{"id":9677,"date":"2011-10-19T00:00:00","date_gmt":"2011-10-18T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9677"},"modified":"2011-10-19T00:00:00","modified_gmt":"2011-10-18T22:00:00","slug":"wer-hat-george-w-bush-gewaehlt-menschen-oder-maschinen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9677","title":{"rendered":"Wer hat George W. Bush gew\u00e4hlt &#8211; Menschen oder Maschinen?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Diebold und den Wahlcomputern ist mittlerweile eine lange Geschichte verbunden, die vom Wahlsieg von George Bush im Jahr 2000 einsetzt und bei den Zwischenwahlen 2002 einen ersten H\u00f6hepunkt erreichte. Um die alten, fehlerhaften Wahltechniken auf die \u00fcbliche amerikanische Art durch neue Techniken zu ersetzen, die im Gegensatz zu Papier und Stift teuer sind, wurde von der Bush-Regierung 2002 als eine Art Wirtschaftsf\u00f6rderung der &#8222;Help America Vote Act&#8220; aufgelegt, der mit Milliarden von Dollar den Kauf von Wahlcomputern anschieben sollte. Profitiert hat davon unter anderem Diebold. Das Unternehmen warf, wie andere Firmen, schnell Wahlmaschinen, die mit Touchscreens oder mit optischen Scans ausgestattet waren, auf den Markt. Die Sicherheit kam, wie sich herausstellte, dabei zu kurz und lie\u00df Zweifel aufkommen, ob Wahlergebnisse tats\u00e4chlich immer richtig sind. Die unzureichende Sicherung der Wahlcomputer wurde 2003 vor allem von Bev Harris aufgedeckt und bekannt gemacht.<br>Sie hatte von einer ungesch\u00fctzten Diebold-Website einige Dateien, darunter Bedienungsanleitungen, Quellcode und Installationsversionen von Programmen sowie das Z\u00e4hlprogramm GEMS herunterladen k\u00f6nnen. Aus der Analyse des GEMS-Programms ergab sich, dass hier relativ leicht und ohne Spuren zu hinterlassen das Wahlergebnis manipuliert werden k\u00f6nnte. Manche vermuteten, auch wegen Verwicklungen zwischen Unternehmen wie Diebold oder ES&amp;S mit der republikanischen Partei, dass wom\u00f6glich bereits Wahlen manipuliert worden sein k\u00f6nnten. Auch andere begannen nun, sich die Wahlcomputer vorzunehmen und stellten zahlreiche, nicht zur\u00fcckverfolgbare Manipulationsm\u00f6glichkeiten fest . Gefordert wurden zus\u00e4tzlich ein Papierausdruck von der Stimmabgabe zur Nachpr\u00fcfung und eine genauere und unabh\u00e4ngige Zulassungspr\u00fcfung durch staatliche Beh\u00f6rden. Das aber scheiterte auch daran, dass der Quellcode als Gesch\u00e4ftsgeheimnis unabh\u00e4ngigen Pr\u00fcfern entzogen bleiben sollte. Bei Diebold wurden dann auch zus\u00e4tzlich noch Dokumente bekannt, die belegten, wie schlampig man mit der Sicherheit umging.<br>Das Misstrauen war da, dass m\u00f6glicherweise die Sicherheitsl\u00fccken ausgebeutet werden. Bei jeder Wahl stellte es sich nun wieder ein und f\u00fchrte dazu, dass nun in manchen Staaten wie in Kalifornien zus\u00e4tzlich ein Papierausdruck gemacht werden muss, zudem wurden in Kalifornien Wahlcomputer von Diebold wegen der Sicherheitsm\u00e4ngel verboten. Verst\u00e4rkt wurde das Misstrauen, nachdem 2003 ein Unbekannter in Computer von VoteHere eingebrochen ist, ausgerechnet einem Hersteller von Programmen, die die Sicherheit von Wahlcomputern gew\u00e4hrleisten sollen. Kurz vor den Pr\u00e4sidentschaftswahlen wurden neue Einzelheiten bekannt; Niemand w\u00fcrde es wagen, Wahlergebnisse zu f\u00e4lschen. Vor allem in Florida und Ohio vermuteten manche entt\u00e4uschte Bush-Gegner, dass Wahlcomputer manipuliert worden sein k\u00f6nnten, nachdem sich die ersten Hochrechnungen am Wahltag \u00fcberraschend als falsch herausgestellt hatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br>Die Mutter aller Sicherheitsl\u00fccken<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Bev Harris ist mit ihrer Website Black Box Voting weiterhin aktiv und hat nun erneut einen Coup gelandet. So hatte sie sich vor einiger Zeit an den Wahlleiter Ion Sancho des Leon County in Florida gewandt. Florida, wo Jeb Bush, der Bruder des US-Pr\u00e4sidenten Gouverneur ist, und wo 2000 die zweifelhafte Entscheidung gegen Al Gore und f\u00fcr George Bush fiel, hatte bislang darauf verzichtet, von Diebold zu verlangen, einen Ausdruck der Stimmabgabe bei den Wahlcomputern zu erm\u00f6glichen. Sancho gew\u00e4hrte auf Bitten von Harris zwei Computerexperten, Dr. Herbert Thompson und Harri Hursti, Zugriff auf Wahlcomputer mit einem optischen Scanner (Diebold Accu-Vote OS), bei dem vom W\u00e4hler ausgef\u00fcllte Wahlscheine eingescannt werden.<br>In den meisten Bundesstaaten ist den Mitarbeitern das \u00dcberpr\u00fcfen der Wahl mittels der Stimmzettel verboten, auch wenn sich bei Tests bereits ergeben hat, dass Fehler auftreten. Sowohl Beamte von Florida als auch Diebold hatten zuvor best\u00e4tigt, dass die Wahlcomputer \u00fcberpr\u00fcft und f\u00fcr ausreichend sicher befunden worden sind. Zun\u00e4chst versuchten die Experten, von au\u00dfen in die Systeme einzudringen, was ihnen aber nicht gelang. Als sie aber einen Zugang hatten, wie ihn jeder Mitarbeiter bei Wahlen besitzt, konnten sie ohne gro\u00dfe M\u00fchen die Sicherheitsvorkehrungen knacken und die Stimmen beliebig manipulieren, ohne dass dies nachtr\u00e4glich jemand bemerken k\u00f6nnte, wenn es keinen Papierausdruck gibt, mit dem die Stimmabgabe nachgepr\u00fcft werden kann. So konnte Herbert Thompson, ein Experte f\u00fcr Computersicherheit vom Florida Institute of Technology, \u00fcberraschend einfach an das Z\u00e4hlprogramm herankommen und 60.000 Stimmen ver\u00e4ndern.<br>Die Wahlcomputer forderten \u00fcberdies offenbar zwar zur Eingabe des Benutzernamens und eines Kennworts auf, verlangte dies aber nicht. Eine andere Sicherheitsl\u00fccke der Diebold-Systeme, die noch bedenklicher ist, basiert auf einer kleinen schwarzen Memory Card, die zu Beginn des Wahltags von Mitarbeitern in die Wahlcomputer geschoben wird, um die Ergebnisse der Abstimmung zu speichern. Damit lassen sich mit einem Schritt die Wahlergebnisse ver\u00e4ndern, einzige Voraussetzung ist das Kennwort, das jeder Mitarbeiter in einem Wahllokal besitzt. Harry Hursti hatte auf die Speicherkarte mit einem Notebook ein ausf\u00fchrbares Programm kopieren k\u00f6nnen, mit dem sich der Kalkulator manipulieren lie\u00df, so dass die beim Test eingegebenen Stimmen mit einem anderen Ergebnis \u00fcberschrieben wurden, das vorher einprogrammiert worden war. Dann wurde das manipulierte Ergebnis auf den zentralen, mit dem GEMS-Programm ausgestatteten Computer \u00fcberspielt, der die Ergebnisse aller Computer in den Wahllokalen erh\u00e4lt. Auch hier wurde der so genannte &#8222;Hursti Hack&#8220; an der &#8222;Mutter aller Sicherheitsl\u00fccken&#8220; nicht bemerkt, also dass ausf\u00fchrbare Programme einfach in das System eingebracht werden k\u00f6nnen.<br>Schutzma\u00dfnahmen gab es offenbar keine. Auch mit zwei weiteren ver\u00e4nderten Karten wurde demonstriert, dass die Karten nicht \u00fcberpr\u00fcft, sondern anstandlos akzeptiert werden. Obgleich vorgeschrieben ist, dass nicht autorisierte Ver\u00e4nderungen aufgezeichnet werden m\u00fcssen, wurde dies von den Diebold-Maschinen nicht gemacht. Trotzdem waren sie von Florida lizenziert worden. Nach Hursti werden hier keine T\u00fcren offen gelassen, es gebe \u00fcberhaupt keine T\u00fcren.<br>Floridas Regierung und Diebold in N\u00f6ten Aufgrund dieser Manipulationsm\u00f6glichkeiten will nun Sanchez keine Wahlmaschinen von Diebold mehr einsetzen und fordert die notwendigen Mittel, um auf Systeme von Election Systems &amp; Software umzusteigen.<br>Allerdings hatten Tests auch bei diesen Wahlcomputern Sicherheitsm\u00e4ngel aufgedeckt. Sancho war auf das Problem mit den Diebold-Systemen aufmerksam geworden, als er w\u00e4hrend der Pr\u00e4sidentschaftswahlen im Jahr 2000 bemerkte, dass eine solche Speicherkarte im Volusia County Bush 200 Stimmen zukommen lie\u00df und Al Gore 16.000 Stimmen abzog. Nach einer Ausz\u00e4hlung der Stimmzettel, die von den Computern eingescannt wurden, konnte der Fehler berichtigt werden. Sancho glaubt, nach Beobachtung des Hursti Hacks, dass auch im Jahr 2000 ein Insider auf \u00e4hnliche Weise das Wahlergebnis gef\u00e4lscht hatte.<br>Diebold hatte zun\u00e4chst, als Hursti erstmal im Juli auf diese Sicherheitsl\u00fccke hingewiesen hat, abgestritten, dass sich die Speicherkarte umprogrammieren l\u00e4sst. Das sei &#8222;unm\u00f6glich&#8220;. Auch andere Sicherheitsl\u00fccken wurden geleugnet, um weitere Verk\u00e4ufe der Wahlmaschinen nicht zu gef\u00e4hrden. Unter anderem deswegen und allgemein wegen der Angabe falscher Daten, die die Aktienkurse k\u00fcnstlich nach oben getrieben h\u00e4tten, und wegen Insiderhandel haben Aktienbesitzer eine Klage gegen den Direktor von Diebold O&#8217;Dell und weitere F\u00fchrungskr\u00e4fte erhoben. Kurz darauf trat O&#8217;Dell zur\u00fcck.<br>David Mann, der Innenminister von Florida, stritt am Donnerstag ab, dass es hier wirklich eine Sicherheitsl\u00fccke gibt. Der Hack sei in einer k\u00fcnstlichen Situation ausgef\u00fchrt worden, w\u00e4hrend bei einer wirklichen Wahl und bei Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen eine solche Manipulation nicht m\u00f6glich sei. Besorgter sei er, dass von Sanchez Au\u00dfenseitern \u00fcberhaupt ein Zugang zu den Wahlcomputern gegeben wurde. Immerhin scheint nun der Druck doch so gro\u00df geworden zu sein, dass sich gestern auch Floridas Gouverneur Jeb Bush zu Wort meldete und ank\u00fcndigte, man werde die Zulassungsbedingungen f\u00fcr Wahlcomputer \u00fcberpr\u00fcfen. Das Thema sei zu wichtig, um es zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder einmal konnte demonstriert werden, dass sich Wahlcomputer von Diebold relativ leicht manipulieren lassen. Der folgende Artikel wurde von Florian R\u00f6tzer in &#8222;telepolis&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Wegen seiner Brisanz wollen wir ihn unter der Rubrik &#8222;Aufgelesen&#8220; unseren Lesern pr\u00e4sentieren. <\/p>\n","protected":false},"author":20,"featured_media":3071,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[1023,1695,1740,2404,2808,2811],"class_list":["post-9677","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kommentar","tag-george-w-bush","tag-maschinen","tag-menschen","tag-sicherheitsluecken","tag-wahlcomputer","tag-wahlmaschinen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9677","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/20"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9677"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9677\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3071"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9677"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9677"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9677"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}