"},"modified":"2013-02-26T00:00:00","modified_gmt":"2013-02-26T00:00:00","slug":"der-angriff-auf-die-identitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9752","title":{"rendered":"Der Angriff auf die Identit\u00e4t"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So prallen zwei verschiedene \u00dcberzeugungsgrundlagen aufeinander, die beiderseits den Anspruch erheben, einen Leitfaden f\u00fcr das menschliche Dasein zu bilden. Es ist dieser Gegensatz, durch den die Muslime stets zwischen zwei Welten hin und her gerissen werden.<br>Nun muss sich der Muslim jedoch entscheiden, nach welchen Ma\u00dfst\u00e4ben er sein Leben ausrichten will. Muslime, die konsequent nach den Ge- und Verboten Allahs (s.w.t.) leben wollen, werden vom kapitalistischen System ma\u00dfgeblich daran gehindert. Es existieren zahlreiche Mechanismen, die dem geringsten Aufkommen von Interesse an der islamischen Lebensweise pr\u00e4ventiv entgegenwirken. Ein Beispiel ist die Einf\u00fchrung des Ethikunterrichts an den Schulen. Dadurch soll die Sozialisation in die westliche Gesellschaft gef\u00f6rdert werden, indem von Kindesbein an westliche Wertvorstellungen vermittelt werden. Dass sich viele Muslime bereits von Haus aus nur geringf\u00fcgig mit den Grundlagen des Islam und den zu praktizierenden Rechtsspr\u00fcchen auskennen, tut sein \u00dcbriges.<br>Das widerspr\u00fcchliche Verhalten vieler Muslime ist also dadurch zu erkl\u00e4ren, dass neben der eigenen Glaubens\u00fcberzeugung auch das hiesige System den Menschen beeinflusst. So vermittelt es durch Bildungsinstitute, Medien und das angewandte Rechtssystem seine eigenen Ma\u00dfst\u00e4be und Ideen, welche den Menschen formen. Doch gerade weil diese westlichen Werte im deutlichen Widerspruch zum Islam stehen, werden die Muslime zwangsl\u00e4ufig mit der Frage der eigenen Identit\u00e4t konfrontiert. Denn die Identit\u00e4t ist das Bewusstsein eines Menschen um die Wesenheit seiner Selbst, die ihn in seiner individuellen oder kollektiven Eigenschaft von anderen unterscheidet. Ist dieses Bewusstsein widerspr\u00fcchlich, kann sich keine einheitliche Identit\u00e4t herausbilden.<br>Der scheinbar von Toleranz durchdrungene Westen, interessiert an der Homogenit\u00e4t der eigenen Gesellschaft, f\u00fchrt gegenw\u00e4rtig einen gnadenlosen Feldzug gegen alles, was mit dem Islam in Verbindung steht. Sein Ziel besteht dabei darin, die Muslime dazu zu bewegen, ihre eigenen Werte und Konzeptionen aufzugeben, sodass sie sich dem Kapitalismus vollends unterwerfen.<br>Dieser internationale Krieg gegen den Islam wird seit dem 11. September 2001 besonders intensiv gef\u00fchrt. Der damalige US-Pr\u00e4sident George W. Bush sagte am 16. September 2001 vor dem Wei\u00dfen Haus: &#8222;Dieser Kreuzzug, dieser Krieg gegen den Terrorismus, wird Zeit in Anspruch nehmen.&#8220; Dass mit dem Terrorismus in diesem Kontext der Islam gemeint ist, d\u00fcrfte mehr als zehn Jahre nach dem Beginn des modernen Kreuzzuges allen Zweiflern und Gutgl\u00e4ubigen klar sein. Auch die damalige Au\u00dfenministerin Condoleezza Rice nahm bei ihren Ausf\u00fchrungen kein Blatt vor den Mund. In ihrer Rede vor dem Ausw\u00e4rtigen Ausschuss des Senats sprach sie offen von einem ideologischen Kampf: &#8222;Wir sind in einem langfristigen Kampf gegen die Ideologie von Hass, Terror und Hoffnungslosigkeit.&#8220; Dieser Kampf gegen die islamische Aqida und die Scharia ist unter dem Deckmantel der Terrorbek\u00e4mpfung seit dem 11. September 2001 in vollem Gange und h\u00e4lt bis zum heutigen Tage an.<br>Am deutlichsten \u00e4u\u00dfert sich der besagte Kampf in Form der Kriege in Afghanistan und im Irak. Doch auch auf ideologischer Ebene zeigte sich der Westen gewohnt aggressiv: Am 30. September 2005 ver\u00f6ffentlichte die d\u00e4nische Tageszeitung Jyllands-Posten unter dem Titel \u201eDas Gesicht Mohammeds&#8220; eine Serie von zw\u00f6lf Karikaturen, was umgehend zu heftigen Unruhen und Protesten in der islamischen Welt f\u00fchrte. Die daraufhin im Westen gef\u00fchrte Diskussion \u00fcber die Meinungs- und Pressefreiheit endete mit der Forderung des Westens, dass eben diese Freiheiten unbedingt respektiert werden m\u00fcssten. Die Karikaturisten h\u00e4tten lediglich von diesen Freiheiten Gebraucht gemacht \u2013 und das sei auch ihr gutes Recht! Der Zweck dieser beleidigenden Angriffe auf die islamische Glaubens\u00fcberzeugung lag darin, die kulturelle \u00dcberlegenheit des Westens gegen\u00fcber den islamischen Werten zu propagieren. Auch die j\u00fcngsten Verunglimpfungen des Propheten (s.) zeigen einmal mehr, dass der Kampf auch auf dieser Ebene konsequent weitergef\u00fchrt wird.<br>In Deutschland hat die Bundesregierung erstmals am 26. September 2006 eine deutsche Islam-Konferenz ins Leben gerufen. Insofern wird auch in Deutschland seit Beginn dieser Konferenz der politische Kampf gegen den Islam intensiver gef\u00fchrt. \u00dcber die Ziele der Bundesregierung gibt eine im Juli 2011 ver\u00f6ffentlichte Studie des Bundesinnenministeriums Aufschluss. So hei\u00dft es darin: \u201eIm Zentrum der Untersuchungen stand die Frage nach dem Ausma\u00df und den Ursachen radikaler Einstellungen und Verhaltensweisen junger Muslime in Deutschland. Die Ergebnisse der Studie best\u00e4tigen insgesamt, dass es nach wie vor notwendig ist, gesellschaftliche Initiativen und Ma\u00dfnahmen zu realisieren, die den Aufbau einer positiven bikulturellen Identit\u00e4t der Muslime erleichtern, um auf diese Weise islamistischen Radikalisierungsprozessen vorzubeugen und Integrationsprozesse zu bef\u00f6rdern.&#8220; Somit wird deutlich, dass das Bestreben Deutschlands darin besteht, die islamische Identit\u00e4t durch die eigene zu ersetzen.<br>Seit neuestem wird nun auch die Praxis der Beschneidung \u00f6ffentlich angegriffen. In einem Urteil des K\u00f6lner Landgerichts vom 7. Mai 2012 wurde diese als K\u00f6rperverletzung gewertet. Die Bundesregierung hat hingegen nach dem Urteil eine rechtliche Klarstellung angek\u00fcndigt. Die Bundeskanzlerin sagte diesbez\u00fcglich: &#8222;Ich will nicht, dass Deutschland das einzige Land auf der Welt ist, in dem Juden nicht ihre Riten aus\u00fcben k\u00f6nnen. Wir machen uns ja sonst zur Komiker-Nation.&#8220; Gegenw\u00e4rtig befindet sich ein neues Gesetz zur Beschneidung im Gesetzgebungsverfahren. Diese Initiative ist dem Umstand geschuldet, dass das besagte Gerichtsurteil auch ein Verbot f\u00fcr die Juden zur Folge h\u00e4tte. Es war politisch somit unumg\u00e4nglich, eine rechtliche Klarstellung herbeizuf\u00fchren, da es die deutsche Staatsr\u00e4son selbstverst\u00e4ndlich nicht zul\u00e4sst, solch strenge Ma\u00dfnahmen gegen Juden durchzuf\u00fchren. Ohnehin schien das Verbot eher f\u00fcr die Muslime gedacht gewesen zu sein, schlie\u00dflich wurde das Urteil im Rahmen eines Sachverhalts gef\u00e4llt, der einen muslimischen Jungen betraf.<br>Ein weiterer Angriff auf den Islam stellt das Erschweren des Sch\u00e4chtens dar. Nachdem das Bundesverfassungsgericht am 15. Januar 2002 noch zugunsten eines muslimischen Metzgers entschied, wurde der Tierschutz zum Staatsziel erkl\u00e4rt und im Mai 2002 im Grundgesetz verankert. Damit wurde dem Tierschutz Verfassungsrang einger\u00e4umt. Aus der Grundgesetz\u00e4nderung resultierte eine strenge Genehmigungspraxis f\u00fcr das Sch\u00e4chten, die wiederum zu erneuten Klagen f\u00fchrte. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschied im November 2006, dass trotz der Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz Religionsvertretern eine Ausnahmegenehmigung zum Sch\u00e4chten erteilt werden m\u00fcsse. Daraufhin brachten die Bundesl\u00e4nder Hessen und Schleswig-Holstein im Jahr 2007 eine Gesetzesinitiative zur \u00c4nderung des Tierschutzgesetzes auf den Weg, die auf eine weitere Versch\u00e4rfung der Sch\u00e4chtungsbedingungen abzielte, um dem Tierschutz vermehrt Rechnung zu tragen. Das Sch\u00e4chten wird durch diese juristischen Spielereien f\u00fcr Muslime eindeutig erschwert.<br>Allein durch diese Beispiele wird deutlich, dass in den westlichen L\u00e4ndern der Islam, seine Aqida, seine Kultur und seine Rechtsspr\u00fcche zunehmend diskreditiert, verspottet und aktiv durch Verbote systematisch bek\u00e4mpft werden. Den Muslimen muss bewusst werden, dass diese Angriffe auf den Islam einen schweren Schlag gegen ihre Identit\u00e4t bedeuten. Daher gilt es umso mehr, sich seiner islamischen Identit\u00e4t bewusst zu werden, auf dass die Muslime nicht das Diesseits und das Jenseits verlieren.<br>Es sprach der Gesandte Allahs (s.):<br><strong>\u201eEs wird eine Zeit \u00fcber die Menschen hereinbrechen, in der jener, der standhaft am Islam festh\u00e4lt, so sein wird, als ob er gl\u00fchende Kohle in H\u00e4nden h\u00e4lt.&#8220;<\/strong><br>In einem weiteren Hadith von Al-Hakim \u00fcber Ibn Umar tradiert hei\u00dft es:<br><strong>\u201eEs werden Versuchungen \u00fcber meine Umma hereinbrechen, so schwarz wie die finsterste Nacht. In ihnen wird ein Mann am Morgen noch gl\u00e4ubig und am Abend schon ungl\u00e4ubig sein. Er wird am Abend noch gl\u00e4ubig und am Morgen schon ungl\u00e4ubig sein. Leute werden ihren D\u012bn f\u00fcr wenige irdische G\u00fcter verkaufen.&#8220;<\/strong><br>Wenden sich die Muslime dem Islam ernsthaft zu, so werden sie sich nicht nur ihrer wahren Identit\u00e4t bewusst. Sie werden dar\u00fcber hinaus zu stolzen Verk\u00fcndern der islamischen Botschaft und zu den besten und ehrenvollsten Menschen auf Erden \u00fcberhaupt.<br>So spricht der Erhabene (s.w.t.) im Koran:<br><strong>\u201eUnd wer ist besser in der Rede als einer, der zu Allah ruft, Gutes tut und spricht:<\/strong><br><strong>Ich bin einer der Gottergebenen.&#8220;<\/strong> (Sure 41, Vers 33)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Muslime befinden sich gegenw\u00e4rtig in einem starken Identit\u00e4tsdilemma. Es besteht darin, dass sie zum einen nach der islamischen Aqida und der Gesetzgebung Allahs (s.w.t.) leben wollen, zum anderen sehen sie sich aber mit einer Gesellschaftsordnung konfrontiert, die nach der kapitalistischen Ideologie funktioniert.<\/p>\n","protected":false},"author":51,"featured_media":2846,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[1231,1330],"class_list":["post-9752","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-konzeptionen","tag-identitaet","tag-islamische-identitaet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9752","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/51"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9752"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9752\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2846"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9752"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9752"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9752"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}