{"id":9749,"date":"2013-04-16T00:00:00","date_gmt":"2013-04-16T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9749"},"modified":"2013-04-16T00:00:00","modified_gmt":"2013-04-16T00:00:00","slug":"das-streben-nach-glueck-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9749","title":{"rendered":"Das Streben nach Gl\u00fcck \u2013 Teil 2"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Der Genuss (al-ladha)<\/strong><br><strong>Die Natur des Genusses<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Der Genuss (al-ladha) ist ein Gef\u00fchl, dass der Mensch durch die Wahrnehmung eines ganz bestimmten Umstandes versp\u00fcrt. Sie \u00e4u\u00dfert sich in einem Reiz, welcher, angeregt durch seine Umwelt, einen oder mehrere seiner Instinkte und organischen Bed\u00fcrfnisse befriedigt. Diese Befriedigung bewirkt ein angenehmes Gef\u00fchl bzw. Wohlbefinden, das jedoch allm\u00e4hlich abklingt. So kommt im Menschen beispielsweise der Wunsch auf, sich ein sch\u00f6nes Auto zu kaufen, eine Frau zu heiraten oder andere Ziele zu realisieren. Verwirklicht der Mensch nun seinen Wunsch, erfreut er sich dessen einer kurzen Zeit. Dieses Gef\u00fchl nimmt jedoch langsam ab und \u00fcbrig bleiben unter Umst\u00e4nden blo\u00df die sch\u00f6nen Erinnerungen \u00fcber die vergangene Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br><strong>Die Gefahren des Genusses<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Der Mensch nimmt einen steinigen Weg auf sich, um sich seine W\u00fcnsche zu verwirklichen. Nachdem jedoch die Freude \u00fcber die Verwirklichung und der Genuss abnehmen, setzt eine innere Leere ein. Er versucht diese mit der Verwirklichung neuer W\u00fcnsche zu kompensieren. Um eine m\u00f6glichst wirkungsvolle Kompensation zu erzielen, w\u00e4hlt er einen Reiz, der in seiner Art noch intensiver ist und unter Umst\u00e4nden immer weiter ins Extreme f\u00fchrt. So sind die westlichen Gesellschaften von \u00dcberreizung und Exzessen gepr\u00e4gt. Gem\u00e4\u00df dem altbekannten Motto \u201eSex, Drugs and Rock\u00b4n Roll&#8220; st\u00fcrzt sich das Individuum von einem \u00dcbel ins N\u00e4chste. Der Mensch versucht, die immer wiederkehrende Leere durch verschiedene Gen\u00fcsse, insbesondere durch intime Beziehungen zum anderen Geschlecht, zu kompensieren. Jedoch f\u00fchrt die daraus resultierende Lebensweise dazu, dass Kinder nicht mehr wissen, wer ihre eigentlichen V\u00e4ter sind, Ehem\u00e4nner ihren Frauen nicht mehr trauen und dadurch die von den Europ\u00e4ern einst als \u201eheiliger Bund&#8220; beschriebene Ehe ihren Wert verliert. Eine hochgradig individualistische Gesellschaft, gepr\u00e4gt von Egoisten, welche bei der st\u00e4ndigen Jagd nach dem n\u00e4chsten emotionalen Hochgef\u00fchl nur ihr eigenes Wohlbefinden betrachten, ist die nat\u00fcrliche Folge solcher Vorstellungen. Anstatt sich um die Bed\u00fcrfnisse der Mitmenschen zu k\u00fcmmern, werden die Ellenbogen ausgefahren, da es ja darum gehe, selbst den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Genuss zu erlangen. Das Sprichwort \u201eund nach mir die Sintflut&#8220; ist eine treffliche Beschreibung dieses bemitleidenswerten Zustandes. So verwundert es auch nicht, dass Werte wie Selbstlosigkeit, Bescheidenheit oder Zur\u00fcckhaltung ihren Glanz verloren haben und sogar mit Schw\u00e4che und Naivit\u00e4t in Verbindung gebracht werden. Auch Suizidversuche, Drogenabh\u00e4ngigkeit, Spielsucht, Prostitution und allerlei sexuelle Perversionen sind Fr\u00fcchte der Glorifizierung des Genussgef\u00fchls.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br><strong>Die Verg\u00e4nglichkeit des Genusses<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Die Erkenntnis \u00fcber die Verg\u00e4nglichkeit der Gen\u00fcsse des diesseitigen Lebens veranschaulicht uns Allah s.w.t. in etlichen Versen im Qur&#8217;an. So sagt Er s.w.t. beispielsweise:<br><strong>\u201eDas Gleichnis des irdischen Lebens ist nur wie das Wasser, das Wir aus den Wolken herab senden, damit vermischen sich dann die Gew\u00e4chse der Erde, wovon Mensch und Vieh sich n\u00e4hren, bis zu ihr &#8211; wenn die Erde ihren Prunk angelegt und sich sch\u00f6n geschm\u00fcckt hat und ihre Bewohner glauben, sie h\u00e4tten Macht \u00fcber sie &#8211; Unser Befehl in der Nacht oder am Tage kommt und Wir sie zu einem niedergem\u00e4hten Acker machen, als w\u00e4re sie nicht am Tage zuvor gediehen. So machen Wir die Zeichen f\u00fcr die Leute klar, die nachdenken.&#8220;<\/strong> (Sure 10, Aya 24)<br>Die Verwirklichung der Gen\u00fcsse setzen in der Regel M\u00fchen und Anstrengungen voraus. Als Ergebnis folgt ein Hochgef\u00fchl, jedoch von nur kurzer Dauer. Allah s.w.t. beschreibt diese Wirklichkeit im Qur&#8217;an wie folgt:<br><strong>\u201eWisset, dass wahrlich das diesseitige Leben nur ein Spiel und ein Zeitvertreib ist und ein Prunk und Geprahle unter euch und ein Wettrennen um Vermehrung von Gut und Kindern. Es gleicht dem reichlichen Regen, dessen Pflanzenwuchs den S\u00e4ern gef\u00e4llt. Dann verdorrt er, und du siehst ihn vergilben, hierauf wird er br\u00fcchig. Und im Jenseits gibt es eine strenge Strafe, aber auch Vergebung von Allah und Wohlgefallen. Und das diesseitige Leben ist nur tr\u00fcgerischer Genuss.&#8220;<\/strong> (Sure 57, Aya 20)<br>Ferner wird der Mensch \u00fcber die Gen\u00fcsse des Diesseits bei Allah s.w.t. am Tag der Abrechnung Rechenschaft ablegen m\u00fcssen. Schlie\u00dflich trifft er f\u00fcr jede Bed\u00fcrfnisbefriedigung eine Entscheidung, auf Grundlage derer er zur Rechenschaft gezogen wird. So wird von Mu&#8217;adh ibn Jabal \u00fcberliefert, dass der Gesandte Allahs s. sprach: <strong>\u201eDer Sohn Adams wird vor Allah s.w.t. gebracht und muss Antwort auf vier Fragen geben: \u00dcber seine Lebenszeit \u2013 womit er sie verbracht hat, \u00fcber seine Jugend \u2013 wof\u00fcr er sie genutzt hat, \u00fcber sein Besitz \u2013 woher er es hat und wof\u00fcr er es ausgab, \u00fcber sein Wissen \u2013 was er damit angestellt hat.&#8220;<\/strong> (Tabarani)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br><strong>Die Gen\u00fcsse des Diesseits und der korrekte Umgang mit ihnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Die Quintessenz des Genusses im Diesseits (Dunya) \u00e4u\u00dfert sich in drei wesentlichen Bestandteilen: Geld, Gesundheit und Zeit. Dem Muslim sollte bewusst sein, dass er seine Lebensenergie nicht g\u00e4nzlich in die Verwirklichung dieser Gen\u00fcsse investieren sollte. Denn einerseits muss der Muslim stets auf der Hut sein, den Reizen des Diesseits (Dunya) nicht zu erliegen, indem er &#8211; von diesen \u00fcbermannt &#8211; das vermeintliche Gl\u00fcck vergeblich im diesseitigen Leben sucht. Andererseits darf er das diesseitige Leben auch nicht vernachl\u00e4ssigen und zum Asketen werden. Denn Allah s.w.t. gebietet den Menschen, die den Iman verinnerlicht haben, ihre Statthalterschaft auf Erden anzutreten und anschlie\u00dfend diese Dunya zu besiedeln und zu gestalten. Allah s.w.t. sagt:<br><strong>&#8222;Verhei\u00dfen hat Allah denen, die von euch glauben und gute Werke tun, dass ER sie gewiss zu Nachfolgern auf Erden machen wird. [&#8230;]&#8220;<\/strong> (Sure 24, Aya 55)<br>Auch sagt Er s.w.t.:<br><strong>\u201eER hat euch aus der Erde hervorgebracht und lie\u00df euch darauf ansiedeln. So erfleht Seine Vergebung, dann bekehrt euch zu Ihm. [&#8230;]&#8220;<\/strong> (Sure 11, Aya 61)<br>Das Verst\u00e4ndnis der hier erw\u00e4hnten Worte <strong>\u201eund lie\u00df euch darauf ansiedeln&#8220;<\/strong> (ista&#8217;marakum fiha) deuten Exegeten wie at-Tabari als \u201ezivilisieren&#8220; bzw. \u201edie Erde zu erforschen und zu bebauen&#8220;. Daraus wird ersichtlich, dass der Islam keineswegs die Reize des Diesseits (Dunya) verboten hat. Diesbez\u00fcglich sagt Allah s.w.t. im Qur&#8217;an:<br><strong>\u201eSprich: &#8222;Wer hat die sch\u00f6nen Dinge Allahs verboten, die Er f\u00fcr Seine Diener hervorgebracht hat und die guten Dinge der Versorgung? [&#8230;]&#8220;<\/strong> (Sure 7, Aya 32)<br>Dem Menschen wird durch die Offenbarung bewusst gemacht, welchen Stellenwert das Diesseits in seinem Leben einnehmen soll. Er hat sie als Mittel zum Zweck zu nutzen und sich ihrer anzunehmen. Er isst, trinkt und heiratet gem\u00e4\u00df den Gesetzen Allahs s.w.t. und wendet sich nicht von der Dunya ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Genuss (al-ladha) ist ein Gef\u00fchl, dass der Mensch durch die Wahrnehmung eines ganz bestimmten Umstandes versp\u00fcrt. Sie \u00e4u\u00dfert sich in einem Reiz, welcher, angeregt durch seine Umwelt, einen oder mehrere seiner Instinkte und organischen Bed\u00fcrfnisse befriedigt. Diese Befriedigung bewirkt ein angenehmes Gef\u00fchl bzw. Wohlbefinden, das jedoch allm\u00e4hlich abklingt. 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