{"id":9680,"date":"2011-09-15T00:00:00","date_gmt":"2011-09-14T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9680"},"modified":"2011-09-15T00:00:00","modified_gmt":"2011-09-14T22:00:00","slug":"aufgelesen-amerikanische-schuldenblase","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9680","title":{"rendered":"Aufgelesen: Amerikanische Schuldenblase"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der folgende Artikel ist auf www.finanznachrichten.de ver\u00f6ffentlicht worden. Wegen seiner tiefgr\u00fcndigen Analyse wie US-Wirtschaftsdaten bewusst manipuliert (wie der Verfasser es bezeichnet &#8222;umgelogen&#8220;) werden, wollen wir ihn hier unver\u00e4ndert wiedergeben.<br>Was genau ist die Besonderheit der angels\u00e4chsischen Wirtschaften? In all diesen L\u00e4ndern gibt es kapitalistische Scheinbl\u00fcten, inflation\u00e4re Blasen. Das hei\u00dft, das Wirtschaftswachstum in diesen L\u00e4ndern beruhte in den letzten Jahren ohne Ausnahme auf inflation\u00e4ren Blasen, vor allem einer Inflation der Immobilienpreise. Die Inflation der Immobilienpreise f\u00f6rderte eine Kreditblase &#8230;<br>Das ins Auge springende Symptom dieses Blasen-Wachstums ist ein gro\u00dfes Au\u00dfenhandelsdefizit. Alle angels\u00e4chsischen Staaten, mit Ausnahme Kanada haben ein riesiges Au\u00dfenhandelsdefizit bei gleichzeitig verschwindender Sparquote. In allen diesen L\u00e4ndern boomt der Konsum und nur der Konsum. &#8230; Das Wirtschaftswachstum ist h\u00f6her als in Europa, aber die Qualit\u00e4t dieses Wachstums ist miserabel wie nie zuvor. &#8230;<br>In der Weltwirtschaft spielten die USA die Hauptrolle. In den letzten Jahren spielten sie diese Rolle, weil ihr Handelsdefizit seit dem Jahr 2000 von rund 400 Mrd. Dollar Jahr f\u00fcr Jahr stieg, bis auf gegenw\u00e4rtig rund 800 Mrd. Dollar. 800 Mrd. US-Dollar ist eine riesige Summe, sogar f\u00fcr einen so gro\u00dfen Wirtschaftsraum wie die USA. &#8230;<br>In den USA bl\u00e4ht sich die gr\u00f6\u00dfte Kreditblase seit Menschengedenken auf. &#8230; Als Greenspan Chef der FED wurde, betrug die Gesamtverschuldung der USA 10 Billionen USD, heute sind es mehr als 37 Billionen. Das hei\u00dft, die US-Verschuldung hat sich mehr als verdreifacht, und die Frage ist: Wohin floss all dieses Geld?<br>In den Preisindizes taucht es nicht auf. Die amerikanischen F\u00fchrungskr\u00e4fte schauen wirklich nur auf den Preisindex. Ein stabiler Preisindex hei\u00dft f\u00fcr sie stabile Finanzen und das bedeutet f\u00fcr sie stabiles Wachstum. Gut, \u00fcberpr\u00fcfen wir einmal diese Zahlen.<br>Kreditwachstum ist immer ein Schl\u00fcsselelement, wenn man eine Volkswirtschaft analysiert. Wenn man auf das Kreditwachstum in den USA seit den sp\u00e4ten 70er und den folgenden Jahren schaut, so hatten die USA anfangs ein Kreditwachstum von 1,4 Dollars f\u00fcr jeden zus\u00e4tzlichen Dollar im BSP. Unl\u00e4ngst betrug dieses Verh\u00e4ltnis 4 zu 1.<br>Jeder zus\u00e4tzliche Dollar im Wirtschaftswachstum verursacht vier Dollar Schulden. Das ist das miserabelste Verschuldungs-Verh\u00e4ltnis der Wirtschaftsgeschichte \u2013 auch im Vergleich zu jedem anderen Land.<br>Die Frage ist: Wie ist das m\u00f6glich? Die Antwort darauf liegt in der Frage: Wohin floss all dieses Geld? &#8230; In fr\u00fcherer Zeit flossen zus\u00e4tzliche Kredite in die Ausgaben von Unternehmen oder privaten Konsumenten. Konsumenten und Firmen borgten Geld f\u00fcr den einzigen Zweck, um es f\u00fcr Waren der Warenproduktion auszugeben. Das \u00e4nderte sich in den 80er Jahren. &#8230; Mehr und mehr geborgtes Geld floss in die Finanzm\u00e4rkte. Das f\u00fchrte zuerst zur Inflation der Aktienpreise. Andererseits l\u00f6ste sich allm\u00e4hlich die Verbindung zwischen Kreditwachstum und Einkommenswachstum, schlie\u00dflich wurde diese Verbindung ganz unterbrochen.<br>&#8230; Mehr und mehr geliehenes Geld floss in andere Kan\u00e4le als in das reale Wirtschaftswachstum. (Karl Marx erkl\u00e4rte dieses Ph\u00e4nomen als \u00dcberproduktion von Kapital \u2013 Geldkapital, das in der Warenproduktion keine profitable Anlage mehr findet.<br>Das f\u00fchrte zu der Krise von 1998. Man wird sich an dieses Jahr erinnern, als das Jahr der Asien-Krise, der russischen Krise und der Krise des Investmentfonds LTCM. Das war die Zeit, als die Federal Reserve in die Finanzm\u00e4rkte intervenierte, um LTCM zu retten. Seit diesem Jahr 1998 explodierten die Finanzkredite. Das hei\u00dft, mehr und mehr geborgtes Geld floss in die Finanzm\u00e4rkte, vor allem in den Aktienmarkt.<br>Gleichzeitig vergr\u00f6\u00dferte sich das Handelsdefizit. Ein Handelsdefizit bedeutet eigentlich eine Schrumpfung des Inlandseinkommens. Die Konsumentenausgaben flie\u00dfen nicht mehr zu heimischen Produzenten, um deren Profite zu erh\u00f6hen. Statt dessen flie\u00dfen sie zu ausl\u00e4ndischen Produzenten und bringt denen Profite. Das amerikanische Au\u00dfenhandelsdefizit vergr\u00f6\u00dfert die Profite in Asien. Als Resultat schrumpfen die US-Profite. Jedes Handelsdefizit bedeutet Dollar f\u00fcr Dollar einen Einkommensverlust im Inland und einen Einkommensgewinn f\u00fcr das Exportland. Zur Zeit verliert die US-Wirtschaft in jedem Jahr 800 Mrd. Dollar an ausl\u00e4ndische Produzenten &#8230;<br>Die gew\u00f6hnliche Argumentation in Amerika geht ungef\u00e4hr so: \u201eUnser Handelsdefizit spielt keine Rolle! Wir haben trotz dieses Handelsdefizit ein h\u00f6heres Wirtschaftswachstum als die Europ\u00e4er, also wo liegt das Problem? Diese Antwort zeigt, dass die US-\u00d6konomen nicht die geringste Ahnung haben, wie das Handelsdefizit ihrer \u00d6konomie schadet. &#8230;<br>Die Sache verl\u00e4uft ungef\u00e4hr so: Ein Handelsdefizit entsteht aus \u201ebilligem Geld&#8220; und die Federal Reserve reagiert auf das Defizit mit beschleunigtem Gelddrucken, um die heimischen Einkommensverluste auszugleichen. Im weiteren Fortgang muss das Handelsdefizit weiter wachsen, und ebenso muss die Kreditexpansion mit dem billigen Geld wachsen, um den Geldfluss ins Ausland aufrechtzuerhalten. &#8230;<br>In den USA werden schlechte Wirtschaftsmeldungen vom Tisch gewischt mit der Reaktion: \u201eDas ist besser als erwartet!&#8220; So werden schlechte Nachrichten in gute Nachrichten umgelogen. &#8230;<br>Nach dem Aktiencrash von 2001 wurden die Bankzinsen von 6,5 % auf 2 % und dann noch auf 1 % gesenkt, in der Erwartung, das w\u00fcrde in Kombination mit den Steuererleichterungen die Wirtschaft wieder in Gang bringen. Aber das geschah nicht wirklich. Die Arbeitslosenrate stieg &#8230; Soweit die Wirtschaft wuchs, wuchs sie durch vermehrte Konsumtion, und alles das basierte auf Blasen &#8230;<br>Die amerikanischen \u00d6konomen haben in den letzten zehn Jahren erhebliche Ver\u00e4nderungen in ihren statistischen Erhebungen vorgenommen. Vor allem in den Daten, die die gr\u00f6\u00dften wirtschaftspolitischen Auswirkungen haben. So zum Beispiel \u00e4nderten sie die Messlatte zur Messung der Inflation. &#8230; Das Argument der Fachleute war: Wir m\u00fcssen die Verbesserungen der Gebrauchswerte als Preisr\u00fcckgang darstellen. Urspr\u00fcnglich wurde dies nur bei verkauften Computern in die Preisstatistik eingerechnet, inzwischen wurde diese Berechnung auf die gesamte Wirtschaftsstatistik ausgedehnt. &#8230; (als Beispiel: Verdoppelte sich innerhalb eines Jahres die Leistung bei einem 1000-Dollar-Computer, dann wanderten die f\u00fcr 1000 Dollar bezahlten Computernur mit 500 Dollar in die \u201ehedonistische&#8220; offizielle Statistik., w.b.)<br>Konservative Sch\u00e4tzungen nehmen an, dass diese \u00c4nderungen der Indizes die Inflationsrate um 1,5 Punkte senken. Andere gehen von 3 Punkten aus. Was wir auch immer ansetzen, wenn wir diese Zahl der offiziellen Inflationszahl hinzurechnen, dann bleibt keinerlei Wirtschaftswachstum \u00fcbrig. Haben Sie das verstanden? Nach Abzug der wirklichen Inflation gibt es in den USA, so denke ich, seit Jahren so gut wie kein reales Wirtschaftswachstum. &#8230;<br>Die andere Sache von Wichtigkeit: Die Messzahlen zur Erhebung der Arbeitslosigkeit wurden ver\u00e4ndert. Vor seiner Wiederwahl wollte Bill Clinton niedrigere Arbeitslosenzahlen. Zu diesem Zweck f\u00fcgten sie eine zus\u00e4tzliche Frage bei der Erfassung der Arbeitslosen ein. Es ist kaum bekannt, dass in den USA die Arbeitslosenzahlen dadurch erfasst werden, dass jeden Monat 50.000 Menschen gefragt werden: \u201eHaben Sie ihren Job verloren?&#8220;, \u201eSind Sie arbeitslos?&#8220; und so weiter. In diesen Fragebogen wurde die Frage eingef\u00fcgt: \u201eHaben Sie aktiv nach einer neuen Arbeit gesucht?&#8220; Auf Deutsch: \u201eHaben Sie eine Bewerbung f\u00fcr einen Arbeitsplatz losgeschickt, bzw. hat Ihnen eine Firma einen neuen Job angeboten?&#8220; Man glaubt es kaum, aber wer auf diese Frage mit \u201eJa&#8220; antwortet, wird nicht mehr als Arbeitsloser gez\u00e4hlt. Andererseits, wer es aufgeben hat, nach Arbeit zu suchen, auch der wird nicht mehr als Arbeitsloser gez\u00e4hlt. &#8230; Man sch\u00e4tzt diese \u201efrustrierten Arbeitslosen&#8220; auf mehr als 5 Millionen. Wenn man sie in die Arbeitslosenzahlen einrechnet, dann liegt die Arbeitslosenrate in den USA bei rund 8 % bis 9 % und nicht bei den behaupteten 5 %. &#8230;<br>Als Ergebnis bekommt man eine geringe Besch\u00e4ftigungsrate bei einem geringen Wirtschaftswachstum. &#8230; Aber die Betr\u00fcgereien bei der Festlegung der Arbeitslosenzahlen sind nicht einmal das Schwerwiegendste. &#8230; Tatsache ist, dass der gr\u00f6\u00dfte Betrug passiert bei der Festlegung des BSP und daraus folgt eine Untersch\u00e4tzung der Inflation. Es h\u00e4ngt alles davon ab, ob man behauptet, die Inflationsrate sei 1 % oder 2 % oder 3 %. &#8230;<br>Die Ausweitung des billigen Geldes l\u00e4uft seit dem Jahr 2000 auf vollen Touren, aber die Investitionsrate ging deutlicher zur\u00fcck als sonst. &#8230; Tatsache ist, dass bis heute die Unternehmensinvestitionen nicht angesprungen sind. Produktive Investitionen liegen kaum auf dem Niveau des Jahres 2000. &#8230; Die (\u00f6ffentliche und private) Konsumtion nimmt einen immer gr\u00f6\u00dferen Anteil des BSP ein und erreicht mittlerweile 81 %, gegen\u00fcber des langfristigen Durchschnitts von 67 %. &#8230;<br>Die \u00fcbliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr das Wirtschaftswachstum trotz schlechter Besch\u00e4ftigungslage ist das Produktivit\u00e4tswachstum. Auf den ersten Blick scheint das plausibel. Aber wenn man in den Strukturwandel der US-Wirtschaft blickt, macht das spektakul\u00e4re Produktivit\u00e4tswachstum keinen Sinn, wo doch gleichzeitig das produktive Kapital schrumpft. Wenn man sich die Sache genau anschaut, dann ist der industrielle Sektor der Hauptverlierer der US-Wirtschaft. Im verarbeitenden Gewerbe gingen 3 Millionen von 70 Millionen Jobs seit 2000 verloren. Das verarbeitende Gewerbe ist gleichzeitig der Sektor mit der h\u00f6chsten Kapitalzusammensetzung (dem h\u00f6chsten Anteil konstantem Kapital am Gesamtkapital). In diesem Sektor gibt es so gut wie keine Neuinvestitionen mehr, da geht nichts mehr.<br>Die gr\u00f6\u00dfte Jobmaschine in den USA bildete der Immobiliensektor. &#8230; Rund 40 % dieser armseligen neuen Jobs geht auf das Konto der Immobilienblase. Die US-Wirtschaft ist eine Wirtschaft, wo die verarbeitende Industrie rasch und unaufh\u00f6rlich schrumpft. Und w\u00e4hrend dort Monat f\u00fcr Monat Jobs verloren gehen, entstehen die neuen Jobs auf dem Immobiliensektor und in Dienstleistungsbranchen wie das Gesundheitswesen. Das sind schlecht bezahlte Jobs, vielleicht nicht alle, aber die meisten davon \u2013 verglichen mit den gut bezahlten Jobs, die in der verarbeitenden Industrie verloren gingen.<br>Ich behaupte: Die Zahlen \u00fcber das amerikanische Bruttosozialprodukt sind gef\u00e4lscht. Sie sind aufgeblasen, weil die wirkliche Inflationsrate untersch\u00e4tzt wird. Man kann sagen: Wenn man das Bruttosozialprodukt der USA mit den Besch\u00e4ftigungszahlen abgleicht, dann muss man feststellen, dass es nach 2000 keine wirtschaftliche Erholung gegeben hat. Die offiziellen Zahlen \u00fcber das BSP geben ein v\u00f6llig falsches Bild vom realen Wirtschaftswachstum und von der realen Wirtschaftsentwicklung in den USA. &#8230;<br>Nach meiner Meinung liegt das Problem der US-Wirtschaft gerade darin, dass der FED die US-Wirtschaft f\u00fcr gesund h\u00e4lt. Ich meine, sie fallen auf ihre eigene Propaganda herein. &#8230; Zur Zeit haben \u00d6konomen in aller Welt die Vorstellung, dass die US-Wirtschaft in hervorragender Verfassung sei. Das zeigen die aktuellen Zinsraten und der diesj\u00e4hrige Boom auf den Aktienm\u00e4rkten. Ich meine aber, dass sich die US-Wirtschaft in der kritischsten Lage seit dem II. Weltkrieg befindet &#8230;<br>Noch eine Bemerkung zu US-Einkommensstatistik. Die US-\u00d6konomen sprechen von \u201eImputed Incomes&#8220; (\u201ezugerechnete Einkommen&#8220;). Die Statistiker behaupten, dass Konsumenten und Unternehmen eine Reihe von Dingen erhalten, f\u00fcr die sie nichts zahlen. Das rechnen sie als \u201eEinkommen&#8220;. Zum Beispiel die Hausbesitzer. Die US-Statistiker sagen:<br>\u201eWer ein Haus hat, der zahlt keine Miete, also rechnen wir ihm ein Mieteinkommen zu. Rund 600 bis 700 Mrd. Dollar bestehen j\u00e4hrlich aus solchen \u201ezugerechneten Einkommen&#8220;. &#8230; Ist das nicht verr\u00fcckt? Ganz bestimmt! &#8230;<br>Unter den US-\u00d6konomen wird das alles nicht in Frage gestellt. Warum nicht? &#8230; Die US-\u00d6konomen sagen: \u201eWir brauchen keine Wirtschaftstheorie, wir haben Statistik.&#8220; &#8230; Die US-\u00d6konomen verf\u00fcgen \u00fcber mehr Statistiken als irgendwer sonst. Das ist ihr Theorieersatz. &#8230; Ohne vern\u00fcnftige Theorie sind die \u00d6konomen jedoch nicht in der Lage zwischen wichtigen und unwichtigen statistischen Daten zu unterscheiden. Ich pers\u00f6nlich denke, dass alle diese Umfragen als statistische Basis kompletter Unsinn sind, denn die befragten Leute geben dir nichts anderes zur Antwort, als was sie in den Zeitungen lesen \u2013 und das ist ziemlich wertlos. &#8230; Wenn dir jeder sagt, er sei optimistisch, dann leben wir angeblich in einer boomenden Wirtschaft. &#8230; Ich w\u00fcrde auch behaupten, dass diese Wall Street \u00d6konomen korrupt sind. Sie sind korrupt in dem Sinne, dass ihnen nicht erlaubt ist, etwas Kritisches zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der folgende Artikel ist auf www.finanznachrichten.de ver\u00f6ffentlicht worden. 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