{"id":10303,"date":"2018-09-03T00:00:00","date_gmt":"2018-09-02T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10303"},"modified":"2018-09-03T00:00:00","modified_gmt":"2018-09-02T22:00:00","slug":"malcolm-x-mandela-und-die-macht-von-narrativen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10303","title":{"rendered":"Malcolm X, Mandela und die Macht von Narrativen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Muslime sollten ihre Lektion aus den schwarzen Freiheitsbewegungen des 20. Jahrhunderts lernen, wenn sie das politische und mediale Narrativ \u00fcber den Islam und die Muslime zu \u00e4ndern beabsichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die schwarzen B\u00fcrgerrechtsbewegungen bieten ebenso wie die Anti-Apartheidbestrebungen eine wichtige Lektion f\u00fcr alle die sich gegen Vorurteile und Diskriminierung einsetzen. Diese Beispiele demonstrieren eindrucksvoll die Macht der Berichterstattung, mittels derer Millionen f\u00fcr eine gemeinsame Sache vereinigt werden k\u00f6nnen. Die Welt l\u00e4sst sich dadurch auf Wegen ver\u00e4ndern, die kurze Zeit vorher noch unvorstellbar waren. Da sich die Muslime heutzutage einer immer st\u00e4rker werdenden Islamophobie ausgesetzt sehen, ist es umso wichtiger von den Erfolgen dieser Bewegungen zu lernen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter der Apartheid sind die schwarzen Menschen ausgeschlossen, in jedem Bereich des Lebens diskriminiert und den grundlegendsten Menschenrechten beraubt worden. R\u00fcckblickend erscheint es unm\u00f6glich abzustreiten, dass die Schwarzen in Amerika und S\u00fcdafrika unterdr\u00fcckt wurden und Anspruch darauf hatten, mehr Rechte einzufordern. Dies war nicht immer selbstverst\u00e4ndlich. F\u00fcr das Streben nach Rechten war es unabdingbar das rassistische Narrativ umzusto\u00dfen, und zwar nicht nur in den Augen der Welt, sondern auch in den Augen der Unterdr\u00fcckten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Apartheid und Rassentrennung sind die Erben derselben Rassentheorie, die urspr\u00fcnglich Sklavenhandel und die Kolonialisierung Afrikas legitimiert hat. Eine Ideologie, die besagt, dass den \u201eunzivilisierten schwarzen Untermenschen\u201c lediglich \u201eUnterjochung und Versklavung\u201c geb\u00fchrt. Das wei\u00dfe Volk hatte diesem Narrativ nach ein nat\u00fcrliches, gottgegebenes Recht auf die Herrschaft \u00fcber Afrika und seine V\u00f6lker.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst Menschen wie Malcolm X und Nelson Mandela mussten sich erst vom rassistischen Narrativ befreien. Beide dieser gro\u00dfen F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten beschrieben in ihren Autobiografien, wie sie erst realisieren mussten, dass die Situation der schwarzen Bev\u00f6lkerung keine normale Folge ihrer Minderwertigkeit war, sondern ein Unrecht, gegen das es sich zu erheben galt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mandela beschreibt seine Sichtweise als Junge: \u201e<em>Wei\u00dfe erschienen mir so gro\u00df wie G\u00f6tter und ich war mir dar\u00fcber im Klaren, dass sie mit einer Mischung aus Respekt und Ehrfurcht zu behandeln sind.<\/em>\u201c Er erkl\u00e4rt weiter: \u201e<em>Die Bildung, die ich bekam, war britisch. Sie lie\u00df britische Vorstellungen, die britische Kultur und britische Institutionen \u00fcberlegen erscheinen. So etwas wie afrikanische Kultur gab es nicht<\/em>.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Mandela in seinem letzten Schuljahr war, h\u00f6rte er einen Dichter seines Stammes von der Gro\u00dfartigkeit des afrikanischen Volkes und der afrikanischen Kultur, sowie von ihrer Unterdr\u00fcckung durch die Europ\u00e4er sprechen. Mandela beschreibt seine und seines Freundes Reaktion darauf wie folgt: \u201e<em>F\u00fcr mich war es wie ein Komet, der am Nachthimmel flog<\/em> (\u2026) <em>Es ist schwierig, den Effekt, den das auf uns hatte, zu beschreiben. Es war als w\u00fcrde das Universum kopfstehen<\/em>.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch erst als er sich der Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung anschloss und anfing aktiv zu werden, f\u00fchlte er, dass er endlich frei von den mentalen Ketten des Apartheidsnarrativs war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Die Kampagne befreite mich von jeglichen Zweifeln oder Minderwertigkeitsgef\u00fchlen, die ich innerlich vielleicht noch hegte. Ich befreite mich von dem Gef\u00fchl der \u00dcberw\u00e4ltigung durch die Macht und scheinbare Unantastbarkeit des wei\u00dfen Mannes und seiner Institutionen. Ich konnte aufrecht laufen wie ein Mensch und jedem in die Augen sehen mit der W\u00fcrde, die ich dadurch erlangte, dass ich mich nicht mehr von der Angst und Unterdr\u00fcckung aufhalten lassen habe.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Malcolm X sehen wir eine noch dramatischere Entdeckung von Selbstrespekt und W\u00fcrde. Malcolm beschreibt, wie er als junger Mann ein Opfer von Ignoranz und Selbsthass war, was so weit ging, dass er wei\u00df aussehen wollte und schmerzhafte Chemikalien nutzte, um sich das Haar zu gl\u00e4tten. Sein Bruder war es, der ihm als erstes sagte: \u201e<em>Du wei\u00dft noch nicht einmal wer du bist<\/em>.\u201c Dadurch realisierte er, dass ihm seine wahre Geschichte, Sprache, Kultur und Religion allesamt vom wei\u00dfen Kolonialisten geraubt wurden, mitsamt seiner Freiheit. Er beschreibt diese Wahrheit als \u201e<em>wie ein blendendes Licht<\/em>.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Narrative<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Narrativ, wie das rassistische Narrativ, das Apartheid und Rassentrennung f\u00f6rdert, kann eine unsichtbare Bedrohung sein, die das ganze Machtkonstrukt zusammenh\u00e4lt. Deckt man diese Bedrohung auf, kann das gesamte System zu wackeln beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Narrative sind so m\u00e4chtig, weil Geschichten so fundamental sind, dass Menschen sich daraus ihre Vorstellungen von der Welt ableiten. Geschichten verbinden verschiedene Gegebenheiten und Menschen auf eine bestimmte Art und Weise, wobei sie uns Helden und Schurken vorgeben, Probleme aufzeigen, die gel\u00f6st werden m\u00fcssen, Happy Ends vorgeben, die es zu erstreben gilt und Werte vermitteln, nach denen wir leben sollen. Narrative sind ein unglaublich m\u00e4chtiges Mittel um menschliche Handlungen zu lenken. Unsere Emotionen werden nicht durch kontextlose Fakten entfacht. Vielmehr bewegen Geschichten unsere Herzen und regen zum Handeln an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geschichten haben einen unglaublichen Effekt auf unsere Gedanken, der so weit reicht, dass Menschen erwiesenerma\u00dfen dazu neigen, Informationen auszublenden, die Narrativen in ihrem Kopf widersprechen. Laut Erkenntnissen der modernen Neurowissenschaften ist der Verstand des Menschen so strukturiert, dass er f\u00fcr Narrative empf\u00e4nglich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gro\u00dfen F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten der Geschichte der Zivilrechtsbewegungen und der Anti-Apartheidbestrebungen verstanden die versteckte Macht des Narrativs und seine entscheidende Rolle im Kampf f\u00fcr Freiheit und Gerechtigkeit. Steve Biko, die prominenteste Stimme des Black Consciousness Movement in der Zeit der Apartheid in S\u00fcdafrika sagte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Die m\u00e4chtigste Waffe in den H\u00e4nden des Unterdr\u00fcckers sind die Gedanken der Unterdr\u00fcckten.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Malcolm X beschrieb dies als \u201eOnkel Tom-\u201c oder \u201eHausnegermentalit\u00e4t.\u201c Diese Art zu denken war urspr\u00fcnglich die der Haussklaven \u2013 ausgew\u00e4hlte Diener, denen es viel besser ging als den schwarzen Massen, die in der Hitze auf den Plantagen leiden mussten: \u201e<em>Wenn du zu einem Hausneger gehen und sagen w\u00fcrdest: \u201eLass uns fliehen\u201c w\u00fcrde der Hausneger sagen: \u201eMan, bist du verr\u00fcckt? Wo soll ich ein besseres Haus als dieses finden? Wo soll ich bessere Kleidung als hier finden? Wo soll ich besseres Essen als hier finden?\u201c Und so nennen wir sie noch heute, denn wir haben immer noch einige Hausneger hier herumlaufen. Dieser moderne Hausneger liebt seinen Herrn.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Malcolm war mit der Gabe gesegnet, die Situation der schwarzen Bev\u00f6lkerung in scharfe Worte fassen zu k\u00f6nnen und mit ihnen die T\u00e4uschungen des rassistischen Narrativs zu durchbrechen. Er bereiste unerm\u00fcdlich das ganze Land um Reden zu halten und Interviews zu geben. Er gab zu verstehen, dass die schwarzen Menschen nicht darum baten besser behandelt zu werden, sondern vielmehr ihre Rechte einforderten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Wenn du mir ein Messer neun Zentimeter tief in den R\u00fccken stichst und es dann sechs Zentimeter herausziehst, ist das kein Fortschritt. Wenn du es ganz herausziehst ist es kein Fortschritt. Fortschritt ist die Wunde zu heilen, die der Stich verursacht hat. Und sie haben das Messer nicht herausgezogen, geschweige denn die Wunde behandelt. Sie w\u00fcrden noch nicht einmal zugeben, dass da ein Messer ist.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Wir erkl\u00e4ren unser Recht ein menschliches Wesen zu sein, als solches respektiert zu werden, und die Rechte eines menschlichen Wesens in dieser Gesellschaft zu besitzen, auf dieser Erde, an diesem Tag, das werden wir durchsetzen \u2013 mit allen n\u00f6tigen Mitteln.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Black Power und S\u00fcdafrika<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte eines unterdr\u00fcckten Volkes, das nach Rechten strebt wurde in Amerika und S\u00fcdafrika von verschiedenen F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten, Schreibern, Musikern, K\u00fcnstlern und Aktivisten erz\u00e4hlt und wiedererz\u00e4hlt \u2013 bis sich Millionen daran beteiligten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unz\u00e4hlige Individuen leisteten ihren Beitrag auf vielen verschiedenen Wegen, wobei alle eine gemeinsame Geschichte verband \u2013 eine Geschichte, die so ber\u00fchmt wurde, dass sie auch ohne Worte erz\u00e4hlt werden konnte, durch eine einfache Geste des Widerstands. Als 1968 der olympische Goldmedaillengewinner auf das Podium stieg und seine Faust zur \u201eBlack Power-Geste\u201c ballte, verstanden die Zuschauer das Narrativ.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Wenn ich gewinne bin ich Amerikaner und kein schwarzer Amerikaner. Doch wenn ich etwas Schlechtes tat, dann w\u00fcrden sie sagen ich sei ein Neger. Wir sind schwarz und wir sind stolz darauf, schwarz zu sein. Das schwarze Amerika wird verstehen, was wir heute Nacht getan haben.<\/em>\u201c (Tommy Smith, Goldmedaillengewinner)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Sicht des rassistischen Narrativs wurden die Athleten in den amerikanischen Medien als spaltende Unruhestifter dargestellt. Trotzdem war das Narrativ durch die schwarzen B\u00fcrgerrechtsbewegungen unglaublich machtvoll, denn es war die universelle Geschichte eines Volkes, das f\u00fcr seine Recht einstand, eine Geschichte mit dem Potenzial, von jedem verstanden und unterst\u00fctzt zu werden, unabh\u00e4ngig von Rasse oder Nationalit\u00e4t. Bilder von der Siegerehrung und Medaillenverleihung der Olympischen Sommerspiele 1968 zeigen eins deutlich: ein wei\u00dfer australischer Athlet tr\u00e4gt, ebenso wie zwei schwarze Athleten, eine Plakette mit der Aufschrift: \u201e<em>Olympic Project for Human Rights<\/em>\u201c. Damit zeigt auch dieser Solidarit\u00e4t f\u00fcr den Protest der Schwarzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bild der \u201eBlack Power-Geste\u201c bei den Olympischen Spielen 1968 erreichte nicht nur Kultstatus, sondern auch Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Die S\u00fcdafrikaner, die die Apartheid bek\u00e4mpften, verstanden auch wie wichtig es war, ihre Geschichte der ganzen Welt zu erz\u00e4hlen. Der Afrikanische Nationalkongress (ANC) \u2013 jene Organisation im Mittelpunkt der Anti-Apartheidbestrebungen &#8211; schickte Oliver Tambo, einen von Mandelas engsten Freunden und Kollegen, ins Ausland, um ihre Geschichte zu verbreiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von seiner Basis in London aus half Tambo, den Einfluss des ANC auf 27 L\u00e4nder auszuweiten. Er bereiste die Welt und sprach \u00fcber die Unterdr\u00fcckung seines Volkes und ihre rechtm\u00e4\u00dfigen Forderungen. Diese Anstrengungen zum weltweiten Verk\u00fcnden ihrer Geschichte der Freiheitsbestrebungen sind es letztendlich gewesen, die eine weltweite Solidarit\u00e4tsbewegung nach sich gezogen haben, was dazu f\u00fchrte, dass Regierungen auf der ganzen Welt gezwungen waren, das Apartheidregime zu isolieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute steht vor dem Londoner Parlament eine Statue von Mandela, die seine Rolle als von allen respektierten Helden untermauert. Noch vor wenigen Jahren, vor dem Sieg des Afrikanischen Nationalkongress durch die ersten Wahlen in S\u00fcdafrika, an denen Schwarze teilnehmen durften, und aus denen Nelson Mandela als erster schwarzer Pr\u00e4sident hervorging, wurde in jenem Parlament in London folgendes gesagt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Der Afrikanische Nationalkongress ist die klassische Terrororganisation (\u2026) Jeder der denkt, dass sie die Regierung in S\u00fcdafrika \u00fcbernehmen k\u00f6nnen, lebt im Wolkenkuckucksheim.<\/em>\u201c (in einem M\u00e4rchenland, Anm. d. Autors). (Margaret Thatcher, 1987)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Wie lange will sich die Ministerpr\u00e4sidentin noch von diesem schwarzen Terroristen auf der Nase herumtanzen lassen.<\/em>\u201c (Terry Dicks \u00fcber Mandela, ehemaliger Ministerpr\u00e4sident Gro\u00dfbritanniens)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Nelson Mandela sollte erschossen werden.<\/em>\u201c (Teddy Taylor)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein islamisches Narrativ<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den 1980er Jahren wurde Nelson Mandela im Westen gemeinhin als Terrorist angesehen. Heutzutage werden die Muslime als Terroristen angesehen. Die Geschichte, die h\u00e4ufig \u00fcber die Muslime erz\u00e4hlt wird, ist, dass sie ein aggressives Volk sind, das der Welt eine unterdr\u00fcckerische Religion aufzwingen will. Tats\u00e4chlich aber ist die Geschichte der Muslime die Geschichte eines Volkes, das seit Jahrzehnten kolonialisiert, gedem\u00fctigt und terrorisiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So sagte schon Malcolm X: \u201e<em>Wenn du nicht aufpasst, lassen dich die Zeitungen den Unterdr\u00fcckten hassen und den Unterdr\u00fccker lieben.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinsichtlich der Muslime hat sich ein negatives Narrativ durchgesetzt. Im besten Fall h\u00f6ren wir nur vereinzelt einige kleine aus dem Zusammenhang gerissene Fragmente der wahren Geschichte der muslimischen <em>umma<\/em>. Ein islamisches Narrativ fehlt. Weil andere uns definieren, kontrollieren sie auch unser politisches Schicksal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was aber ist dieses fehlende islamische Narrativ? Kurz gesagt, es ist das Narrativ unserer muslimischen Br\u00fcder und Schwestern, die heute in so vielen L\u00e4ndern \u00fcberall auf der Welt leiden. Es ist das Narrativ unserer gro\u00dfartigen Geschichte als ein Volk und unserer heiligen Pflicht gegen Ungerechtigkeit aufzustehen und unsere <em>umma<\/em> von diesen zu befreien und sodann zu alter Gr\u00f6\u00dfe zu finden \u2013 den Fu\u00dfstapfen unseres Propheten Mohammed (s) folgend.<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u0645\u064e\u0627 \u0623\u064e\u0631\u0652\u0633\u064e\u0644\u0652\u0646\u064e\u0627\u0643\u064e \u0625\u0650\u0644\u064e\u0651\u0627 \u0631\u064e\u062d\u0652\u0645\u064e\u0629\u064b \u0644\u0650\u0651\u0644\u0652\u0639\u064e\u0627\u0644\u064e\u0645\u0650\u064a\u0646\u064e<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit f\u00fcr die Weltenbewohner entsandt.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">21:107<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sollten nicht vergessen, dass das Leid der schwarzen Bev\u00f6lkerung in S\u00fcdafrika und Amerika schon viele Jahre im Gange war als die modernen Freiheitsbewegungen entstanden. Erst als ein Narrativ das politische Bewusstsein der Massen weckte und sich immer weiter verbreitete, so dass die Bestrebungen der Menschen sich vereinten, begann der wahre Kampf um ihre Freiheit vom Kolonialismus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die schwarzen B\u00fcrgerrechtsbewegungen und die Anti-Apartheidbestrebungen sind die besten Beispiele f\u00fcr die Macht eines Narrativs, das Millionen gew\u00f6hnlicher Menschen wachr\u00fcttelte und sie politisch f\u00fcr ihre Rechte und die Rechte anderer k\u00e4mpfen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sollten nie vergessen, dass Bestrebungen gegen jede Form der Unterdr\u00fcckung ein Teil der Geschichte unserer <em>umma<\/em> sind. Die schwarzen B\u00fcrgerrechtsbewegungen wurden von Nachfahren der versklavten afrikanischen Muslime gegr\u00fcndet. Viele von ihnen sind gemeinsam mit Malcolm X zum Islam zur\u00fcckgekehrt. Au\u00dferdem spielten, was selten Erw\u00e4hnung findet, viele s\u00fcdafrikanische Muslime eine Schl\u00fcsselrolle im Sieg gegen die Apartheid.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Geschichten sind Teil der Geschichte unserer <em>umma<\/em>, an die wir uns mit Stolz erinnern sollten. Doch sie sind kein abgeschlossenes Kapitel unserer Vergangenheit, sondern vielmehr eine eindringliche Lektion f\u00fcr uns in unserer aktuellen Notlage.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Muslime sollten ihre Lektion aus den schwarzen Freiheitsbewegungen des 20. Jahrhunderts lernen, wenn sie das politische und mediale Narrativ \u00fcber den Islam und die Muslime zu \u00e4ndern beabsichtigen.<\/p>\n","protected":false},"author":20,"featured_media":2295,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[1665,1678,1682,1876],"class_list":["post-10303","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte","tag-macht","tag-malcolm","tag-mandela","tag-narrativen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10303","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/20"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10303"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10303\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2295"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10303"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10303"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}