{"id":9620,"date":"2012-06-24T00:00:00","date_gmt":"2012-06-23T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9620"},"modified":"2012-06-24T00:00:00","modified_gmt":"2012-06-23T22:00:00","slug":"von-der-aufopferung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9620","title":{"rendered":"Von der Aufopferung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Von der Aufopferung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Bei den schnaubend Rennenden (1), den (mit ihren Hufen) Funken Schlagenden (2), den am Morgen Angreifenden (3), die darin Staub aufwirbeln (4), die dann inmitten des Feindes eindringen (5). Der Mensch ist wahrlich undankbar gegen\u00fcber seinem Herrn (6), und er (selbst) ist dar\u00fcber wahrlich Zeuge (7). Und er ist in seiner Liebe zum weltlichen wahrlich in Eile (8). Wei\u00df er denn nicht, dass die Gr\u00e4ber durchw\u00fchlt werden (9), und herausgeholt wird, was in den Br\u00fcsten ist (10)? An jenem Tage wird Allah sie am besten kennen (11).<\/strong> (Surah Al-&#8218;Adiyat, 1-11)<br>Betrachten wir diese Surah und die Tafsirat (Exegesen) hierzu, so finden wir sinngem\u00e4\u00df folgende Erl\u00e4uterungen:<br>Allah spricht hier \u00fcber eine bestimmte Eigenschaft des Menschen, n\u00e4mlich \u00fcber die Undankbarkeit gegen\u00fcber seinem Herrn. Diese Undankbarkeit zeigt sich in den Handlungen bzw. Unterlassungen. Obwohl Allah uns mit K\u00f6rper und Verstand ausgestattet hat, nutzt der Mensch diese Gaben im Ungehorsam anstatt im Gehorsam und somit in Dankbarkeit. Wenn wir z. B. in finanzieller Bedr\u00e4ngnis sind und uns jemand Geld leiht, dann zeigen wir dieser Person auch unsere Wertsch\u00e4tzung. Wir verneigen uns, schenken ihm ein L\u00e4cheln, dr\u00fccken ihm die Hand und bedanken uns bei ihm f\u00fcr seine Leihgabe.<br>Allah hingegen hat uns etwas unermesslich Wertvolles geschenkt, n\u00e4mlich das Leben. Und dar\u00fcber hinaus \u2013 und das ist das Wertvollste \u00fcberhaupt \u2013 hat er uns mit dem Islam seine Gnade geschenkt. Er hat uns zu Angeh\u00f6rigen des Din der Rechtleitung gemacht, und Er l\u00e4sst uns so zu den Erlauchten geh\u00f6ren. Wir d\u00fcrfen uns zur Shahadah bekennen, die an Yaum-ul-qiyamah in der Waagschale schwerer wiegt als das gesamte Diesseits. Die Dankbarkeit hierf\u00fcr manifestiert sich in den Handlungen des Menschen. Allah verlangt von uns, dass wir unsere Dankbarkeit durch unseren Gehorsam Ihm gegen\u00fcber zeigen. Je gehorsamer wir sind, desto dankbarer zeigen wir uns Allah gegen\u00fcber. Und wenn wir dies nicht tun, dann erwartet uns ein Tag, wie er in den letzten drei Ayat beschrieben wird; ein Tag, an dem wir konsequenter Weise dar\u00fcber befragt und zur Rechenschaft gezogen werden. So viel zur allgemeinen Botschaft, die wir aus dieser Surah entnehmen k\u00f6nnen.<br>Betrachten wir sie aber noch genauer, so wird ein weiteres, gewaltiges Verst\u00e4ndnis aus ihr ersichtlich. Um dieses Verst\u00e4ndnis jedoch zu begreifen, m\u00fcssen wir die Surah in einem Gesamtkontext betrachten.<br>Beginnen wir mit ersten f\u00fcnf Ayat, in denen es hei\u00dft:<br><strong>Bei den schnaubend Rennenden (1),<\/strong><br><strong>den (mit ihren Hufen) Funken Schlagenden (2),<\/strong><br><strong>den am Morgen Angreifenden (3),<\/strong><br><strong>die darin Staub aufwirbeln (4),<\/strong><br><strong>die dann inmitten des Feindes eindringen (5).<\/strong><br>Diese Ayat rufen an erster Stelle nicht zum materiellen Kampf auf, denn die gesamte Surah ist in Mekka offenbart worden. Vielmehr schw\u00f6rt Allah &#8211; und sein Schwur ist \u00fcberaus gewaltig &#8211; bei den Schlachtrossen. Diese sind die schnaubend Rennenden. Im Gehorsam zu ih<strong>ren Reitern preschen sie mit ungeheurer Kraft nach vorne. Wenn n\u00e4mlich Allah Bei den schnaubend Rennenden (1), den (mit ihren Hufen) Funken Schlagenden (2)<\/strong> schw\u00f6rt, dann ist hier zum einen der absolute Gehorsam der Kampfpferde gegen\u00fcber ihren Reitern gemeint. Denn das Pferd rennt sofort schnaubend und ohne Widerrede los, sobald sein Reiter ihm den Befehl dazu gibt. Dar\u00fcber hinaus f\u00fchrt das Pferd den Befehl mit solch enormer Kraft aus, dass seine Hufen anfangen, Funken zu schlagen.<br>Und weiter:<br><strong>den am Morgen Angreifenden (3),<\/strong><br><strong>die darin Staub aufwirbeln (4),<\/strong><br><strong>die dann inmitten des Feindes eindringen (5)<\/strong><br>Hier f\u00fchrt uns Allah (s.w.t.) den Mut dieser Kampfpferde vor Augen, der sie neben ihrem absoluten Gehorsam auszeichnet. Greift man n\u00e4mlich den Feind im Morgengrauen an, so ist der Angriff als solcher klar erkennbar. F\u00fchrt man den Angriff hingegen bei Nacht aus, so \u00fcberrascht man den Feind im Schlaf und im Schutze der Dunkelheit, was von taktischem Vorteil ist. Doch die Schlachtr\u00f6sser k\u00fcmmert dies nicht. Auch k\u00fcmmert sie der aufblitzende Stahl der feindlichen Schwerter und R\u00fcstungen nicht. Todesmutig preschen sie in die generischen Reihen hinein und erf\u00fcllen unter Einsatz ihres Lebens den Gehorsam ihren Reitern gegen\u00fcber.<br>In diesen ersten f\u00fcnf Ayat verdeutlicht uns Allah (s.w.t.) die vorbildliche Aufopferungsbereitschaft der Kampfpferde, die ihrem Reiter bedingungslos gehorchen und sich todesmutig in die Schlacht st\u00fcrzen.<br>Dann hei\u00dft es weiter:<br><strong>Der Mensch ist wahrlich undankbar gegen\u00fcber seinem Herrn (6)<\/strong><br>Hier wird nun eine Eigenschaft des Menschen dargelegt. Denn der Mensch &#8211; und dies liegt in seiner Natur &#8211; ist seinem Herrn gegen\u00fcber wahrlich undankbar. Er weist Allah (s.w.t.) gegen\u00fcber nicht die gleiche Treue und den gleichen Gehorsam auf wie das Streitross seinem Reiter. Und das, obwohl der Mensch Allah (s.w.t.) viel mehr zu verdanken hat als ein Streitross seinem Reiter.<br>Allah (s.w.t.) fordert uns im Qur&#8217;an und den Ahadith (Sg. Hadith) seines Gesandten dazu auf, uns bedingungslos und mit vollem Einsatz f\u00fcr seine Sache einzusetzen. Er l\u00e4dt uns zum Paradies ein und ruft uns dazu auf, aufopfernd daf\u00fcr zu arbeiten, wenn es hei\u00dft:<br><strong>Allah hat von den Gl\u00e4ubigen ihr Leben und ihr Gut f\u00fcr das Paradies erkauft (&#8230;)<\/strong> (Surah At-Taubah, 111)<br>Wenn Er (s.w.t.) uns zu all dem aufruft und wir diesem Aufruf nicht mit voller Ergebung und ganzem Einsatz nachkommen &#8211; so wie das Kampfpferd -, dann zeigen wir uns Ihm (s.w.t.) gegen\u00fcber wahrlich undankbar. Die Sahaba (r.a.) hingegen haben diese Verpflichtung Allah (s.w.t.) gegen\u00fcber begriffen und tief verinnerlicht und stets vergegenw\u00e4rtigt und haben ihre Aufgaben wetteifernd erf\u00fcllt. Betrachten wir den besten Menschen &#8211; nach dem Propheten (s.a.s.) &#8211; Abu Bakr. Er hatte unter anderem das beste Verst\u00e4ndnis \u00fcber den Islam, wenn nicht das Beste \u00fcberhaupt. Er hat viel f\u00fcr den Islam getan; er hat seine Tochter dem Propheten (s.a.s.) zur Frau gegeben; er hat enorm viel gespendet, viele freiwillige Ibadat (gottesdienstliche Handlungen) verrichtet, Sklaven freigekauft und Hunger und Pein f\u00fcr den Islam ertragen. Der Prophet (s.) sagte einst \u00fcber ihn: \u201eWenn der Iman von Abu Bakr auf einer Waagschale w\u00e4re und (der Iman) vom Rest der Ummah auf der anderen (Waagschale), so w\u00fcrde Abu Bakrs (Iman) \u00fcberwiegen.&#8220; Doch wird er (r.a.) im Qur&#8217;an nur an einer einzigen Stelle und wegen einer einzigen Eigenschaft geehrt, die ihm beim Gewaltigen (s.w.t.) eine besonders hohe Stellung beschert:<br><strong>(&#8230;) Und er als zweiter von zweien in der H\u00f6hle verbrachte, als er zu seinem Freunde sagte: F\u00fcrchte dich nicht, denn Allah ist mit uns (&#8230;)<\/strong> (Surah At-Taubah, 40)<br>Die Geschichte der H\u00f6hle ereignete sich w\u00e4hrend der Hidjra, als Abu Bakr alles in Mekka stehen und liegen lie\u00df &#8211; seine Familie, seine Kinder, seine Verwandten, sein Verm\u00f6gen, Haus und Hof \u2013 um den Propheten nach Medina zu begleiten. Er lie\u00df sein gesamtes Leben hinter sich, nur um gemeinsam mit dem Propheten (s.a.s.) die Hidjra vollziehen zu k\u00f6nnen, wodurch letztendlich der Islamische Staat gegr\u00fcndet wurde. Diese selbstlose, bedingungslose Bereitschaft, alles aufzuopfern,zeichnete ihn aus.<br>Betrachten wir Mus&#8217;ab ibn Umair (r.a.), ein weiterer Sahabi. Auch er hat viel f\u00fcr den Islam getan. Er wurde wegen seines Bekenntnisses zum Islam aus seiner Familie verbannt, geschlagen, gefesselt und enteignet und verlor sein gesamtes Hab und Gut. Auch er wird im Qur&#8217;an an einer einzigen Stelle zusammen mit anderen Sahaba (r.a.) erw\u00e4hnt:<br><strong>Und manche M\u00e4nner machen das wahr, was sie Allah versprochen haben<\/strong>. (33:23)<br>Denn in der Schlacht von Uhud ist Mus&#8217;ab ibn Umair (r.a.) als M\u00e4rtyrer gefallen, und der Djihad ist eine Art der Aufopferung, bei der das Erlangen des M\u00e4rtyrertods die h\u00f6chste Stufe darstellt. Und als man seine Leiche mit einem Tuch bedeckte, war dieses nicht gro\u00df bzw. lang genug, um seinen gesamten K\u00f6rper zu bedecken. War sein Gesicht bedeckt, so wurden seine F\u00fc\u00dfe sichtbar. Waren seine F\u00fc\u00dfe bedeckt, konnte man sein Gesicht sehen. In seiner vorislamischen Zeit war er n\u00e4mlich bekannt daf\u00fcr, dass er ein und dieselbe Kleidung kein zweites Mal trug, sprich er hatte mehr als genug zum Anziehen. So vornehm und wohlhabend war er. Doch am Ende hatte er nicht einmal mehr genug, um seine Leiche bedecken zu k\u00f6nnen. Er hat Buchst\u00e4blich sein letztes Hemd f\u00fcr den Islam gegeben.<br>Ein weiteres Vorbild f\u00fcr die Aufopferung stellt der Sahabi Abdullah ibn um-Makthum (r.a.) &#8211; auch genannt \u201eDer Blinde&#8220; &#8211; dar, dessen Beispiel wahrlich einzigartig ist und seinesgleichen sucht. Als dem Prophet (s.a.s.) folgende Ayah geoffenbart wurde und er diese vortrug:<br><strong>Diejenigen unter den Gl\u00e4ubigen, die daheim bleiben und die, welche f\u00fcr die Sache Allahs ihr Gut und Blut im Kampf einsetzen, sind nicht gleich (&#8230;)&#8220;<\/strong> (4:95)<br>f\u00fchlte sich der Sahabi davon angesprochen, obwohl er blind war. Er wusste n\u00e4mlich, was es bedeutet, sich f\u00fcr den Islam aufzuopfern und welch gro\u00dfartige Belohnung ihn beim Gewaltigen (s.w.t.) erwarten w\u00fcrde. Denn zu jener Zeit war nunmal der Djihad &#8211; der bewaffnete Kampf zur Beseitigung der materiellen Hindernisse, die der Verk\u00fcndung der islamischen Botschaft im Wege stehen &#8211; die h\u00f6chste Art der Aufopferung. Er fragte den Gesandten (s.a.s.) nach seinem Status bzw. ob er genauso von der Ayah angesprochen sei wie ein Sehender. Daraufhin bekam der Prophet (s.a.s.) eine (weitere) Offenbarung, wodurch die Aya ge\u00e4ndert wurde:<br><strong>\u201eDiejenigen unter den Gl\u00e4ubigen, die daheim bleiben &#8211; ausgenommen diejenigen, die es nicht verm\u00f6gen &#8211; und die, welche f\u00fcr die Sache Allahs ihr Gut und Blut im Kampf einsetzen, sind nicht gleich. Allah hat die mit ihrem Gut und Blut K\u00e4mpfenden \u00fcber die, die daheim bleiben, im Rang um eine Stufe erh\u00f6ht. Jeden von beiden aber hat Allah Gutes verhei\u00dfen; doch die K\u00e4mpfenden hat Allah vor den Daheimbleibenden durch gro\u00dfen Lohn ausgezeichnet&#8220;<\/strong>(4:95)<br>Durch die Erg\u00e4nzung <strong>\u201eausgenommen diejenigen, die es nicht verm\u00f6gen&#8220;<\/strong> wurde der Sahabi Abdullah ibn um-Makthum (r.a.) vom Djihad befreit. Nach dem Tode des Propheten (s.a.s.) hielt er es jedoch nicht mehr aus und entschloss sich, in den Kampf zu ziehen. Es war das 14. Jahr nach der Hidjra, als sich der (zweite) Kalif Umar (r.a.) entschieden hatte, die Perser anzugreifen und endg\u00fcltig zu besiegen. Er hatte all jene, die die F\u00e4higkeit besa\u00dfen zu k\u00e4mpfen, zur Teilnahme an dieser gewaltigen Schlacht aufgerufen. Unter den Mujahideen war auch unser Sahabi Abdullah ibn um-Makthum. Als die Armee keine Aufgabe f\u00fcr ihn fand und ihn deshalb nicht mitnehmen wollte, bat er darum, die Fahne des Islam w\u00e4hrend des Kampfes tragen zu d\u00fcrfen und versprach, dass er sie lebend nicht fallen lassen w\u00fcrde. Die Schlacht hielt drei Tage an, und die Muslime gingen siegreich aus ihr heraus; die Perser waren vernichtet. Viele lie\u00dfen in dieser Schlacht ihr Leben, so auch Abdullah ibn um-Makthum, der Blinde.<br>Sahaba-Geschichten solcher Art gibt es unz\u00e4hlige. Wir sehen, dass jene Eigenschaft, die s\u00e4mtliche Sahaba kennzeichnete, die Aufopferungsbereitschaft f\u00fcr den Islam ist. Mit dieser Eigenschaft sind sie zu Statthaltern auf Erden geworden und haben sich das Paradies regelrecht erkauft. Heute besteht die Aufopferung, die wir in all unseren Handlungen leisten k\u00f6nnen, im Einsatz f\u00fcr die Wiedererrichtung des Islamischen Staates. Doch wenn wir unsere Realit\u00e4t betrachten und uns fragen, ob wir uns f\u00fcr den Islam \u2013 unsere absolute Schicksalsfrage \u2013 g\u00e4nzlich aufopfern, dann f\u00e4llt die Antwort wohl eher negativ aus. Wir geben uns meistens mit dem, was wir im Alltag f\u00fcr den Islam tun, zufrieden. Wir tun hier und dort ein bisschen was, und wenn es fruchtet, dann meinen wir, man habe genug getan und alles sei gut. Sodann ziehen wir uns guten Gewissens zur\u00fcck und widmen uns anderen Dingen im Leben. Und genau hierin liegt ein falsches Verst\u00e4ndnis \u00fcber die Aufopferung vor. Denn beim Einsatz f\u00fcr den Islam geht es nicht um ein gutes Gewissen oder sichtbare Resultate, sondern nur um den absoluten Einsatz f\u00fcr die Da&#8217;wa an sich.<br>Abu Bakrs gro\u00dfartige Spenden waren auch ein Akt der Aufopferung, doch wusste er, dass er noch viel mehr leisten konnte, bis er seine absolute Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft durch die Hidjra bewiesen hatte. Viele Andere \u2013 unter ihnen ebenfalls Sahaba \u2013 hatten gez\u00f6gert auszuwandern. Abu Bakr (r.a.) jedoch war einer der ersten Auswanderer und wird daf\u00fcr im Qur&#8217;an erw\u00e4hnt.<br>Mus&#8217;ab ibn Umair (r.a.) hatte seine Familie, sein Ansehen und Verm\u00f6gen f\u00fcr den Islam geopfert, doch wusste er, dass er sich damit nicht zufrieden geben durfte; bis er sich schlie\u00dflich in der Schlacht von Uhud bewies und sein Versprechen gegen\u00fcber Allah (s.w.t.) absolut wahr machte und daf\u00fcr im Qur&#8217;an erw\u00e4hnt wird. Jenes Versprechen, dass er durch die Shahadah bezeugte; dass er n\u00e4mlich alles &#8211; wenn es sein muss, auch sein Leben &#8211; f\u00fcr die Sache Allahs opfern w\u00fcrde, sei es ihm lieb oder nicht.<br>Abdullah ibn um-Makhtum (r.a.) fand sich nicht damit ab, dass wegen ihm eine Ayah erg\u00e4nzt bzw. ge\u00e4ndert wurde und er dadurch rein rechtlich betrachtet vom Djihad befreit war. Trotz seiner Blindheit nahm er an der gewaltigen Schlacht gegen die Perser teil und marschierte als Fahnentr\u00e4ger des Islam gegen sie auf &#8211; nur um seine Aufopferungsbereitschaft unter Beweis zu stellen. Und diese hat er wahrlich bewiesen.<br>All diese Taten der Sahaba (r.a.) verdeutlichen uns, dass die Konzeption der Aufopferung zu den wichtigsten Lebensverst\u00e4ndnissen des Islam geh\u00f6rt. Der Muslim soll nicht nur mit rechtlichem Ma\u00dfstab messen, sprich er soll \u00fcber die Verpflichtenden Handlungen hinaus seinen Beitrag f\u00fcr den Islam leisten. Denn das Beurteilen von Handlungen und Dingen nach dem rein rechtlichen Aspekt birgt die Gefahr in sich, dass man den bequemeren Weg geht um M\u00fche und Anstrengung zu vermeiden. Diese Eigenschaft liegt nunmal im Wesen des Menschen. Abullah ibn um- Makthum (r.a.) war rechtlich betrachtet zum Djihad nicht verpflichtet. Doch hat er diese Sache nicht nur rein juristisch sondern vielmehr konzeptionell betrachtet und ist zu dem Schluss gekommen, dass er trotz seiner Blindheit zur Rechenschaft gezogen werden k\u00f6nnte, sollte er sich nicht f\u00fcr die Sache Allahs im Kampf aufopfern. Wir erkennen nun, dass die Bereitschaft zur Aufopferung sowohl eine konzeptionelle als auch Herzensangelegenheit ist. Die Sahaba wussten n\u00e4mlich, dass Allah (s.w.t.) in ihre Herzen schaut und sie ihn nicht t\u00e4uschen k\u00f6nnten. Sie waren regelrecht selbst Zeuge dar\u00fcber, ob und wie viel sie f\u00fcr den Islam zus\u00e4tzlich leisten konnten.<br>Und so hei\u00dft es in Surah Al-Adiyat weiter, nachdem Allah (s.w.t.) uns mitteilt, dass der Mensch wahrlich undankbar gegen\u00fcber seinem Herrn ist:<br><strong>\u201eund er (selbst) ist dar\u00fcber wahrlich Zeuge (7).<\/strong> (&#8230;)&#8220;<br>D.h., wir sind Zeuge \u00fcber uns selbst &#8211; sowohl im Diesseits als auch im Jenseits &#8211; ob wir uns mit dem, was uns Allah (s.w.t.) beschert, f\u00fcr seine Sache mit aller Kraft aufopfernd einsetzten oder nicht.<br>Und weiter:<br><strong>\u201eUnd er ist in seiner Liebe zum weltlichen wahrlich in Eile (8). (&#8230;)&#8220;<\/strong><br>Im Trachten nach dem Weltlichen, in der Liebe zum Wohlstand und zur Bequemlichkeit befinden wir uns in Eile. In weltlichen bzw. materiellen Angelegenheiten leisten wir unsere \u00e4u\u00dferste Anstrengung und opfern uns f\u00fcr unser leibliches Wohlbefinden bereitwillig auf. F\u00fcr die Sache Allahs jedoch tun wir dies nicht. Wir opfern uns nicht gleicherma\u00dfen f\u00fcr den Islam auf und setzen uns weder Unannehmlichkeiten noch Gefahren aus, um dem Islam zum Sieg zu verhelfen. Wenn es aber um unsere pers\u00f6nlichen und irdischen Interessen geht, dann ist uns pl\u00f6tzlich keine Anstrengung zu schwer und kein Opfer zu gro\u00df. Diese Krankheit der Liebe zum Diesseits l\u00e4sst in uns die Aufopferungsbereitschaft f\u00fcr die Sache Allahs schwinden.<br>Der Prophet (s.a.s.) sagt in einem Hadith:<br>\u201eEs wird eine Zeit kommen, da werden die Kuffar (Nationen) \u00fcber euch herfallen wie Hunde \u00fcber ein St\u00fcck Fleisch. Die Sahaba (r.a.) fragten: \u201eWerden wir zu dieser Zeit wenige sein, Oh Gesandter Allahs?&#8220; Er antwortete: \u201eNein, ihr werdet zahlreich sein wie der Schaum am Meer, jedoch bedeutungslos. Allah wird die Angst und die Furcht vor euch aus den Herzen eurer Feinde nehmen und in eure Herzen Schw\u00e4che werfen.&#8220; Die Sahaba (r.a.) fragten: \u201eWas wird diese Schw\u00e4che in den Herzen der Muslime sein, oh Gesandter Allahs?&#8220; Er sagte: \u201eDie Liebe zum Diesseits, und die Abscheu vor dem Jenseits.&#8220;<br>Das Haupthindernis auf dem Weg zur Aufopferung f\u00fcr den Islam &#8211; und dies nehmen wir meist nicht einmal bewusst wahr &#8211; ist die Liebe zum Diesseits. Umar (r.a.) kam einmal zum Propheten (s.a.s.) hinein und sah, wie der Prophet (s.a.s.) hauste. Sogleich begann Umar (r.a.) zu weinen. Der Prophet (s.a.s.) fragte ihn, was geschehen sei, worauf Umar antwortete: \u201eYa Rasulullah, die K\u00f6nige von Persien und Rom schlafen in Gem\u00e4chern auf Seide und Brokat. Du bist aber der Liebling Allahs und lebst so bescheiden.&#8220; Der Prophet (s.a.s.) schaute ihn an und sagte: \u201eYa Umar, bist du nicht damit zufrieden, das Allah ihnen das Diesseits, aber uns das Jenseits geschenkt hat? Bist du nicht damit Zufrieden, Ya Umar?&#8220;<br>Dies Worte des Gesandten an Umar sind ebenso an alle Muslime gerichtet.<br>Nachdem Allah (s.w.t.) die Undankbarkeit des Menschen aufgedeckt hat, ihn zum Zeugen \u00fcber sich selbst ernannt und seine pers\u00f6nliche Neigung zum irdischen Gl\u00fcck zutage gebracht hat, l\u00e4sst Er (s.w.t.) uns nicht einfach so davonkommen sondern zeigt uns die Konsequenz unseres Wirkens auf und gleichzeitig auch die Medizin, mit der wir uns davon heilen k\u00f6nnen:<br><strong>Wei\u00df er denn nicht, dass die Gr\u00e4ber durchw\u00fchlt werden (9),<\/strong><br><strong>und herausgeholt wird, was in den Br\u00fcsten ist (10)?<\/strong><br><strong>An jenem Tage wird Allah sie am besten kennen (11)<\/strong><br>Das hei\u00dft, wir haben vergessen, das ein Tag kommen wird, an dem wir f\u00fcr unser Tun zur Rechenschaft gezogen werden; ein Tag, an dem Allah (s.w.t.) in unsere Herzen schaut; ein Tag, an dem es keine Ausrede mehr geben wird und wir begr\u00fcnden m\u00fcssen, weshalb wir uns nicht f\u00fcr seine Sache aufopferten. Haben wir etwa vergessen, dass das irdische Leben nur eine Pr\u00fcfung ist und der Kluge sein Gl\u00fcck nicht darin suchen sollte?<br>Und genau dies ist die Medizin; n\u00e4mlich das Erinnern an das Jenseits und den Tag der Abrechnung und damit unweigerlich verbunden an den Stellenwert des verg\u00e4nglichen diesseitigen Lebens. Lasst uns gewissenhaft versuchen, all dies zu verinnerlichen um letztendlich dem Titel des Aufopfernden bei Allah (s.w.t.) gerecht zu werden. Denn nur dann sind wir f\u00e4hig, unser Versprechen Allah gegen\u00fcber wahr zu machen und den herrschenden Weltm\u00e4chten die Stirn zu bieten; nur dann sind wir in der Lage, die Ehre und die W\u00fcrde der Ummah wiederherzustellen und zu besch\u00fctzen &#8211; n\u00e4mlich durch die Wiedererrichtung des Islamischen Staates. Die Sahaba hatten viele edle Eigenschaften, erleuchtete Verst\u00e4ndnisse und vorbildliche Charakterz\u00fcge. Doch ihr hervorstechendes Merkmal war die Aufopferungsbereitschaft f\u00fcr den Islam, denn sie wussten, welche Bedeutung sie bei Allah (s.w.t.) hat.<br>Betrachten wir abschlie\u00dfend noch folgenden ehrw\u00fcrdigen Hadith des Gesandten (s.a.s.): <strong>&#8222;Das Prophetentum wird unter euch weilen, solange Allah will, dass es weilt. Dann wird Allah es aufheben, wenn Er es aufheben will. Sodann wird ein Kalifat gem\u00e4\u00df dem Plan des Prophetentums entstehen. Es wird weilen, solange Allah will, dass es weilt. Dann wird Allah es aufheben, wenn Er es aufheben will. Sodann wird eine bevorrechtete Herrschaft folgen. Sie wird weilen, solange Allah sie weilen l\u00e4sst. Dann wird Allah sie aufheben, wenn Er sie aufheben will. Sodann wird eine Gewaltherrschaft folgen. Sie wird weilen, solange Allah sie weilen l\u00e4sst. Dann wird Allah sie aufheben, wenn er sie aufheben will. Sodann folgt ein Kalifat gem\u00e4\u00df dem Plan des Prophetentums.&#8220;<\/strong> (\u00fcberlliefert bei Ahmad)<br>Im Schlussteil hei\u00dft es:<strong> \u201eSodann folgt ein Kalifat, gem\u00e4\u00df dem Plan des Prophetentums.&#8220;<\/strong><br>Dies bedeutet einerseits, dass das Kalifat gem\u00e4\u00df der Tariqah bzw. der Methode des Propheten (s.a.s.) von neuem entstehen wird. Andererseits bedeutet dies aber auch, dass die Muslime, die sich an der Wiedererrichtung beteiligen, ebenfalls die Eigenschaften der Gef\u00e4hrten Muhammads (s.a.s.) aufweisen m\u00fcssen. Und sollten wir jene Eigenschaften der Sahaba nicht in uns tragen \u2013 allen Eigenschaften voran die Aufopferungsbereitschaft -, dann wird uns Allah (s.w.t.) wom\u00f6glich nicht mit dem Kalifat ehren; und wom\u00f6glich geh\u00f6ren wir im Jenseits nicht zu jenen, die sich an der Errichtung des Kalifats beteiligt hatten, obwohl wir die Ideen in uns tragen. Es reicht n\u00e4mlich nicht aus, einfach nur Bef\u00fcrworter des Kalifats zu sein. Vielmehr entscheiden die Handlungen gem\u00e4\u00df den Verst\u00e4ndnissen und Konzeptionen. Vielmehr wird Allah (s.w.t.) eine Generation hervorbringen, die Er liebt und die ihn liebt und die sich g\u00e4nzlich f\u00fcr seine Sache aufopfert. Er (s.w.t.) wird sie im Diesseits mit dem Islamischen Staat ehren und im Jenseits mit Seinem Paradies. Bitten wir Allah (s.w.t.) darum, uns zu dieser erlauchten Generation geh\u00f6ren zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allah spricht hier \u00fcber eine bestimmte Eigenschaft des Menschen, n\u00e4mlich \u00fcber die Undankbarkeit gegen\u00fcber seinem Herrn.<\/p>\n","protected":false},"author":20,"featured_media":3378,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[125,282,1303,2145,2540],"class_list":["post-9620","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-konzeptionen","tag-al-adiyat","tag-aufopferung","tag-islam","tag-quran-3","tag-tafsir"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9620","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/20"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9620"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9620\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3378"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9620"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9620"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9620"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}