{"id":9642,"date":"2012-09-20T00:00:00","date_gmt":"2012-09-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9642"},"modified":"2012-09-20T00:00:00","modified_gmt":"2012-09-19T22:00:00","slug":"ist-der-islam-dem-fortschritt-des-21-jahrhunderts-gewachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9642","title":{"rendered":"Ist der Islam dem Fortschritt des 21. Jahrhunderts gewachsen?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allah, Der Erhabene, hat im Qur&#8217;an gesprochen:<strong> \u201e[&#8230;] Und Wir haben dir das Buch herabgesandt zur Erkl\u00e4rung aller Dinge, und als F\u00fchrung, als Gnade und als frohe Botschaft f\u00fcr die Gottergebenen.&#8220;<\/strong> (Sura An-Nahl, Aya 89)<br>In einer anderen Aya sagt Allah: <strong>\u201e[&#8230;] Heute habe Ich euch euren Din (eure Lebensordnung) vervollkommnet, Meine Gnade an euch erf\u00fcllt und den Islam als Din euch gutgehei\u00dfen. [&#8230;]&#8220;<\/strong> (Sura Al-Ma&#8217;ida, Aya 3)<br>Aus diesen Ayat wird deutlich, dass der Islam eine allumfassende Lebensordnung darstellt und f\u00fcr alle Probleme des menschlichen Lebens L\u00f6sungen anbietet &#8211; seien sie wirtschaftlicher, sozialer, politischer oder sonstiger Natur. Die Tatsache, dass der Islam in der Lage ist, jedes Problem zu l\u00f6sen, ist Bestandteil unseres \u00dcberzeugungsfundaments (Aqida), was diese und noch andere Ayat im Qur&#8217;an untermauern.<br>Nun stellt sich die Frage, wie die Menschen davon \u00fcberzeugt werden k\u00f6nnen und vor allem wie das Vertrauen der Muslime in ihre Lebensordnung gest\u00e4rkt werden kann. Wie ist es m\u00f6glich, dass der Islam mit seinen 1400 Jahre alten Quellen &#8211; den Offenbarungstexten Qur&#8217;an und Hadith &#8211; in der Lage ist, die Probleme der heutigen Zeit zu bew\u00e4ltigen, wo sich doch die Probleme ver\u00e4ndern, sich erweitern und dar\u00fcber hinaus immer wieder neue Probleme auftauchen, die vorher nicht bekannt waren? Wie ist denn ein Text, der 1400 Jahre alt ist, imstande, ein neues Problem zu l\u00f6sen?<br>Die Antwort darauf muss auf zwei Ebenen erfolgen: Die erste ist die Ebene der Offenbarungstexte selbst. Die zweite ist die Ebene der neuen Probleme, ihrer Natur und Realit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br><strong>Erste Ebene<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Was die erste Ebene anbelangt, so ist es eine Tatsache, dass Allah (s.w.t.) den Qur&#8217;an in einer Art offenbart hat, die umfassend ist, das hei\u00dft, der Wortlaut der jeweiligen Ayat &#8211; auch wenn sie zu spezifischen Anl\u00e4ssen offenbart wurden &#8211; ist allgemein gehalten, sodass ein Rechtspruch, der aus dem Qur&#8217;an abgeleitet wird, unterschiedlichste Probleme regeln kann; unabh\u00e4ngig von Zeit und Ort.<br>Die Rechtsgelehrten haben unter Zuhilfenahme vieler Textstellen und \u00dcberlieferungen ein Rechtsprinzip abgeleitet, das eben dies erl\u00e4utert: \u201eMa\u00dfgebend ist die Allgemeing\u00fcltigkeit der Formulierung bzw. des Ausdrucks und nicht der spezielle Offenbarungsanlass.&#8220;<br>Beispiel hierf\u00fcr ist die Aussage im Qur&#8217;an: \u201e<strong>[&#8230;] und Allah wird den Ungl\u00e4ubigen \u00fcber die Gl\u00e4ubigen niemals Macht verleihen.&#8220;<\/strong> (Sura An-Nisa&#8216;, Aya 141) Hier wird deutlich, dass Allah den Ungl\u00e4ubigen keine Verf\u00fcgungsmacht \u00fcber die Muslime verleiht. Diese Aya ist im Kontext von Kriegen zwischen Kuffar und Muslimen offenbart worden. Allerdings sind Wortlaut und Formulierung allgemein gehalten, wodurch man Rechtspr\u00fcche f\u00fcr verschiedene Angelegenheiten ableiten kann.<br>Zum einen f\u00fcr den Machtapparat, dass der Herrscher der Muslime selber auch ein Muslim sein muss, weil schlicht und einfach ein Herrscher Macht aus\u00fcbt. Somit ist dies eine der Bedingungen zur Bekleidung des Kalifenamtes. Aber auch alle anderen \u00c4mter im islamischen Regierungssystem, welche Macht aus\u00fcbende Positionen verk\u00f6rpern, d\u00fcrfen nur von Muslimen besetzt werden.<br>Die Aya ist aber auch auf einen v\u00f6llig anderen Bereich anwendbar, n\u00e4mlich die Vormundschaft von Kindern nach einer Scheidung: Wenn hierbei der Vater ein Muslim und die Mutter eine Nichtmuslimin (J\u00fcdin oder Christin) ist, so wird das Kind dem Vater zugesprochen, da durch die Vormundschaft die nichtmuslimische Mutter \u00fcber ihr muslimisches Kind eine gewisse Macht aus\u00fcben w\u00fcrde und dies gem\u00e4\u00df der Aya nicht erlaubt ist.<br>Weiteres Beispiel: <strong>\u201eWas Allah Seinem Gesandten von den Einwohnern (als Beute) gegeben hat, das ist f\u00fcr Allah und f\u00fcr den Gesandten und f\u00fcr die Verwandten und die Waisen und die Armen und den mittellos Reisenden, damit es nicht nur unter den Reichen von euch uml\u00e4uft. Und was euch der Gesandte gibt, das nehmt an; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch. Und f\u00fcrchtet Allah; wahrlich, Allah ist streng im Strafen.&#8220;<\/strong> (Sura Al-Haschr, Aya 7)<br>Dieser Vers ist bez\u00fcglich der Aufteilung der Beute offenbart worden, um sie unter den genannten Personengruppen zu verteilen. Der Gesandte Allahs (s.a.s.) tat auch so des \u00d6fteren, wie es mehrere Hadithe belegen. Jedoch ist die Aufforderung zur Umverteilung der Beute unter den Armen durch eine Rechtsbegr\u00fcndung (&#8218;Illa) an eine Bedingung gekn\u00fcpft, denn Allah (s.w.t.) sagt:<strong> \u201e[&#8230;] damit es nicht nur unter den Reichen von euch uml\u00e4uft. [&#8230;]&#8220;<\/strong>. Diese Rechtsbegr\u00fcndung ist allgemeing\u00fcltig, womit die Umverteilung nicht nur f\u00fcr die Beute gilt, sondern f\u00fcr alle Gelder und Einnahmen des Staates, um vorzubeugen, dass die Armen benachteiligt werden und das Geld nur unter einer bestimmten Schicht kursiert und gehortet wird:<strong> \u201e[&#8230;] Denjenigen nun, die Gold und Silber horten und es nicht um Allahs Willen ausgeben, verk\u00fcnde eine schmerzhafte Strafe!&#8220;<\/strong> (Sura At-Tauba, Aya 34).<br>So kann der islamische Staat, das Kalifat, wenn es um die Umverteilung der Staatseinnahmen geht, Pr\u00e4ferenzen setzen und \u2013 gem\u00e4\u00df dem Rechtspruch, dass das Verm\u00f6gen nicht ausschlie\u00dflich unter den Wohlhabenden umlaufen darf \u2013 die Armen vor den Reicheren bevorzugen, damit es zur der besagten Umverteilung kommt. Dementsprechend k\u00f6nnte der Staat beispielsweise die Verteilung von Geldern auf bestimmte \u201eKrisengebiete&#8220; des Staates konzentrieren, w\u00e4hrend er den Gegenden, die beispielsweise vom \u00d6lreichtum profitieren, keine zus\u00e4tzlichen Gelder zukommen lie\u00dfe; und dies unabh\u00e4ngig davon, um was f\u00fcr Einnahmen es sich handelt, die in die \u00e4rmeren Gebiete flie\u00dfen w\u00fcrden. Es k\u00f6nnten Einnahmen aus der Bodensteuer (Kharadsch) sein, der Dschizya oder aber auch Einnahmen, die durch Roh\u00f6lverk\u00e4ufe erworben wurden, da all das Geld der gesamten Umma geh\u00f6rt und Allah (s.w.t.) befohlen hat, den Reichtum unter den Armen zu verteilen.<br>So erkennt man, dass Allah (s.w.t.) durch nur f\u00fcnf W\u00f6rter (im Arabischen) eine Rechtsregel festgelegt hat, die sowohl damals wie auch heute als auch in Zukunft anwendbar ist und die Probleme der Menschheit auf eine ihrer Natur entsprechenden Art und Weise l\u00f6st.<br>Ein anderes Beispiel ist der Hadith des Gesandten (s.a.s.), worin er sagt:<strong> \u201eWer ein Agrarland hat, der soll es selbst bepflanzen oder jemandem geben, der es bepflanzt.&#8220;<\/strong> Dies hat der Gesandte Allahs (s.a.s.) befohlen, wobei es um das Verpachten von Agrarland ging und dies in diesem Kontext gem\u00e4\u00df der Meinung einiger Rechtsgelehrten f\u00fcr Verboten erkl\u00e4rt wurde. Jedoch ist dieser Hadith des Propheten (s.a.s.) allgemein gehalten, womit auch im Zusammenhang mit einem anderen Hadith festgelegt wurde, dass es nicht zul\u00e4ssig ist, ein Agrarland brachliegen, unbebaut bzw. unbepflanzt zu lassen. Es muss bebaut oder bepflanzt werden. Denn in dem anderen Hadith, der von Umar Ibn al-Khattab (r.a.) \u00fcberliefert wurde, hei\u00dft es:<strong> \u201eUnd keiner, der einen Zaun um ein Land gelegt hat, hat ein Recht nach drei Jahren.&#8220;<\/strong><br>Wenn also jemand ein Land drei Jahre brachliegen l\u00e4sst, so hat der Staat das Recht, ihm dieses Land zu entziehen und es einem anderen zu geben, der es bepflanzt, damit es f\u00fcr die gesamte Umma fruchtbar und n\u00fctzlich ist. Hier wird von vornherein vermieden, was zurzeit beispielsweise in Brasilien geschieht, wo einige Landbarone Agrarfl\u00e4chen besitzen, die so gro\u00df sind wie ganz Nordrhein-Westfalen.<br>Eine Einzelperson besitzt Landfl\u00e4chen von der Gr\u00f6\u00dfe eines Bundeslandes, w\u00e4hrend den armen Bauern dann auch noch verboten wird, einen Teil des Landes zu bepflanzen, das vom Gro\u00dfgrundbesitzer brach gelassen und nur f\u00fcr seine \u201eSafari-Jagd&#8220; als Prestige genutzt wird, damit er seine G\u00e4ste herumf\u00fchren kann. Dies stellt ein gro\u00dfes Problem in Brasilien dar und ist auch einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die gro\u00dfe Armut, die dort vorherrscht, obwohl Brasilien \u2013 gemessen an seiner gro\u00dfen Fl\u00e4che und seinem Reichtum an Gew\u00e4ssern \u2013 sehr wohlhabend ist. Dies w\u00e4re in einem Kalifat unm\u00f6glich, solange die islamischen Gesetze konsequent angewendet w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br><strong>Zweite Ebene<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Die zweite Ebene ist die der Realit\u00e4t und die Natur der menschlichen Probleme an sich. Der Islam betrachtet im Grunde genommen alle Probleme \u2013 egal, ob sie wirtschaftlicher, politischer, gesellschaftlicher, sozialer oder sonstiger Art sind \u2013 als Probleme des Menschen, d.h. Probleme, die den Menschen betreffen, wenn er bem\u00fcht ist, seine Instinkte und organischen Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen. Alle Probleme f\u00fchrt der Islam auf dieses Grundproblem zur\u00fcck. Hierbei kann als Beispiel nochmals Wohlstand und Armut herangezogen werden:<br>In den westlich-kapitalistischen Staaten, also praktisch weltweit, wird die Armut als ein wirtschaftliches Problem betrachtet. Armut bedeutet wirtschaftliche Schw\u00e4che, womit die Wirtschaft angekurbelt werden und das Bruttosozialprodukt gesteigert werden m\u00fcsse, damit die Armut beseitigt w\u00fcrde. Und deswegen ist auch der wichtigste Faktor bei allen wirtschaftlichen Untersuchungen das Wirtschaftswachstum eines Landes. Gl\u00fcck oder Ungl\u00fcck entspr\u00e4che somit dem Wirtschaftswachstum. Im Grunde stellt dies ein fatales Ergebnis der Anwendung menschlicher Logik dar.<br>Dies spiegelt sich in den riesigen Industriestaaten wie Deutschland und \u00d6sterreich wider: Obwohl es statistisch gesehen ein Wirtschaftswachstum gibt, das manchmal \u00fcber drei bis vier Prozent liegt, herrscht Armut vor und wird durch das stetige Wachstum nicht verringert, geschweige denn beseitigt, sondern nimmt permanent zu. So wurde in mehreren Studien nachgewiesen, dass im so genannten Sozialstaat Deutschland und auch in vielen anderen westlichen L\u00e4ndern immer mehr Kinder unter der Armutsgrenze leben. Trotzdem w\u00e4hnt man sich guter Dinge, da man das Wirtschaftswachstum als Wohlstandsma\u00dfstab festgelegt hat und das Problem Armut als rein wirtschaftliches Problem betrachtet.<br>Der Islam behandelt dieses Problem &#8211; wie jedes andere auch &#8211; in erster Linie als ein menschliches. D. h. die Armut resultiert daraus, dass ein Mensch seine Grundbed\u00fcrfnisse nicht ausreichend decken kann. Dies ist Gegenstand der Betrachtung. Da die Grundbed\u00fcrfnisse individuell sind, wird das Problem nicht dadurch gel\u00f6st, indem man einfach mehr produziert, um das Wirtschaftswachstum zu steigern. Denn die Mehrproduktion garantiert nicht, dass die Waren auch wirklich jeden Einzelnen erreichen, damit dieser seine Grundbed\u00fcrfnisse befriedigen kann. Das Problem liegt also nicht in der Produktion, sondern in der Umverteilung des Produzierten.<br>Egal wie hoch das Wirtschaftswachstum sein mag; solange das Problem der Umverteilung nicht gel\u00f6st wird, wird es immer Armut geben. Denn die Umverteilung garantiert, dass zumindest die Grundbed\u00fcrfnisse eines jeden Individuums befriedigt werden und m\u00f6glichst viele Menschen am erwirtschafteten Verm\u00f6gen teilhaben. Das Problem Armut ist n\u00e4mlich als ein menschliches Problem von individueller Natur, womit es auch individuell gel\u00f6st werden muss.<br>Und so hat uns Allah (s.w.t.) zur L\u00f6sung des Armutproblems die Umverteilung nahe gelegt, womit jedem Individuum garantiert werden soll, seine Grundbed\u00fcrfnisse befriedigen zu k\u00f6nnen. In einem Hadith spricht der Gesandte Allahs (s.a.s.) \u00fcber diese Grundbed\u00fcrfnisse:<strong> \u201eDer Sohn Adams (Mensch) besitzt kein besseres Recht, als ein Haus zu haben, worin er wohnen kann, Kleidung, womit er seine Bl\u00f6\u00dfe bedeckt, und ein St\u00fcck Brot und etwas Wasser.&#8220;<\/strong> Auch wenn das Wirtschaftswachstum nicht sehr hoch w\u00e4re, so g\u00e4be es zumindest keine Armut.<br>Ein anderes Problem ist das Alter bzw. das Altern der Gesellschaften und dies insbesondere im Westen. Die \u00dcberalterung der Gesellschaften wird zunehmend gr\u00f6\u00dfer. Das liegt vor Allem darin begr\u00fcndet, dass auf der einen Seite die Fertilit\u00e4tsrate (Kind pro Frau) in den Indurstriestaaten stetig sinkt und auf der anderen Seite die Lebenserwartung steigt. Und so entsteht das Problem bzw. die Frage, was mit diesen alten Menschen zu machen ist.<br>Hier wurde das Problem Alter \u2013 entsprechend der kapitalistischen Betrachtungsweise \u2013 als rein wirtschaftliches Problem behandelt. Die jungen Berufst\u00e4tigen zahlen in die staatliche Rentenversicherung ein, damit die arbeitsunf\u00e4higen und alten Menschen versorgt werden k\u00f6nnen. Allerdings sind wegen des demographischen Wandels nur noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig Berufst\u00e4tige vorhanden, die das instabile Rentensystem finanzieren, wodurch das Einkommen der st\u00e4ndig mehr werdenden Rentner abnimmt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt man einfach das Renteneintrittsalter nach oben. Und so ist das Problem f\u00fcr sie gel\u00f6st. Diese alten Menschen wandern dann irgendwann ins Altersheim ab und werden gewisserma\u00dfen an den Rand der Gesellschaft gedr\u00e4ngt. Dort werden sie im wahrsten Sinne des Wortes gef\u00fcttert und gewaschen. Aber wirklich k\u00fcmmern tut sich dort niemand um sie.<br>Und wie geht der Islam dieses Problem an? Das Problem Alter im Islam ist kein ausschlie\u00dflich wirtschaftliches Problem, sondern vielmehr ein soziales; ein absolut nat\u00fcrliches Bed\u00fcrfnis, dass ein alter Mensch sich in seiner Familie, in seiner Gemeinschaft geborgen f\u00fchlen m\u00f6chte, sich beh\u00fctet und einen Wert f\u00fchlen m\u00f6chte, den er noch hat. Es widerspricht der menschlichen Natur, aus seinem famili\u00e4ren Umfeld herausgel\u00f6st zu werden und seinen Lebensabend in einem sterilen Altersheim zu verbringen.<br>Und hier zeigt sich wieder, auf welch perfekte Art und Weise der Islam sich dieser Problematik annimmt. So spricht Allah (s.w.t.) in verschiedenen Versen: <strong>\u201eUnd dient Allah und setzt Ihm nichts zur Seite; und seid g\u00fctig zu den Eltern und zu den Verwandten, [&#8230;] Seht, Allah liebt nicht den Hochm\u00fctigen und Prahler, die da geizig sind und den Leuten gebieten, geizig zu sein, und verbergen, was Allah ihnen in Seiner Huld gegeben hat; und den Ungl\u00e4ubigen haben Wir eine sch\u00e4ndliche Strafe bereitet.&#8220;<\/strong> (Sura-An-Nisa&#8216;, Ayat 36-37)<br>Weiter hei\u00dft es: <strong>\u201eUnd dein Herr hat befohlen: Dient keinem au\u00dfer Ihm, und (erweist) den Eltern G\u00fcte. Wenn ein Elternteil oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sage dann nicht einmal &#8218;Pfui!&#8216; zu ihnen und fahre sie nicht an, sondern sprich zu ihnen in ehrerbietiger Weise. Und senke f\u00fcr sie in Barmherzigkeit den Fl\u00fcgel der Demut und sprich: &#8218;Mein Herr, erbarme Dich ihrer (ebenso mitleidig), wie sie mich als Kind aufgezogen haben&#8216;.&#8220;<\/strong> (Sura Al-Isra&#8216;, Ayat 23-24)<br>Und in Sura Al-Ahqaf, Verse 15-16 hei\u00dft es: <strong>\u201eUnd Wir haben dem Menschen anbefohlen, gegen seine Eltern g\u00fctig zu sein. Seine Mutter trug ihn unter M\u00fchsalen, und unter M\u00fchsalen brachte sie ihn zur Welt. Und ihn zu tragen und ihn zu entw\u00f6hnen erfordert drei\u00dfig Monate, bis er dann, wenn er seine Vollkraft erlangt und vierzig Jahre erreicht, sagt: &#8222;Das sind die, von denen Wir die guten Werke annehmen, die sie getan haben, und deren \u00fcble Werke Wir \u00fcbergehen. (Sie geh\u00f6ren) zu den Bewohnern des Paradieses &#8211; in Erf\u00fcllung der wahrhaftigen Frohbotschaft, die ihnen verhei\u00dfen wurde.&#8220;<\/strong><br>Das ist die L\u00f6sung des Islam. Das Kind muss seine Eltern in finanzieller Hinsicht versorgen und ihnen in jeder anderen Hinsicht g\u00fctig zur Seite stehen. Dies ist definitiv eine Pflicht der Kinder. Aber nicht nur das; es muss sie respektieren; sie ehren; sie h\u00fcten und sie betreuen; das Kind soll f\u00fcr sie in Barmherzigkeit \u201eden Fl\u00fcgel der Demut&#8220; senken, um ihnen ein Selbstwertgef\u00fchl zu geben. So l\u00f6st der Islam das Altersproblem \u2013 als ein soziales Problem, als ein menschliches Problem, weil auch alte Menschen Gef\u00fchle haben und nicht nur gef\u00fcttert und gewaschen werden m\u00fcssen. Und so bewahrheitet sich die Aya im Qur&#8217;an, in welcher Allah (s.w.t.) sagt: <strong>\u201eUnd wahrlich, wir haben dich nur als Gnade an die Weltenbewohner entsandt!&#8220;<\/strong> (Sura Al-Anbiyaa, Aya 107)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun stellt sich die Frage, wie die Menschen davon \u00fcberzeugt werden k\u00f6nnen und vor allem wie das Vertrauen der Muslime in ihre Lebensordnung gest\u00e4rkt werden kann. Wie ist es m\u00f6glich, dass der Islam mit seinen 1400 Jahre alten Quellen &#8211; den Offenbarungstexten Qur\u2019an und Hadith &#8211; in der Lage ist, die Probleme der heutigen Zeit zu bew\u00e4ltigen, wo sich doch die Probleme ver\u00e4ndern, sich erweitern und dar\u00fcber hinaus immer wieder neue Probleme auftauchen, die vorher nicht bekannt waren? 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