{"id":9702,"date":"2012-09-13T00:00:00","date_gmt":"2012-09-12T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9702"},"modified":"2012-09-13T00:00:00","modified_gmt":"2012-09-12T22:00:00","slug":"die-kleiderordnung-der-muslimischen-frau-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9702","title":{"rendered":"Die Kleiderordnung der muslimischen Frau &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Qur&#8217;an und Sunna sind die Hauptquellen des islamischen Rechts. Der Qur&#8217;an beinhaltet etwa 500 Verse, die das islamische Recht betreffen. Die Sunna ist die Gesamtheit der Ausspr\u00fcche, Taten und (stillschweigender) Zustimmungen des Propheten Muhammad (s.a.s.). Sie ist ebenfalls Teil der Offenbarung und darf keinesfalls als die Meinung des Gesandten (s.a.s.) betrachtet werden. Dar\u00fcber hinaus existieren noch weitere Quellen, die aus den beiden genannten Quellen hervorgehen, wie z.B. der Ijma (Konsens der Gef\u00e4hrten) und der Qiyas (Analogieschluss). Es gibt noch weitere Rechtsquellen, die jedoch umstritten und im Rahmen dieser Abhandlung nicht von Bedeutung sind.<br>Das islamische Recht regelt das Leben des Individuums und sein Verh\u00e4ltnis zu anderen Menschen in umfassender Weise. Einen Teilbereich stellt die Kleidungsordnung dar. Diese regelt sowohl die Kleidungsvorschriften f\u00fcr M\u00e4nner als auch f\u00fcr Frauen. Beispielsweise m\u00fcssen M\u00e4nner bestimmte Bereiche ihres K\u00f6rpers vor anderen Personen verdeckt halten, und ihnen ist es nicht erlaubt, Gold und Seide zu tragen. Gold und Seide stellen f\u00fcr die Frau hingegen kein Verbot dar. Jedoch sind sie genauso verpflichtet, bestimmte K\u00f6rperbereiche und ihre -kontouren zu verdecken, wenn sie sich au\u00dferhalb des Hauses befinden, indem sie ein Kopftuch bzw. Khimar und ein \u00e4u\u00dferes Gewand tragen, was f\u00fcr M\u00e4nner wiederum nicht gilt. Der Jilbab ist seit jeher Bestandteil der islamischen Kleidungsordnung.<br>Die Pflicht des Jilbab geht direkt aus dem Qur&#8217;an hervor. In Sura Al-ahzab wird der Gesandte (s.a.s.) darauf hingewiesen:<br><strong>&#8222;O Prophet! Sprich zu deinen Frauen und deinen T\u00f6chtern und zu den Frauen der Gl\u00e4ubigen, sie sollen ihre \u00dcbergew\u00e4nder reichlich \u00fcber sich ziehen. So ist es am ehesten gew\u00e4hrleistet, dass sie (dann) erkannt und nicht bel\u00e4stigt werden. Und Allah ist Allverzeihend, Barmherzig.&#8220;<\/strong> (Sura 33, Aya 59)<br>Die g\u00f6ttliche Weisheit hinter der Pflicht des Jilbab ist \u2013 wie in der Aya erw\u00e4hnt &#8211; die Gew\u00e4hrleistung einer schamhaften Bekleidung. Die Frau soll hierdurch vor Bel\u00e4stigungen skrupelloser Personen gesch\u00fctzt werden.<br>Die Pflicht des Jilbab geht auch aus der Sunnah des Propheten Muhammad (s.a.s.) hervor, welche die zweite islamische Rechtsquelle darstellt.<br>Umm Atiyya (r.a.) sagte: \u201eDer Gesandte befahl uns, sie (die Frauen) an (Eid) ul-Fitr und (Eid) ul-Adha herauszubringen und die heranwachsenden M\u00e4dchen, die menstruierenden Frauen und die Jungfrauen, doch die menstruierenden Frauen sollten sich vom Gebet fernhalten. Sie sollten die Vorz\u00fcglichkeit bezeugen und die Versammlung der Muslime. Ich fragte: \u201aO Gesandter Allahs, was ist, wenn eine von uns keinen Jilbab hat?&#8216; Er sagte: &#8222;Dann soll ihre Schwester ihr einen Jilbab leihen.&#8220; (Sahih Bukhari Buch 8\/347)<br>Und genau dieses Verst\u00e4ndnis von Jilbab hatten die Frauen w\u00e4hrend der Offenbarung der o. a. Ayat verinnerlicht und praktiziert, wie es auch die folgenden \u00dcberlieferungen implizieren:<br>Ein Bericht von Umm Salama (einer Frau des Propheten): &#8222;Als der Vers \u201a<strong>Sie sollen ihre \u00dcbergew\u00e4nder reichlich \u00fcber sich ziehen<\/strong>&#8218; offenbart wurde, schienen die Frauen der Ansar Kr\u00e4hen auf ihren K\u00f6pfen zu tragen, durch das Tragen der Jalabib (Plural von Jilbab).&#8220; (Sunan Abu Dawud 32\/409)<br>Ein Bericht von Aisha (r.a.): &#8222;Die Frau von Rifaa al-Qurazi kam zum Propheten w\u00e4hrend ich sa\u00df&#8230;und sie zeigte den Saum ihres Jilbabs.&#8220; (Sahih Bukhari Buch 72\/684)<br>Alle klassischen Gelehrten best\u00e4tigen die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des Jilbab. Lediglich in der Frage, ob das Gesicht verdeckt sein muss oder nicht, gibt es verschiedene Meinungen.<br>Ibn Jarir At-Tabari (gest. 310 nach Hijra): &#8222;Allah der Erhabene sagte zu seinem Propheten Muhammad: \u201aSag deinen Frauen und T\u00f6chtern und den Frauen der Gl\u00e4ubigen [&#8230;], dass sie ihre Jilbabs \u00fcber ihre K\u00f6rper ziehen sollen.'&#8220;<br>Al-Qurtubi (gest. 671 nach Hijra): &#8222;Jalabeeb ist die Pluralform von Jilbab und ist ein Gewand, l\u00e4nger als der Khimar (Kopftuch). Es ist von Ibn Abbas und Ibn Masud \u00fcberliefert, dass es ein Ridaa (langes Kleidungsst\u00fcck) ist. Es wird gesagt, dass es sich um einen Schleier handelt, jedoch ist die korrekte Meinung, dass es ein Gewand ist, welches den ganzen K\u00f6rper bedeckt. In Sahih Muslim wird von Umm Atiyyah berichtet, welche fragte: \u201aO Gesandter Gottes! Was ist mit jemandem, der keinen Jilbab hat?&#8220; Er sagte: \u201aSie soll sich dann einen ausleihen.'&#8220;<br>Fakhr ad-Din ar-Razi (gest. 606 nach der Hijra): &#8222;In der Zeit der Jahiliyya (vorislamische Zeit) sind die freien und versklavten Frauen unbedeckt in die \u00d6ffentlichkeit gegangen, und dadurch wurden sie mit der Absicht, Unzucht zu begehen, verfolgt, weshalb Vorw\u00fcrfe gegen sie erhoben wurden. Und aus diesem Grund hat Allah den freien Frauen den Jilbab als Pflicht auferlegt.&#8220;<br>Ibn Kathir(gest. 774 nach der Hijra): &#8222;Allah, der Allm\u00e4chtige, befiehlt seinem Gesandten Muhammad, dass er den gl\u00e4ubigen Frauen befehlen soll &#8211; besonders seinen Frauen und T\u00f6chtern &#8211; einen Jilbab zu tragen.&#8220;<br>In Safwat At-tafsir, einem modernen Werk von Ali as-Sabuni, welcher die bekanntesten Qur&#8217;an-Exegesen zusammentrug, hei\u00dft es, dass die 59. Aya der Sura Al-ahzab dem Propheten mitteilt, dass er den Frauen befehlen soll, ein breites \u00e4u\u00dferes Kleidungsst\u00fcck zu tragen. Dies ist ein Konsens hinsichtlich der Meinung traditioneller sunnitischer Gelehrten.<br>Diese Meinung beschr\u00e4nkt sich jedoch nicht nur auf Sunniten, sondern es ist auch die Meinung der Shiiten:<br>Al-Janazabi sagte: &#8222;Die Frauen bedeckten ihre Gesichter und Br\u00fcste nicht mit dem Jilbab, bis Allah, der Allm\u00e4chtige, es ihnen befahl, damit sie sich von den anderen Frauen unterschieden. Der Jilbab einer Frau ist ein breites Kleidungsst\u00fcck, welcher \u00fcber den normalen Kleidern getragen wird.&#8220;<br>Die klassische Position, dass das Tragen des Jilbab eine Pflicht darstellt, wird generell auch von zeitgen\u00f6ssischen Gelehrten vertreten. Wie es auch bei den klassischen Gelehrten der Fall war, ist hier die einzige Streitfrage, ob das Gesicht ebenfalls verdeckt werden muss. Als Beispiel f\u00fcr die zeitgen\u00f6ssische Position sind folgende W\u00f6rter des Deobandi-Mufti Ibn Adam al-Kawthari, welcher repr\u00e4sentativ f\u00fcr die allgemeine Meinung ist: &#8222;Die obigen und andere Interpretationen des Jilbab sind v\u00f6llig klar: Der Jilbab ist das \u00e4u\u00dfere Kleidungsst\u00fcck, das Frauen tragen m\u00fcssen, wenn sie sich zwischen fremden Personen aufh\u00e4lt. Dieses Gewand muss weit, locker und bescheiden sein und nat\u00fcrlich den ganzen K\u00f6rper bedecken.&#8220;<br>Sheikh Muhammad Al-Hanooti: &#8222;Die Ayat der Sura A-ahzab h\u00e4lt die Frau dazu an, einen Jilbab zu tragen. Der Jilbab ist das \u00e4u\u00dfere Kleidungsst\u00fcck, welches \u00fcber den darunter liegenden Kleidern getragen wird, um garantieren zu k\u00f6nnen, dass die Frau ihren K\u00f6rper komplett bedeckt hat und nicht die Form bestimmter K\u00f6rperteile erkennbar ist. Das ist das Ziel der Sharia.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Qur&#8217;an und Sunna sind die Hauptquellen des islamischen Rechts. Der Qur&#8217;an beinhaltet etwa 500 Verse, die das islamische Recht betreffen. 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