{"id":9714,"date":"2012-04-19T00:00:00","date_gmt":"2012-04-19T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9714"},"modified":"2012-04-19T00:00:00","modified_gmt":"2012-04-19T00:00:00","slug":"ihr-glaubt-an-ihn-ehe-ich-es-euch-erlaubte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9714","title":{"rendered":"&#8222;Ihr glaubt an ihn, ehe ich es euch erlaubte?&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allah (t.) sagt in Sure Al-A&#8217;raf:<br><strong>&#8222;Und die Zauberer trieb es, in Anbetung niederzufallen. Sie sprachen: &#8222;Wir glauben an den Herrn der Welten, den Herrn von Moses und Aaron.&#8220; Da sprach Pharao: &#8222;Ihr glaubt an ihn, ehe ich es euch erlaubte? Gewiss, das ist eine List, die ihr in der Stadt ersonnen habt, um ihre Bewohner daraus zu vertreiben; doch ihr sollt es bald erfahren.&#8220;<\/strong> (Sura Al-A&#8217;raf 7, Aya 122-123)<br>Diese Verse nehmen auf eine Begebenheit Bezug, die sich zur Zeit des Propheten Moses (a.) im Rahmen der Verk\u00fcndung der g\u00f6ttlichen Botschaft in \u00c4gypten ereignete. Nichtsdestotrotz ist die Aussagekraft dieser Verse zeitlos. Gerade heute erhalten sie eine besondere Bedeutung. Der Prophet Moses (a.) wurde von Allah zum Pharao gesandt, um ihn und sein Volk zum Glauben Allahs aufzurufen. F\u00fcr den Pharao, dem damaligen tyrannischen Regenten \u00c4gyptens, war es v\u00f6llig inakzeptabel, diesen Glauben anzunehmen und neben seiner eigenen Person, die er f\u00fcr g\u00f6ttlich hielt, einen anderen Gott anzuerkennen. Daher forderte er Moses dazu auf, einen Beweis f\u00fcr seine Behauptung, er sei ein Gesandter Gottes, zu erbringen:<br><strong>&#8222;Er [Pharao] sprach: &#8222;Wenn du wirklich mit einem Zeichen gekommen bist, so weise es vor, wenn du zu den Wahrhaftigen geh\u00f6rst.&#8220;<\/strong> (Sura Al-A&#8217;raf 7, Aya 106).<br>Ebenso wie die \u00fcbrigen Propheten vor und nach ihm wurde auch Moses (a.) mit einem besonderen Wunder an die Menschen entsandt, um die Gesandtschaft des Propheten und seine g\u00f6ttliche Botschaft mit einem eindeutigen Beweis zu best\u00e4tigen. Die Wirkung des jeweiligen Wunders erhielt zus\u00e4tzlich dadurch Nachdruck und St\u00e4rke, indem es das Volk, zu dem ein Prophet geschickt wurde, in einem Bereich herausforderte, in welchem es eine besondere F\u00e4higkeit erlangt hatte und darin besonders bewandert war. Es galt als Herausforderung an die Menschen, dieses Wunder zu widerlegen bzw. zu \u00fcbertreffen. Die Menschen sollten aufgrund ihres Unverm\u00f6gens erkennen, dass es g\u00f6ttlichen Ursprungs ist, und damit einsehen, dass die an sie gesandte Botschaft von Allah (t.) stammt. So galt beispielsweise die Heilkunst zur der Zeit des Propheten Jesus (a.) als besonderes Geschick. Er forderte mit seinem Wunder die Menschen auf einem Gebiet heraus, auf dem sie gro\u00dfes Wissen besa\u00dfen.<br><strong>&#8222;[&#8230;] und ich heile den Blindgeborenen und den Auss\u00e4tzigen und mache die Toten mit Allahs Erlaubnis lebendig [&#8230;]&#8220;<\/strong> (Sura Ali Imran 3, Aya 49)<br>Und dies vermochten die Mediziner trotz ihres weiten Wissens auf diesem Felde nicht. Das Wunder, mit dem der Gesandte Muhammad (s.) geschickt wurde, ist der Koran, was sich in seiner sprachlichen Vollkommenheit widerspiegelt. Er wurde in einer Zeit herabgesandt, in welcher die Araber ihre Sprache meisterhaft beherrschten. Dennoch waren sie nicht imstande, die Herausforderung anzunehmen und etwas hervorzubringen, das dem Koran gleichk\u00e4me, obwohl sie mehrfach dazu aufgefordert wurden.<br>Im Falle des Gesandten Moses (a.) bestand das besondere Talent der Menschen in der Zauberkunst. Der Regent ging davon aus, dass ein von ihm geforderter Beweis nicht erbracht werden konnte, der das Prophetentum Moses&#8216; (a.) best\u00e4tigen sollte. Doch er wurde eines Besseren belehrt, und Moses war mit Allahs Hilfe imstande, vor den Augen des Pharaos die Wunder zu vollbringen:<br><strong>&#8222;Da warf er seinen Stock nieder, und da war dieser auf einmal eine leibhaftige Schlange. Dann zog er seine Hand heraus, und da sah sie auf einmal f\u00fcr die Zuschauer wei\u00df aus.&#8220;<\/strong> (Sura Al-A&#8217;raf 7, Aya 107-108)<br>Unbeeindruckt hielt der Pharao diesen Vorgang f\u00fcr einen Zauber, der seiner Meinung nach durch die Zauberer seines Landes leicht \u00fcbertroffen werden konnte, wodurch der Beweis Moses&#8216; entkr\u00e4ftet w\u00e4re. Es war Allahs Wille, dass dieser &#8222;Wettstreit&#8220; zwischen Moses und den Zauberern nicht an irgendeinem Tag stattfand, sondern an einem besonderen Festtag, der allj\u00e4hrlich vom Volk des Pharaos begangen wurde:<br><strong>&#8222;Er [Moses] sagte: &#8222;Eurer Termin sei der Tag des Festes, und veranlasse, dass sich die Leute bereits am Vormittag versammeln.&#8220;<\/strong> (Sura Taha 20, Aya 59)<br>Nicht umsonst wurde gerade dieser Tag gew\u00e4hlt, denn damit w\u00e4re der Regent vor einer besonders gro\u00dfen Menschenmenge blo\u00dfgestellt. Diese Begegnung brachte die Wahrheit ans Licht, und es wurde offensichtlich, dass das Zeichen Moses&#8216; ein Wunder war, mit dem Allah ihn ausgestattet hatte:<br><strong>&#8222;Er [Moses] sagte: &#8222;Ihr sollt werfen!&#8216; Und als sie geworfen hatten, bezauberten sie die Augen der Leute und versetzten sie in Furcht und brachten einen gewaltigen Zauber hervor. Und Wir offenbarten Moses: &#8222;Wirf deinen Stock!&#8220; Und siehe, er verschlang alles, was sie an Trug hervorgebracht hatten.&#8220;<\/strong> (Sura Al-A&#8217;raf 7, Aya 116-117).<br>Die Zauberer ihrerseits mussten sich geschlagen geben, und sie erkannten nun, dass das, was Moses vollbrachte, kein \u00fcblicher Zauber war, sondern durch Gottes Hand bewirkt wurde. Als Konsequenz daraus bekannten sie sich zum verk\u00fcndeten Glauben, lie\u00dfen sich in Anbetung zu Allah niederfallen und sprachen:<br><strong>&#8222;Wir glauben an den Herrn der Welten, den Herrn von Moses und Aaron.&#8220;<\/strong> (Al-A&#8217;raf 7, Aya 122)<br>Der Pharao konnte diesen Ablauf nicht fassen. Die Zauberer, die er zur Entkr\u00e4ftung der Beweise Moses&#8216; und als Zeugen gegen ihn herbeigerufen hatte, wurden nun zu Zeugen f\u00fcr seine Wahrhaftigkeit und sein Prophetentum. Ihnen war es nicht m\u00f6glich, der Herausforderung standzuhalten und so mussten sie kapitulieren und einr\u00e4umen, dass er die Wahrheit sprach. Allerdings wollte der Pharao das Resultat dieser Begegnung nicht anerkennen. Sein Hochmut und seine Sturheit lie\u00dfen ihn auf seinen Unglauben beharren, und er widersetzte sich der zuvor getroffenen Abmachung. Er wurde zornig \u00fcber die &#8222;Frechheit&#8220; der Zauberer, die sich die Freiheit genommen hatten, ohne seine Erlaubnis zu glauben:<br><strong>&#8222;Da sprach Pharao: &#8222;Ihr glaubt an ihn, ehe ich es euch erlaubte.&#8220;<\/strong> (Al-A&#8217;raf 7, Aya 123)<br>Demnach sollten sich die Zauberer zuvor die Genehmigung des Pharaos einholen, bevor sie an Allah und Seinen Gesandten glauben durften. Schlie\u00dflich kam es zur Verleumdung, in welcher der Pharao Moses (a.) und die nun gl\u00e4ubigen Zauberer der Verschw\u00f6rung gegen das Land bezichtigte. Sie w\u00fcrden gegen die Menschen \u00fcbles im Schilde f\u00fchren, um die Bev\u00f6lkerung in Angst und Schrecken zu versetzen, das Land zu zerst\u00f6ren, um sie damit zur Flucht zu veranlassen:<br><strong>&#8222;Gewiss, das ist eine List, die ihr in der Stadt ersonnen habt, um ihre Bewohner daraus zu vertreiben [&#8230;]&#8220;<\/strong> (Al-A&#8217;raf, Aya 7)<br>Anders ausgedr\u00fcckt: Sie, die nichts anderes getan hatten als an den Gesandten Moses (a.) und an seine Botschaft zu glauben, wurden nun verd\u00e4chtigt, mit Terror gegen die Bev\u00f6lkerung vorzugehen, um damit eine Massenpanik unter den Menschen auszul\u00f6sen.<br>Diese Koranverse gewinnen gerade in der heutigen Zeit und besonders nach den Ereignissen des 11. September einen \u00e4u\u00dferst aktuellen Bezug. Auch heutige Staatsoberh\u00e4upter &#8211; die &#8222;Pharaonen&#8220; unserer Zeit &#8211; verleumden die gl\u00e4ubigen Muslime, die nicht mehr tun als an ihrer Religion festzuhalten, das Rechte zu gebieten und das Unrecht anzuprangern, die Herrscher zur Rechenschaft zu ziehen und sich um die Belange der Muslime zu k\u00fcmmern. Man wirft ihnen vor, Angst und Schrecken unter der Bev\u00f6lkerung verbreiten zu wollen.<br>Diese Koranverse geben in genereller Form den Standpunkt unrechtm\u00e4\u00dfiger Tyrannen wieder, die mit etwas anderem als dem g\u00f6ttlichen Gesetz regieren. Dabei ist es unerheblich, ob sich Namen, Zeiten oder Orte \u00e4ndern. Ihre Gemeinsamkeit liegt in der \u00fcblichen Praxis, Menschen mundtot machen zu wollen, zu \u00fcberwachen und zu verfolgen, wenn sie die Wahrheit sprechen und zum Glauben an Allah aufrufen. Die Menschen sollen geradezu dazu gen\u00f6tigt werden, sich die Genehmigung der Regenten einzuholen, bevor sie auf die Idee kommen, zu glauben. Sie sollen nur unter den Bedingungen ihrer Herrscher glauben. Ansonsten laufen sie Gefahr, der Verschw\u00f6rung und des Terrorismus bezichtigt zu werden.<br>Der Glaube an Allah, den die Herrscher so sehr f\u00fcrchten und durch L\u00fcgen zu unterdr\u00fccken versuchen, vermag tiefe Ver\u00e4nderungen in den Menschen zu bewirken. Eine solche hat sich auch bei den Zauberern in ihrer Haltung zum Pharao vollzogen. Ihre einzige Sorge galt anfangs der Verg\u00fctung ihrer Bem\u00fchungen, als sie vom Pharao herbeigerufen wurden, um das Handeln Moses&#8216; als Zauber zu entlarven und seine Beweise zu entkr\u00e4ften:<br><strong>&#8222;Und die Zauberer kamen zu Pharao und sprachen: &#8222;Uns wird doch gewiss eine Belohnung zuteil, wenn wir siegen?&#8216; Er sprach: &#8222;Jawohl, und ihr sollt zu den N\u00e4chsten von uns geh\u00f6ren.'&#8220;<\/strong> (Al-A&#8217;raf 7, Aya 114)<br>Dies war ihre Einstellung als Ungl\u00e4ubige. Nachdem sie jedoch von Moses (a.) \u00fcberzeugt wurden und den Glauben annahmen, \u00e4nderte sich ihre Haltung fundamental. Der materielle Lohn bedeutete ihnen nichts mehr. Sie f\u00fcrchteten nicht einmal mehr die Drohungen und Schikanen des Pharaos, obwohl er ihnen mit h\u00e4rtester Folter drohte:<br><strong>&#8222;Wahrhaftig will ich euch darum die H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe wechselweise abhacken lassen, und wahrhaftig will ich euch an den St\u00e4mmen der Palmen kreuzigen lassen, dann werdet ihr bestimmt erfahren, wer von uns strenger und nachhaltiger im Strafen ist.&#8220;<\/strong> (Taha 20, Aya 71)<br>Diese Androhung bewirkte jedoch genau das Gegenteil, denn es st\u00e4rkte sie in ihrer \u00dcberzeugung und in ihrem Glauben, wie aus ihrer Erwiderung zu h\u00f6ren ist:<br><strong>&#8222;Gebiete, was du gebieten magst: du kannst ja doch nur \u00fcber dieses irdische Leben gebieten.&#8220;<\/strong> (Taha 20, Aya 72)<br>Der Wandel in ihrer Haltung kann deutlicher nicht sein: Zun\u00e4chst war ihnen nichts wichtiger als ein geringf\u00fcgiger Lohn. Doch nach ihrer \u00dcberzeugung von der Botschaft Moses&#8216; (a.) hatten irdische G\u00fcter in ihren Augen pl\u00f6tzlich jegliche Bedeutung verloren. Sie strebten einzig und allein nach dem Wohlgefallen Allahs. Eine solch sp\u00fcrbare Wirkung \u00fcbt die Glaubens\u00fcberzeugung auf die Denk- und Handlungsweise des Menschen aus. Dem sollten sich die Tr\u00e4ger des Islam vollkommen bewusst sein und \u00fcber die Angriffe und Diffamierungen, denen sie tagt\u00e4glich ausgesetzt sind, erhaben sein. Sie sollten sich durch die Anschuldigungen ihrer Gegner, Extremisten und Terroristen zu sein, nicht entmutigen lassen. Denn diese Verleumdungen und Diffamierungen sind nicht neu. Sie werden von alten wie von neuen &#8222;Pharaonen&#8220; verwendet, die damit nur ihre Unf\u00e4higkeit zum Ausdruck bringen, einen vern\u00fcnftigen Gegenbeweis zu liefern, der stark genug w\u00e4re, die klaren Beweise f\u00fcr den Glauben zu entkr\u00e4ften.<br>Allah (t.) sagt:<br><strong>&#8222;Allah aber will, dass die Wahrheit durch Seine Worte vollbracht und der R\u00fcckhalt der Ungl\u00e4ubigen durchbrochen werde.&#8220;<\/strong> (Al-Anfal 8; Aya 7)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allah (t.) sagt in Sure Al-A&#8217;raf: &#8222;Und die Zauberer trieb es, in Anbetung niederzufallen. Sie sprachen: &#8222;Wir glauben an den Herrn der Welten, den Herrn von Moses und Aaron.&#8220; Da sprach Pharao: &#8222;Ihr glaubt an ihn, ehe ich es euch erlaubte? 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