{"id":9651,"date":"2012-01-07T00:00:00","date_gmt":"2012-01-06T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9651"},"modified":"2012-01-07T00:00:00","modified_gmt":"2012-01-06T23:00:00","slug":"die-sterne-am-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9651","title":{"rendered":"Die Sterne am Himmel"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die Menschen gehen fast immer Wege, die bereits von anderen beschritten wurden, und ahmen in ihren Handlungen die anderen nach, k\u00f6nnen dabei diesen Wegen nicht \u00fcberall folgen und ihren Vorbildern nicht in allem gleichkommen. Daher muss ein kluger Mann stets Wegen folgen, die von gro\u00dfen M\u00e4nnern beschritten wurden, und die hehrsten Vorbilder nachahmen, damit ein gewisser Abglanz auf ihn f\u00e4llt, wenn er auch nicht an sie heranreicht.&#8220; (Niccol\u00f3 Machiavelli)<br>Die gro\u00dfen M\u00e4nner wurden in der islamischen Geschichte von dem Propheten Muhammed (s) angef\u00fchrt. Neben ihm sind die Sahaba, die Gef\u00e4hrten des Propheten, als islamische Vorbilder zu erw\u00e4hnen, deren islamische Handlungen es nachzuahmen gilt.<br>Aber was ist ein Vorbild und welche Funktion hat es in einer Gesellschaft. Neben zahlreichen Ausspr\u00fcchen des Propheten (s) und eindeutigen Verse im Koran wird der Mensch aufgefordert, dem Propheten (s) nachzueifern bzw. den Weg der Sahaba zu beschreiten. Dabei dient die Orientierung an islamischen Pers\u00f6nlichkeiten, die den Weg zur Umsetzung von Koran und Sunna vorgelebt haben, dem Ziel, den Islam in vollst\u00e4ndiger Form umzusetzen.<br>Zun\u00e4chst ist das Vorbild gepr\u00e4gt von dem Erfolg, von seinen Zielen und seinen \u00dcberzeugungen. All das wird auf das eigene Ich projiziert. Neutral betrachtet, k\u00f6nnen diese zugeschriebenen Eigenschaften negativ oder positiv sein. Als Gegenst\u00fcck zum Islam, ist in den s\u00e4kularen Systemen das Vorbild frei w\u00e4hlbar, insofern es nicht das \u00f6ffentliche Leben beeintr\u00e4chtigt.<br>Dabei kommt der Einsatz eines Vorbildes \u00fcberwiegend in der Jugend zum Ausdruck, wo die Selbstaufmerksamkeit und die Erfahrungen sich steigern. Die unterschiedlichsten Altersgruppen betrachten die Jugend als die sch\u00f6nste Zeit. Hingegen wird von den betroffenen Jugendlichen sehns\u00fcchtig ihr Ende erwartet. Diejenigen aber, die diese Phase l\u00e4ngst hinter sich gelassen haben, sehnen sie inst\u00e4ndig zur\u00fcck. Es handelt sich um einen Lebensabschnitt, den sich die kapitalistische Wirtschaft effektiv und ideologisch zu Nutze macht.<br>Die Jugendzeit ist auch unter dem Begriff Adoleszenz bekannt und wird unterschiedlich begrenzt. Darunter fallen nach deutschem Recht Menschen, die 14 aber nicht \u00e4lter als 18 Jahre alt sind, w\u00e4hrend im Jugendarbeitsschutz die Jugend erst mit 15 Jahren beginnt. Die UN-Generalversammlung fasst das Jungendalter zwischen 15 und 25 Jahren auf. Inzwischen wird zwischen Teenagern von 13 bis 19 Jahren und Heranwachsenden zwischen 20 und 24 Jahren differenziert. Diese Auslegung von Jugendlichen findet sich in allen Statistiken wieder.<br>Aber was ist die Jugend? Die Jugend beinhaltet die Pubert\u00e4t, die Abnabelung vom Elternhaus, aber auch die Identit\u00e4tsfindung, die als kritischster Zeitraum eines Menschen angesehen wird. Anders als in der islamischen Betrachtungsweise des Menschen, entwickelten sich in Europa die unterschiedlichen Phasen des Menschen von der Kindheit \u00fcber die Jungend bis zum Erwachsenenalter schleppend. Im 17. Jahrhundert ging man von zwei Phasen aus: dem S\u00e4uglingsalter und dem Erwachsensein. So entstand der Lebensabschnitt &#8222;Kindheit&#8220; nach Neil Postman erst mit der Buchdruckmaschine: Es gab die einen, die lesen konnten, und jene, denen man es beibringen musste.<br>Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Jugend auf ein Minimum reduziert: auf Spontaneit\u00e4t und faltenfreie Haut. Das Streben danach ist in der westlichen Welt unabdingbar geworden. \u00dcberdies sind es nicht nur die \u00e4u\u00dferlichen Merkmale eines Jugendlichen, welche man anstrebt, sondern deren Lebenseinstellungen. Man verbindet mit der Jugend Mut, Freude und alles Positive dieser Welt.<br>Besonders dieses Ausleben der Jugend ist in den freiheitlichen Systemen der Welt keine Sache, die dem Menschen in die Wiege gelegt wird. Daher ist die Bildungsarbeit der &#8222;freien K\u00f6pfe&#8220; ein fundamentales Kriterium und stellt eine existentielle Aufgabe dar, um das demokratische System zu sichern. Es besteht kein Interesse daran, den Heranwachsenden grundlegendes ehrliches Wissen \u00fcber die Welt zu vermitteln. Dieser Zeitraum wird lediglich als ein Wirtschaftsfaktor angesehen. Den Jugendlichen sollen nicht nur Cremes untergejubelt werden, sondern ihr Geist ist einzunehmen. Daher setzen die Industriestaaten auf das Prinzip ihrer freiheitlich-s\u00e4kularen Werte, die in dem aufnahmef\u00e4higsten Lebensabschnitt \u2013 der Jugend \u2013 mit allen Mitteln verbreitet werden m\u00fcssen, damit der Jungendliche im Erwachsenenalter ein repr\u00e4sentativer Erwachsener wird, der voll und ganz den demokratischen Werten verbunden ist.<br>Nun w\u00e4re es utopisch gedacht, die Demokratie sei philanthropisch, also menschenfreundlich, ausgerichtet und biete dem Einzelnen die Option, seinen eigenen Weg zu suchen und zu finden. Da die Kindheit zu fr\u00fch und das Alter zu sp\u00e4t ist, um dem Menschen einen demokratisch-kapitalistischen Weg zu ebnen, m\u00fcssen die Jugendlichen f\u00fcr die Ideale kampfbereit gemacht werden, da das \u00dcberleben der Demokratie nur unter den F\u00fcssen der &#8222;freiwilligen Willigen&#8220; steht. Im Jugendalter sucht man sich seinen Weg, wenn man ihn vorher nicht gezeigt bekommt. Man spaltet sich von seinen Eltern ab und versucht seinen Weg zu finden.<br>Im Gegensatz dazu betrachtet der Islam den Menschen in dieser Lebensphase als verantwortlichen Erwachsenen, der zur Rechenschaft gezogen werden kann und nicht erst seinen Weg suchen muss. Diese Auffassung des Islam widerspricht der s\u00e4kularistisch-kapitalistischen grundlegend.<br>Der Kapitalismus \u2013 als Lebensanschauung und nicht blo\u00df als Wirtschaftssystem &#8211; will seine Ideen und Vorstellungen sichern. Dies geschieht in Form von Pr\u00e4ventivarbeit durch das gezielte und bewusste Einsetzen von Popidolen, die die freiheitlichen Werte repr\u00e4sentieren. So ergab eine Studie, dass Popidole bzw. Vorbilder einen Einfluss auf Entscheidungen ihrer Fans haben. Man stellte beispielsweise fest, dass Fans von Rockmusikern einen h\u00f6heren Raucheranteil haben als Fans von Popmusikern. Dadurch wird das Vorurteil best\u00e4rkt, der Rockmusiker sei grob, laut und rauche. Daraus darf nicht der Schluss gezogen werden, dass man das Verhalten seines Idols zwingend nachahmt, sondern dass die M\u00f6glichkeit hierzu besteht.<br>Bei den jetzigen It-Girls und It-Boys z\u00e4hlt die Einstellung, alles in Anspruch nehmen zu k\u00f6nnen, worauf man Lust hat. Die Spa\u00dfgesellschaft wird mit jungen Darstellern vorgelebt. Dabei handelt es sich um Goldkehlchen, die den amerikanischen Traum leben und zu einem Stern der Popindustrie aufsteigen, der Milliarden von Dollar einbringt. Die Massenkommunikation lie\u00df das Teeny-Idol entstehen, das durch Pops\u00e4nger, Schauspieler oder bekannte Personen, auch It-Girls bzw. It-Boys genannt, repr\u00e4sentiert wird. Sie sind jung, h\u00fcbsch und erfolgreich, dienen zur Orientierung in der Pubert\u00e4t und verk\u00f6rpern die Sexualit\u00e4t. Diese Stars werden systematisch daf\u00fcr eingesetzt, um die Jugendlichen auf die Zukunft in einem freiheitlichen System vorzubereiten. Die Idole haben das Image, nicht von ihren Eltern bzw. von ihrer Umwelt verstanden zu werden und ihre gro\u00dfe Liebe als Hauptziel im Leben finden zu wollen. Deshalb besitzt ein Popidol eine erotische Ausstrahlung, die nur darauf wartet, richtig eingesetzt zu werden. In der \u00d6ffentlichkeit wird der Star auch als jungfr\u00e4ulich vermarktet, um den Bund mit den Fans zu verst\u00e4rken. Die Stars m\u00fcssen etwa das gleiche Alter wie ihre Gefolgschaft besitzen und wie ihre Altersgenossen auf ihre gro\u00dfe Liebe warten. Man reist seinem Star hinterher oder investiert in Zeitschriften, Kosmetik, Kleidung etc., um seinem Liebsten ganz nah zu sein. Falls dieser Fall aber nicht eintritt, wird mit allen Mitteln versucht, genau so sexy und talentiert zu sein. Alle L\u00e4nder dieser Welt, die den Superstar gesucht haben, haben den Erfolg dieser Praktik deutlich h\u00f6r- und sichtbar gemacht. Doch das einzelne Idol besitzt im Kapitalismus ein Verfallsdatum und wird dann einfach durch ein anderes ersetzt.<br>Der Islam kennt diese Form des Vorbildes nicht. Islamische Vorbilder werden nicht nach Modeerscheinungen und Profit bemessen und bleiben dieselben. So hei\u00dft es in einem Hadith: <strong>&#8222;Meine Sahaba sind wie die Sterne. Wem immer ihr von ihnen folgt, ihr erlangt F\u00fchrung.&#8220;<\/strong><br>Ein eindrucksvolles Beispiel ist Muscab ibn Umair (r). Vor seinem \u00dcbertritt zum Islam lebte er in pr\u00e4chtigem Reichtum und war bekannt f\u00fcr sein Modebewusstsein. Nach seiner Konversion lebte er in v\u00f6lliger Armut und tauschte den Islam auch nicht gegen die materiellen Verlockungen ein. Obwohl seine Mutter den Islam nicht annahm und sie ihren Sohn auch durch N\u00f6tigung immer wieder dazu bringen wollte, dem Islam zu entsagen und zum Wohlstand zur\u00fcckzukehren, blieb er weiterhin freundlich zu ihr und versuchte sie vom Islam zu \u00fcberzeugen. Der Islam f\u00fchrte Musab (r) weg von der Oberfl\u00e4chlichkeit und einem inszenierten Selbst hin zur wahren Bedeutung seiner Taten.<br>Bis zu seinem Tod war Muscabs Leben als Muslim vorbildlich. Er war es, der als Erster von dem Propheten (s) nach Medina geschickt wurde, um den Menschen den Islam zu lehren. Er war dabei sehr erfolgreich. In der Schlacht von Uhud trug Musab (r) die Flagge. Nachdem ein Gegner ihm die eine Hand abschlug und danach die andere Hand, umarmte Musab (r) die Flagge. Daraufhin wurde er von dem Feind get\u00f6tet. Seine Liebe zu Allah war unersch\u00fctterlich. Der Prophet (s) selbst lie\u00df seinen Tr\u00e4nen freien Lauf, als Musab (r) am Tage seiner Beerdigung mit einem zu kurzen Leichentuch bedeckt wurde. Der Prophet (s) versuchte das Gesicht Muscabs (r) zu bedecken, worauf seine F\u00fc\u00dfe zu sehen waren. So wurde sein Kopf bedeckt, w\u00e4hrend man seine F\u00fc\u00dfe mit Gras \u00fcberstreute.<br>Die islamischen Sterne am Himmel sind im Laufe der Zeit nicht erloschen, sondern ebnen den Jugendlichen auch weiterhin den Weg und vermitteln ihnen dieselbe Botschaft. Der selbst ernannte &#8222;Terror- und Islamexperte&#8220; Udo Ulfkotte berichtet beispielsweise, dass die Konsumgesellschaft bei den muslimischen Jugendlichen weltweit nicht den Zulauf erf\u00e4hrt wie im Fall der nichtmuslimischen Altersgenossen. Eine Umfrage in England hat ergeben, dass 60 Prozent der muslimischen Jugendlichen ein Leben nach der Scharia sofort gegen die jetzigen Regierungsformen austauschen w\u00fcrden. Diese Zahl wird aber in den Printmedien auf 30 Prozent reduziert. In Deutschland sind es hingegen laut Ulfkotte von den dort lebenden Muslimen 10 Prozent, die unter diese Form des &#8222;Terrorismus&#8220; fallen \u2013 eine Wahrheit, die die Umma erstrahlen l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die Menschen gehen fast immer Wege, die bereits von anderen beschritten wurden, und ahmen in ihren Handlungen die anderen nach, k\u00f6nnen dabei diesen Wegen nicht \u00fcberall folgen und ihren Vorbildern nicht in allem gleichkommen. 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