{"id":9615,"date":"2015-01-10T00:00:00","date_gmt":"2015-01-10T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9615"},"modified":"2015-01-10T00:00:00","modified_gmt":"2015-01-10T00:00:00","slug":"der-sieg-und-die-konditionen-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9615","title":{"rendered":"Der Sieg und die Konditionen I"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts der gegenw\u00e4rtigen Lage sowohl in der islamischen Welt als auch in den L\u00e4ndern der Nichtmuslime ist mit einem Wandel von globaler Reichweite zu rechnen. Ein Wandel, der die weltpolitische Lage auf den Kopf stellen wird. Einer der gro\u00dfen Coups der Weltgeschichte; gewaltiger als der Erste und der Zweite Weltkrieg und grandioser als die Entstehung und Expansion Roms. Ein Wandel, der die Welt, wie wir sie bisher kannten, in ihren Grundfesten ersch\u00fcttern wird. Ein solcher Wandel steht unmittelbar bevor, und jeder, der auch nur ansatzweise \u00fcber ein politisches Bewusstsein verf\u00fcgt, erkennt die oben beschriebene Lage wieder. Die weltpolitische Situation ist so angespannt wie nur selten zuvor. Die Konflikte dehnen sich auf allen Kontinente aus, und die amtierenden Weltm\u00e4chte sind sowohl innen- als auch au\u00dfenpolitisch angeschlagen.<br>Nicht nur die muslimischen W\u00fcrdentr\u00e4ger und Denker vernehmen diese bevorstehende \u00c4nderung, wie z.B. Abdul Majeed al-Zindani, der meinte, dass die realpolitischen Gegebenheiten darauf hinwiesen, dass das Kalifat schon bald entstehe. Auch die westlichen Pers\u00f6nlichkeiten, Politiker und Analysten erkennen, dass sich ein solcher Wandel abzeichnet. Glenn Beck, einer der ber\u00fcchtigtsten Vertreter der Amerikanischen Rechten und in Amerika hochbekannter Fernsehmoderator, betreibt im Sender Fox News die \u201eGlenn Beck Show&#8220;, die den zweiten Platz der meistgesehenen Sendungen belegt. Im Mai dieses Jahres warnte er in seiner Sendung vor der Entstehung des Kalifats und der damit verbundenen Umw\u00e4lzung in der Welt und gab zu bedenken, dass die Welt nichts Schlimmeres bef\u00fcrchten k\u00f6nne als ein globales Kalifat. Dieses w\u00fcrde die milit\u00e4rische und \u00f6konomische St\u00e4rke aller \u201emoderaten&#8220; islamischen Regime unter einer F\u00fchrerschaft vereinen, was f\u00fcr die westliche Welt einer Katastrophe gleichk\u00e4me. Auf Youtube tauchen unter dem Suchbegriff \u201eCaliphate&#8220; ganz oben die Videos von Glenn Beck auf, die vor der Entstehung des Kalifats warnen.<br>Der bekannte deutsche Journalist und Chefredakteur der Zeit, Dr. Theo Sommer, hielt einen Vortrag an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen mit der \u00dcberschrift \u201eWer regiert die Welt in 50 Jahren?&#8220; Als erfahrener Politikjournalist und Sch\u00fcler von Henry Kissinger stellt er vier m\u00f6gliche Szenarien f\u00fcr die kommenden 50 Jahre auf, die auf seinen Studien und Analysen \u00fcber die Lage der Welt basieren. Eines dieser Szenarien nennt er \u201eDas neue Kalifat&#8220;. So ist es f\u00fcr ihn denkbar, dass in absehbarer Zukunft ein solcher islamischer Gro\u00dfstaat entsteht, zitiert jedoch im gleichen Atemzug Friedrich, den Gro\u00dfen, der sagte: \u201eUnsere Spekulationen \u00fcber die Zukunft und alle politischen Mutma\u00dfungen sind nichts als Possen.&#8220; Er stellt also klar, dass politische Prognosen sehr schwer aufzustellen sind, schlie\u00dft dennoch ein Kalifat in naher Zukunft nicht aus, da die weltpolitische Lage darauf hinweise; unabh\u00e4ngig davon, ob einen ein solches Szenario erfreulich sei oder nicht.<br>Wir als Muslime haben den Vorteil, dass wir keine grundlegenden Zukunftsprognosen aufstellen m\u00fcssen, da die islamischen Quelltexte uns hier\u00fcber bereits vor 1400 Jahren berichtet haben. Unsere realpolitischen Prognosen k\u00f6nnen in den Detailfragen falsch sein, da wir sie aus der Realit\u00e4t entnehmen, doch haben wir die verschiedenen geschichtlichen Epochen unserer Ummah durch unseren Deen \u00fcbermittelt bekommen. Hierbei sei auf den bekannten Hadith des edlen Propheten Muhammad (s.a.s.) hingewiesen, in dem er uns mitteilt, dass nach der Gewaltherrschaft ein Kalifat gem\u00e4\u00df dem Plane des Prophetentums entstehen wird. Laut der \u00dcberlieferung bei Ahmad schwieg er, nachdem er dies sagte. Sein Schweigen wird von den Gelehrten dahingehend gedeutet, dass die Epoche des Kalifats bis zum Ende der Welt fortdauern wird.<br>Als Muslime sind wir fest davon \u00fcberzeugt, dass der Sieg von Allah (s.w.t.) verliehen wird. Daran besteht nicht der Schimmer eines Zweifels. So kennt ein jeder von uns das Versprechen Allahs \u00fcber den Sieg, \u00fcber den Er (s.w.t.) uns in zahlreichen Ayat berichtet:<br>Er ist es, Der Seinen Gesandten mit der F\u00fchrung und dem wahren Deen entsandt hat, auf dass Er ihn \u00fcber jeden anderen Deen siegen lasse&#8230; (Sura Al-Fath, Aya 28)<br>Und an anderer Stelle:<br><strong>&#8230;doch Allah wird sein Licht vollenden, auch wenn die Ungl\u00e4ubigen es verw\u00fcnschen<\/strong> (Sura As-Saff, Aya 8)<br>In einem Hadith des Gesandten (s.a.s.) wird sinngem\u00e4\u00df berichtet, dass der Islam \u00fcber alles herrschen wird, worauf die Sonne scheint. Die Gelehrten deuten diesen Hadith dahingehend, dass eine Zeit kommen wird, in der die islamische Herrschaft die gesamte Welt umfasst. Dieser Sieg und sein Eintreffen sind eine unumg\u00e4ngliche Sache und die Auseinandersetzung zwischen Wahrheit und Unwahrheit wird bis Jaum-ul-Qiyama fortdauern.<br>Gleichzeitig ist der Sieg jedoch an bestimmte Konditionen gebunden, die erf\u00fcllt werden m\u00fcssen, damit Allah (s.w.t.) den Muslimen zum Siege verhilft. F\u00fcr den Muslim ist es wichtig, diese Bedingungen zu kennen und sie zu analysieren.<br>Die erste und wichtigste Kondition, von der alles abh\u00e4ngt, ist die Pr\u00fcfung der Gl\u00e4ubigen. Denn der Gl\u00e4ubige sieht das gesamte Leben als eine Pr\u00fcfung. Aus diesem Blickwinkel heraus handelt er und sch\u00f6pft seinen Handlungsantrieb bzw. Tatendrang. Bevor der Sieg eintrifft, wird Allah (s.w.t.) die Muslime in ihrer Standhaftigkeit pr\u00fcfen.<br>So sehen wir, dass Allah (s.w.t.) es zugelassen hat, dass das Blut seines edlen Propheten geflossen ist, bevor Er (s.w.t.) ihm in Madina den Sieg gab und den ersten Islamischen Staat entstehen lie\u00df. Er warf Ibrahim (a.s.) ins Feuer, bevor er ihn vor Nimrud erhob. Er testete Nuhs Standhaftigkeit \u00fcber 950 Jahre, bevor die Fluten eintrafen, der Schmutz weggesp\u00fclt wurde und Nuhs Schar als Sieger hervorging. So spricht der Erhabene im Qur&#8217;an:<br><strong>Und was euch am Tage des Zusammensto\u00dfes der beiden Scharen traf, das geschah mit Allahs Erlaubnis, und damit Er die Gl\u00e4ubigen erkennt<\/strong> (Sura Aali Imraan, Aya 166)<br>Diese Aya wurde bekannterma\u00dfen nach der Schlacht von Uhud herabgesandt. Hiermit stellt Allah klar, dass er die Gl\u00e4ubigen durch Sieg und Verlust pr\u00fcft.<br>So pr\u00fcft Allah die Gl\u00e4ubigen stets, bevor er ihnen den Sieg verleiht &#8211; um den Wahrhaftigen vom Munafiq zu unterscheiden. Und so werden die Reihen der Muslime durch gewaltige Pr\u00fcfungen gereinigt, bevor ihnen Allah (s.w.t.) den Sieg gibt. Dies sehen wir an den Geschichten der fr\u00fcheren Propheten (a.s.), aber auch in unserer eigenen Geschichte als Ummah des Gesandten Muhammad (s.a.s.).<br>Hierzu kann man unter anderem die Geschichte von Khabab ibn Aratt (r.a.) als Beispiel anf\u00fchren. Dieser war einer der ersten zehn Personen, die den Islam angenommen hatten. Er war ein Sklave in Mekka und Eisenschmied. Die Gelehrten berichten \u00fcber ihn, dass er noch kein m\u00e4nnliches Alter erreicht hatte, als er den Islam annahm. Seine Herrin war eine Unrechtbegeherin. Als sie n\u00e4mlich erfuhr, dass Khabab den Islam angenommen hatte, folterte sie ihn unaufh\u00f6rlich. Sie nahm das Eisen, aus dem er Schwerter fertigte, schmolz es im Feuer und folterte ihn mit der Schmelze. Er trug lebensgef\u00e4hrliche Verletzungen davon; dies \u00fcber l\u00e4ngere Zeit hinweg. Dieser Sahabi, der solch eine Pr\u00fcfung schon hinter sich hatte, ging zum Gesandten und fragte ihn bez\u00fcglich des Sieges: \u201eWillst du nicht f\u00fcr uns um Hilfe fragen? Willst du nicht zu Allah beten f\u00fcr uns?&#8220;<br>Der Prophet (s.a.s.) entgegnete: <strong>\u201eEs gab einen Mann vor eurer Zeit, f\u00fcr den man einen Graben grub und ihn hineinsetzte. Dann holte man eine S\u00e4ge, platzierte sie auf seinem Kopf, sodass er in Zwei geteilt wurde. Andere wurden mit eisernen K\u00e4mmen bearbeitet, sodass die Haut sich von den Knochen l\u00f6ste. Doch dies hinderte sie nicht an ihrem Deen. Bei Allah, diese Angelegenheit (der Islam) wird in so weit vervollst\u00e4ndigt werden, dass ein Reisender aus Sanaa nach Hadramaut gehen kann und hierbei nur Allah f\u00fcrchtet und den Wolf f\u00fcr seine Schafe, doch ihr seid ungeduldige Leute.&#8220;<\/strong><br>Der Gesandte machte ihm klar, dass er eine noch gewaltigere Pr\u00fcfung bestehen muss bzw. noch mehr Zeit vergehen wird, bis Allah (s.w.t.) den Sieg verleihen wird. Und einige Jahre sp\u00e4ter, nach dem Versprechen des Gesandten an ihn und seinem Ableben, sa\u00df Khabab in einer wahrhaft edlen Runde, in der sie \u00fcber die alten Zeiten als Unterdr\u00fcckte im Lande redeten. In dieser Runde waren unter anderem Umar (r.a.), damaliger Kalif, Bilal, der Gebetsrufer des Gesandten und andere Sahaba der ersten Stunde. Wie wir wissen, herrschte der Islam zu jener Zeit \u00fcber den Gro\u00dfteil der damals bewohnten Welt. Auch das Reich des Heraklios und des Khosro standen unter islamischer Herrschaft. Und so schaute Umar als Kalif in diese edle Runde voll von Leuten, die in jungen Jahren alles f\u00fcr den Islam gegeben hatten, und blickte dann auf Bilal, den er fragte: \u201eBei Allah, Bilal, du hast es eigentlich verdient, Kalif zu sein.&#8220; Und die Sahaba fragten: \u201eO Bilal, wie konntest du nur die ganze Zeit standhaft \u201aAhadun Ahad&#8216; sagen (gemeint war hier die brutale Folterung in Mekka)?&#8220;<br>Bilal lachte und antwortete: \u201eEs war wahrlich eine Zeit, zu der ich nicht viel mehr \u00fcber den Islam wusste, als dass Allah (s.w.t.) \u201aAhadun Ahad&#8216; ist. Wenn ich mehr dar\u00fcber (\u00fcber den Islam) gewusst h\u00e4tte, so h\u00e4tte ich es gesagt!&#8220; Dann wandten sich alle Khabab (r.a.) zu, der sagte: \u201eYa Ameer-ul-Mu&#8217;mineen, soll ich dir sagen, was mit mir geschehen ist?&#8220; Da drehte er sich um und nahm das Gewand, das er trug, von seinem R\u00fccken. Die Wunden aus der Zeit von Mekka, die ihm seine Herrin mit dem geschmolzenen Eisen zugef\u00fcgt hatte, wurden sichtbar. Der \u00dcberlieferer berichtet, dass die Narben \u00fcber seinen gesamten R\u00fccken verteilt waren und einige die Gr\u00f6\u00dfe der Faust eines ausgewachsenen Mannes besa\u00dfen. Umar (r.a.) und die anderen Sahaba (r.a.), die bereits unz\u00e4hlige Schlachten erlebt hatten &#8211; darunter die Schlacht von Qadisiyya und andere gewaltige Schlachten \u2013 und so viel Blut und Leid gesehen hatten wie kein anderer, konnten sich den R\u00fccken Khababs nur f\u00fcr einen kurzen Moment ansehen, bevor sie ihre Blicke abwandten und fragten: \u201eYa Khabab was ist mit dir passiert?&#8220; Und dann fing er an, ihnen seine Geschichte zu erz\u00e4hlen. Und Umar sagte zu ihm: \u201eNiemand hat es mehr verdient, an dieser Versammlung teilzunehmen als du und Bilal.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts der gegenw\u00e4rtigen Lage sowohl in der islamischen Welt als auch in den L\u00e4ndern der Nichtmuslime ist mit einem Wandel von globaler Reichweite zu rechnen. 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