{"id":9629,"date":"2012-01-09T00:00:00","date_gmt":"2012-01-08T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9629"},"modified":"2012-01-09T00:00:00","modified_gmt":"2012-01-08T23:00:00","slug":"2-die-islamische-persoenlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9629","title":{"rendered":"2. Die islamische Pers\u00f6nlichkeit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dem Buch: &#8222;Die islamische Pers\u00f6nlichkeit Teil 1&#8220;<br>Der Islam betreut den Menschen in vollkommener Weise, um ihm eine besondere, charakteristische Pers\u00f6nlichkeit zu verleihen. Durch die islamische Glaubensgrundlage (Aqida) behandelt der Islam die Ideen des Menschen, indem er ihm ein Denkfundament gegeben hat, auf dem er seine Ideen aufbauen und auf dessen Grundlage er seine Konzeptionen herausbilden kann. Somit kann der Mensch das richtige Denken vom falschen unterscheiden, wenn er es mit dem Ma\u00dfstab der islamischen Aqida bewertet und auf ihr \u2013 in ihrer Eigenschaft als Denkfundament \u2013 das Denken aufbaut. Dadurch formt sich seine Denkweise (Aqliyya) auf Grundlage dieser Aqida aus. Mit diesem Denkfundament erh\u00e4lt er eine besondere Denkweise. Es steht ihm damit auch ein korrekter Ma\u00dfstab f\u00fcr seine Ideen zur Verf\u00fcgung, mit dem er vor Ausgleitung beim Denken gefeit ist und falsche Ideen ausschlie\u00dfen kann. Dadurch bewahrt er sich ein aufrichtiges Denken und eine intakte Wahrnehmung.<br>Gleichzeitig behandelt der Islam die Taten des Menschen, die sich aus seinen organischen Bed\u00fcrfnissen und Instinkten ergeben, in wahrhafter Weise. Er behandelt sie durch die islamischen Rechtsspr\u00fcche (Ahkam shariyya), die aus derselben Glaubens\u00fcberzeugung (Aqida) hervorgehen. Diese Rechtsspr\u00fcche regeln die Instinkte, ohne sie zu unterdr\u00fccken, und ordnen sie, ohne sie zu verleugnen. Sie bef\u00e4higen den Menschen dazu, seine gesamten Bed\u00fcrfnisse auf geordnete Weise zu befriedigen, was zu innerer Zufriedenheit und Ruhe f\u00fchrt. Der Islam hat die islamische Aqida zu einer rationalen \u00dcberzeugungsgrundlage gemacht, so dass sie daf\u00fcr pr\u00e4destiniert ist, als Denkfundament zu fungieren, an dem die Ideen gemessen werden. Er machte sie auch zu einer umfassenden Idee \u00fcber Mensch, Leben und Universum. Und da es sich beim Menschen um eine Spezies handelt, die im Universum existiert, hat diese umfassende Idee seine gesamten Probleme bzw. Komplexe \u2013 im Inneren wie im \u00c4u\u00dferen \u2013 gel\u00f6st und eignet sich deswegen als allgemeine Konzeption (Mafhum) bzw. als allgemeiner Ma\u00dfstab, der bei der Verschmelzung von Triebkraft und (spezifischen) Konzeptionen in nat\u00fcrlicher Weise herangezogen wird. Mit anderen Worten ist diese Idee ein Ma\u00dfstab, auf dessen Grundlage sich die Neigungen herausbilden. Somit hat der Islam im Menschen ein definitives Fundament geschaffen, als definitiver Ma\u00dfstab f\u00fcr beides: Neigungen und Konzeptionen. Mit anderen Worten ist es ein definitiver Ma\u00dfstab gleichzeitig f\u00fcr die Denkweise (Aqliyya) und die Handlungsweise bzw. die Charakterseele (Nafsiyya). Auf diese Weise baut der Islam eine besondere Pers\u00f6nlichkeit auf, die sich vor anderen Pers\u00f6nlichkeiten auszeichnet.<br>Somit wird erkennbar, dass der Islam die islamische Pers\u00f6nlichkeit durch die islamische Aqida formt. Durch sie bildet sich die Denkweise des Menschen ebenso wie seine Handlungsweise aus. Daraus wird ersichtlich, dass die islamische Denkweise jene ist, die auf Grundlage des Islam denkt, d. h., die den Islam zum alleinigen allgemeinen Ma\u00dfstab f\u00fcr die Ideen \u00fcber das Leben erhebt. Es ist nicht nur die Denkweise eines Gelehrten oder die eines Intellektuellen. Vielmehr gen\u00fcgt es den Islam real und praktisch als Ma\u00dfstab f\u00fcr s\u00e4mtliche Ideen heranzuziehen, um im Menschen eine islamische Denkweise zu begr\u00fcnden.<br>Was die islamische Charakterseele (Nafsiyya) betrifft, so ist es jene, die all ihre Neigungen auf der Grundlage des Islam ausformt, d. h. allein den Islam als allgemeinen Ma\u00dfstab f\u00fcr die Befriedigung s\u00e4mtlicher Bed\u00fcrfnisse heranzieht. Es ist nicht blo\u00df der asketische oder streng religi\u00f6se Charakterseele. Vielmehr begr\u00fcndet bereits die Heranziehung des Islam als Ma\u00dfstab f\u00fcr die Befriedigung aller Bed\u00fcrfnisse in praktischer und realer Form im Menschen eine islamische Charakterseele. Mit dieser Denkweise (Aqliyya) und dieser Handlungsweise bzw. Charakterseele (Nafsiyya) gilt er von nun an als islamische Pers\u00f6nlichkeit, ungeachtet dessen, ob es sich um einen Gelehrten oder einen Ungebildeten handelt, ob er alle Pflichten und w\u00fcnschenswerte Handlungen (Mandubat) ausf\u00fchrt und sich von den Verboten und den unerw\u00fcnschten Handlungen (Makruhat) fernh\u00e4lt oder dies einh\u00e4lt und dar\u00fcber hinaus noch die zus\u00e4tzlich lobenswerten Gehorsamkeiten ausf\u00fchrt und Zweifelhaftes meidet. Sie alle gelten als islamische Pers\u00f6nlichkeiten. Denn jeder, der auf Grundlage des Islam denkt und sich in seinen Neigungen vom Islam leiten l\u00e4sst, ist eine islamische Pers\u00f6nlichkeit.<br>In der Tat fordert der Islam dazu auf, sich immer mehr an islamischer Geistesbildung anzueignen, damit die Denkweise weiter w\u00e4chst und die F\u00e4higkeit erlangt, jede Idee einer Beurteilung zu unterziehen. Zudem befahl der Islam, mehr als nur die Pflichten zu erf\u00fcllen und mehr als blo\u00df die Verbote zu unterlassen, damit die Nafsiyya gest\u00e4rkt und in die Lage versetzt wird, jede Neigung, die dem Islam widerspricht, abzuwehren. All dies dient jedoch der weiteren Erhebung der Pers\u00f6nlichkeit, um sie zum hohen Gipfel zu f\u00fchren. Doch denjenigen, der sich unterhalb dieses Niveaus befindet, macht es deswegen nicht zu einer unislamischen Pers\u00f6nlichkeit. Es handelt sich auch bei den einfachen Leuten unter dieser Schwelle, die sich in ihrem Verhalten vom Islam leiten lassen, ebenso bei den Gebildeten, die sich auf die Ausf\u00fchrung der Pflichten und die Unterlassung der Verbote beschr\u00e4nken, um islamische Pers\u00f6nlichkeiten. Auch wenn sich diese Pers\u00f6nlichkeiten in ihrer St\u00e4rke unterscheiden, so handelt es sich trotzdem bei ihnen allen um islamische Pers\u00f6nlichkeiten. Entscheidend bei der Beurteilung eines Menschen als islamische Pers\u00f6nlichkeit ist, ob der Islam f\u00fcr ihn die Basis seines Denkens und die Grundlage seiner Neigungen verk\u00f6rpert. Daraus ergibt sich die Unterschiedlichkeit in den islamischen Pers\u00f6nlichkeiten, in den islamischen Denkweisen (Aqliyyat) und in den islamischen Charakterseelen (Nafsiyyat). Daher begehen viele einen Fehler, wenn sie sich islamische Pers\u00f6nlichkeiten als engelhafte Wesen vorstellen. Der Schaden, den diese Leute in der Gesellschaft anrichten, ist enorm, denn sie begeben sich auf die Suche nach Engeln unter den Menschen, die sie definitiv nicht vorfinden werden.<br>Nicht einmal in ihnen selbst werden sie den Engel entdecken. Das treibt sie in die Verzweiflung, und entt\u00e4uscht kehren sie sich von den Muslimen ab. Diese Illusionisten f\u00fchren vor, dass der Islam eine Utopie und seine Umsetzung unm\u00f6glich sei. Er stelle nichts anderes als ein sch\u00f6nes hohes Ideal dar, das der Mensch weder umzusetzen noch ihm standzuhalten vermag. Sie entfernen die Menschen vom Islam und l\u00e4hmen viele, t\u00e4tig zu werden. Dabei kam der Islam doch gerade deswegen, um praktisch angewendet zu werden. Er ist realit\u00e4tsbezogen, d. h. er nimmt sich tats\u00e4chlich der realen Probleme an. Es ist auch nicht schwer, ihn anzuwenden. F\u00fcr jeden Menschen liegt es im Rahmen des M\u00f6glichen, den Islam leicht und einfach an sich selbst anzuwenden, wie hoch der Grad der Schw\u00e4che seines Denkens und der St\u00e4rke seiner Instinkte und Bed\u00fcrfnisse auch sein mag, nachdem er die Aqida begriffen und zu einer islamischen Pers\u00f6nlichkeit geworden ist. Denn die blo\u00dfe \u00dcbernahme der islamischen Aqida als Ma\u00dfstab f\u00fcr seine Konzeptionen und Neigungen und, sich nach diesem Ma\u00dfstab zu richten, macht aus ihm definitiv eine islamische Pers\u00f6nlichkeit. Danach braucht er diese Pers\u00f6nlichkeit nur mehr mit der islamischen Geistesbildung zu st\u00e4rken, um seine Aqliyya weiterzuentwickeln, und mit den w\u00fcnschenswerten Gehorsamkeiten, um seine Nafsiyya zu kr\u00e4ftigen, damit er den Weg zum hohen Gipfel beschreitet und dort verharren, ja sogar zu immer H\u00f6herem streben kann.<br>Denn durch die Aqida hat er seine Ideen behandelt, da er sich diese Aqida als Denkfundament angeeignet hat, auf dem er seine Ideen \u00fcber das Leben aufbaut. Er kann die falsche Idee von der richtigen unterscheiden, sobald er diese Ideen an der islamischen Aqida misst und sie auf ihr &#8211; als Denkfundament &#8211; gr\u00fcndet. Dadurch ist er vor fehlgeleiteten Ideen gefeit, vor falschen Gedanken gewappnet und bleibt wahrhaftig im Denken und gesund in der Wahrnehmung. Mit den Rechtsspr\u00fcchen behandelt er seine Neigungen, indem er seine Handlungen, die sich aus den organischen Bed\u00fcrfnissen und Instinkten ergeben, auf wahrhafte Weise regelt, ohne sie mit dem Versuch, sie auszumerzen, zu sch\u00e4digen. Die islamischen Rechtsspr\u00fcche regeln sie, ohne sie zu entfesseln. Sie versetzen den Menschen in die Lage, all seine Bed\u00fcrfnisse auf wohlgeordnete Weise zu befriedigen, was zu seiner inneren Zufriedenheit und Ruhe f\u00fchrt. Aus diesem Grund ist der Muslim, der den Islam auf der Grundlage von Verstand und deutlichem Beweis angenommen hat, ihn komplett auf sich selbst anwendet und \u00fcber ein korrektes Verst\u00e4ndnis der Gesetze Allahs verf\u00fcgt, eine hervorstechende islamische Pers\u00f6nlichkeit. Er besitzt eine islamische Denkweise (Aqliyya), indem er die islamische Aqida zur Grundlage seines Denkens gemacht, und eine islamische Charakterseele (Nafsiyya), indem er die islamische Aqida zur Grundlage seiner Neigungen erhoben hat. Daher verf\u00fcgt die islamische Pers\u00f6nlichkeit \u00fcber spezielle Attribute, die den Muslim unter den Menschen wie ein Wahrzeichen kennzeichnen und ihn wie ein Muttermal hervorstechen lassen. Diese Attribute, die ihn kennzeichnen, sind ein unweigerliches Resultat der Einhaltung der Gebote und Verbote Allahs und der Ausrichtung seiner Handlungen an diesen Ge- und Verboten, beruhend auf dem Erkennen seiner Verbindung zu Allah. Mit seiner strikten Bindung an das islamische Recht strebt er somit nichts anderes an als das Wohlgefallen Allahs.<br>Ein Muslim, bei dem sich die islamische Denkweise (Aqliyya) ebenso wie die islamische Charakterseele (Nafsiyya) herausgebildet haben, ist als Soldat genauso qualifiziert wie als F\u00fchrer. Er vereint in sich sowohl Barmherzigkeit als auch Strenge, die Enthaltsamkeit ebenso wie das Wohlleben. Er versteht das Leben auf richtige Weise. Er wird des wahrhaften Lebens habhaft und erlangt das Jenseits, indem er danach strebt. Er wird daher weder von der Eigenschaft derer, die das Irdische anbeten, vereinnahmt noch verf\u00e4llt er in religi\u00f6sen Wahn oder indische Selbstkasteiung. W\u00e4hrend er ein Held des Dschihad ist, ist er zugleich Bewohner erhabener Gebetsorte. W\u00e4hrend er nobel ist, ist er gleichzeitig auch bescheiden. Er vereint F\u00fchrerschaft und Gelehrsamkeit, Handel und Politik. Das h\u00f6chste seiner Attribute ist, Diener Allahs, des Erhabenen, zu sein, seines Sch\u00f6pfers. Aufgrund dessen sieht man ihn and\u00e4chtig in seinem Gebet, t\u00f6richtes Gerede meidend, die Pflichtabgabe (Zakat) zahlend, den Blick senkend, ihm anvertrautes Gut bewahrend, sein Wort erf\u00fcllend, sein Versprechen haltend und auf dem Wege Allahs k\u00e4mpfend.<br>Dies ist der Muslim, und dies ist der Gl\u00e4ubige und dies die islamische Pers\u00f6nlichkeit, welche durch den Islam geformt wird. Durch sie l\u00e4sst der Islam den Menschen zum Besten aller Menschen werden.<br>Diese Pers\u00f6nlichkeit hat Allah in zahlreichen Ayat des Koran beschrieben, als Er die Gef\u00e4hrten des Gesandten Allahs, die Gl\u00e4ubigen, die Diener des Barmherzigen und die K\u00e4mpfer auf dem Wege Allahs beschrieben hat. Der Erhabene sagt:<br><strong>\u201eMuhammad, der Gesandte Allahs, und diejenigen, die mit ihm sind \u2013 sie sind hart zu den Ungl\u00e4ubigen, doch barmherzig zueinander.&#8220;<\/strong> (Al-Fath 48, Aya 29). Er sagt:<br><strong>\u201eDie Allerersten der Auswanderer und der Unterst\u00fctzer und jene, die ihnen auf die beste Art gefolgt sind \u2013 mit ihnen ist Allah wohl zufrieden und sie sind wohl zufrieden mit ihm.<\/strong>&#8220; (Al-Taubah 9, Aya 100). Auch sagt Er:<br><strong>\u201eWahrlich, erfolgreich sind die Gl\u00e4ubigen (1), die in ihrem Gebet voller Demut sind (2), und die sich von leerem Gerede fernhalten (3), und die die Zak\u00c1t entrichten (4)<\/strong>&#8220; (Al-Mu&#8217;minun 23, Aya 1-4). Und Er sagt:<br><strong>\u201eUnd die Diener des Allerbarmers sind jene, die sanftm\u00fctig auf Erden wandeln, und wenn die Unwissenden sie anreden, sagen sie: \u201aFriede!&#8216; (63) Es sind jene, die die Nacht niederwerfend und betend f\u00fcr ihrem Herrn verbringen.&#8220;<\/strong> (Al-Furqan 25, Aya 63-64), und sagt:<br><strong>\u201eJedoch der Gesandte und die Gl\u00e4ubigen mit ihm, die mit ihrem Gut und ihrem Blut k\u00e4mpfen, sind es, denen Gutes zuteil werden soll, und sie sind es, die Erfolg haben werden. Allah hat f\u00fcr sie G\u00e4rten bereitet, durch welche B\u00e4che flie\u00dfen; darin sollen sie auf ewig verweilen. Dies ist wahrlich der gro\u00dfe Gewinn.&#8220;<\/strong> (Al-Taubah 9, Aya 88), und sagt:<br><strong>\u201eDie sich Bekehrenden, die (Allah) Dienenden; die Lobpreisenden, die Fastenden, die sich Beugenden, die sich Niederwerfenden, die das Rechte Gebietenden und das Unrechte Verbietenden, die Allahs Schranken Beachtenden \u2013 und verk\u00fcnde den Gl\u00e4ubigen die frohe Botschaft.&#8220;<\/strong> (Al-Taubah 9, Aya 112)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Islam betreut den Menschen in vollkommener Weise, um ihm eine besondere, charakteristische Pers\u00f6nlichkeit zu verleihen. 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