{"id":10223,"date":"2018-01-07T00:00:00","date_gmt":"2018-01-07T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10223"},"modified":"2018-01-07T00:00:00","modified_gmt":"2018-01-07T00:00:00","slug":"die-russisch-amerikanischen-aktivitaeten-in-syrien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10223","title":{"rendered":"Die russisch-amerikanischen Aktivit\u00e4ten in Syrien"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antworten auf Fragen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die russisch-amerikanischen Aktivit\u00e4ten in Syrien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Saad al-Hariri, ein Getreuer des saudischen Herrscherhauses<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erste Frage:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Uns ist bekannt, dass Russland im Einvernehmen mit den USA oder vielmehr auf deren Gehei\u00df in den Syrien-Konflikt eingetreten ist, um das Assad-Regime aufrechtzuerhalten und den Boden f\u00fcr eine politische L\u00f6sung mit der Opposition zu bereiten. Es war allerdings zu beobachten, dass die russischen Bem\u00fchungen, Regime und Opposition unter anderem in Astana und Sotschi an einen Tisch zu bringen, von amerikanischer Seite so gut wie boykottiert wurden. Und wenn die USA \u00fcberhaupt Pr\u00e4senz zeigten, so in der Funktion eines Beobachters, wie etwa Jordanien. Wie ist das zu interpretieren? Danke!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Interpretation dessen l\u00e4sst sich in wenigen Worten zusammenfassen: amerikanische Arroganz und russische Dummheit. Die Erkl\u00e4rung dazu ist die folgende:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Es ist richtig, dass die russische Intervention mit Einverst\u00e4ndnis bzw. auf Gehei\u00df und im Interesse der USA erfolgte. Den Sachverhalt hatten wir bereits in einer Verlautbarung vom 11.10.2015 verdeutlicht: <em>(\u2026) Und das ist das gro\u00dfe Dilemma. Die Amerikaner inszenieren sich als diejenigen, die auf Seiten der Rebellen stehen. Das macht es ihnen demzufolge schwer, offen gegen sie vorzugehen. Nun haben die Rebellen dem Regime bereits empfindlichen Schaden zugef\u00fcgt, w\u00e4hrend eine amerikanische Alternative bis dato noch nicht in Sicht ist. So ist man auf jenes schmutzige \u201eFeuerspiel\u201c gekommen, dass Russland diesen Job \u00fcbernimmt. Russlands Rolle dabei ist, das Regime offen zu unterst\u00fctzen und die Rebellen ebenso offen zu bek\u00e4mpfen. Der Krieg gegen sie h\u00e4tte (aus russischer Sicht) seine Legitimation. Das Assad-Regime seinerseits stand bereit, Russland \u2013 im Auftrag Amerikas \u2013herbeizurufen. Und genau das ist eingetreten. Russland war damit einverstanden, in Syrien die Rolle des gehassten, niedertr\u00e4chtigen B\u00f6sewichts zu spielen \u2013 im Dienste der USA.<\/em> Noch deutlicher legten wir das Geschehen in einer Antwort auf eine Frage vom 18.11.2015 dar (<em>Die j\u00fcngsten Ereignisse in Syrien<\/em>):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(a) Der feindlichen Offensive Russlands gegen Syrien am 30.09.2015 ging unmittelbar davor \u2013 am 29.09.2015 &#8211; ein Treffen zwischen Obama und Putin voraus. Dieses Gespr\u00e4ch erstreckte sich \u00fcber neunzig Minuten [\u2026] Inhalt des ersten Teils der Gespr\u00e4che war dabei die Ukraine-Krise, w\u00e4hrend sich in der restlichen Zeit die beiden Staatschefs haupts\u00e4chlich \u00fcber die Lage in Syrien unterhielten. Direkt im Anschluss offenbarten sich die Ergebnisse dieses Treffens. Russia Today meldete am 30.09.2015, dass das russische Parlamentsoberhaus am 30.09.2015 einstimmig der Anfrage Putins stattgegeben habe, die russische Luftwaffe in Syrien einzusetzen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(b) Selbst die Angriffsziele der Russen in Syrien waren gr\u00f6\u00dftenteils mit den Amerikanern abgestimmt. CNN berichtete am 04.10.2015: \u201eGeneraloberst Andrej Kartapolow, Milit\u00e4rchef im Generalstab der russischen Armee, erkl\u00e4rte am Abend des 03.10.2015, dass bereits im Vorfeld die Angriffsziele der russischen Luftwaffe seitens der US-Milit\u00e4rf\u00fchrung Moskau mitgeteilt wurden und dass diese ausschlie\u00dflich das Terrain von Terroristen betr\u00e4fen<\/em>.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es waren demnach die USA, die den Russen Zutritt in Syrien verschafften, damit diese das syrische Regime unterst\u00fctzen und die Weichen f\u00fcr eine amerikanische L\u00f6sung legen. Man hat sie gewiss nicht hineingebeten, damit sie eine L\u00f6sung formulieren, als w\u00e4ren sie es, die in Syrien das Sagen haben. Doch ihr Mangel an Intelligenz lie\u00df die Russen glauben, sie h\u00e4tten nun bei der politischen L\u00f6sung das Ruder in der Hand, nachdem sie es waren, die die Gr\u00e4ueltaten ver\u00fcbt und den Sturz des Regimes aufgehalten haben. Die USA w\u00e4ren nach Ansicht Russlands nicht dagegen, sondern daf\u00fcr, da Russland, wie von Amerika gew\u00fcnscht, die Rolle des brutalen B\u00f6sewichts in Syrien erf\u00fcllt und das Regime vor dem Sturz bewahrt habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Aufgrund dieser verfehlten Annahme riefen die Russen zu den Treffen nach Astana und Sotschi, luden die verschiedenen Fraktionen ein und pr\u00e4sentierten L\u00f6sungsprojekte. Auch an die Adresse der USA waren die Einladungen gerichtet, um teilzunehmen und um mit ihnen zusammen eine aktive Rolle zu spielen. Es habe <em>positive Entwicklungen im Hinblick auf die letzte Phase f\u00fcr die Beilegung des Syrien-Konflikts gegeben<\/em>, zitierte Orient News Putins Pressesprecher Dmitrij Peskow am 04.11.2017. <em>All dies bedarf jedoch gemeinsame Bem\u00fchungen, um die L\u00f6sung auf eine qualitativ neue Stufe zu bringen. Das alles erfordert auf die eine oder andere Weise eine Kooperation zwischen Russland und den Vereinigten Staaten<\/em>, erkl\u00e4rte er laut Orient News weiter. Russland hatte sich ein Zweiertreffen zwischen Kremlchef Putin und US-Pr\u00e4sident Trump im Rahmen des Apec-Gipfels am 10.11.2017 in Vietnam erhofft und sprach sich mehrmals offen f\u00fcr ein gemeinsames Treffen beider Staatschefs aus. Sogar noch w\u00e4hrend des Gipfels wurde um ein solches Gespr\u00e4ch gebeten, was belegt, dass es gro\u00dfen Bedarf nach Koordination mit den Amerikanern in der Frage der bilateralen Beziehung und in der Syrien-Krise gibt. Doch die USA erh\u00f6rten das Bitten nicht. Lediglich einem gemeinsamen Kommuniqu\u00e9 beider Pr\u00e4sidenten stimmten sie zu, so, als habe vermeintlich ein solches Treffen stattgefunden. Doch war die Begegnung von dem, was man Treffen nennt, weit entfernt. Das Kommuniqu\u00e9 sowie ein Handshake beider Staatsf\u00fchrer waren von Experten beider Seiten vorbereitet worden. Das ist ein Beispiel f\u00fcr das Flehen Russlands um Amerika. Im Grunde kommt es einer Selbsterniedrigung gleich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Russland ist bewusst, dass es dem Ganzen ohne die USA nicht gewachsen ist. Es sendet daher fortw\u00e4hrend Appelle an die USA, auf dass diese erh\u00f6rt werden. Deutlich kommt damit die angesprochene Selbsterniedrigung zutage, wie bei dem Betteln um ein Treffen zwischen Putin und Trump.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und weil Russland es eilig hat mit einer L\u00f6sung in Syrien, lud Pr\u00e4sident Putin den Massenm\u00f6rder Assad zu einem f\u00fcr den 20.11.2017 geplanten Treffen nach Sotschi ein. Am 21.11.2017 telefonierte er mit Trump, um ihn \u00fcber den Inhalt der Gespr\u00e4che mit Assad in Kenntnis zu setzen. So hie\u00df es in einer Meldung von Russia Today vom 21.11.2017, <em>dass der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin am Dienstag mit seinem amerikanischen Amtskollegen Donald Trump ein Telefongespr\u00e4ch gef\u00fchrt<\/em> habe. Dabei sei es <em>insbesondere um die Syrien-Krise und die Ergebnisse des Treffens mit Assad gegangen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Russland hegt also einen starken Wunsch nach baldiger L\u00f6sung und h\u00e4ngt wie \u00fcblich der Illusion nach, die Gro\u00dfmacht zu sein, die an Amerikas Seite an der L\u00f6sung der Syrien-Krise beteiligt wird. Daher sieht man Russland hechelnd nach einer politischen L\u00f6sung schnappen, da es der perfekte Ausweg f\u00fcr Russland w\u00e4re. Denn die politische L\u00f6sung w\u00fcrde vor allem das wirtschaftliche Ausbluten Russlands beenden, was eine Folge seiner milit\u00e4rischen Intervention ist. Aus diesen Gr\u00fcnden hat Russland die Initiative in die Hand genommen, Treffen zu organisieren, welche suggerieren sollen, Russland stehe der L\u00f6sung in Syrien vor. So hat Russland Baschar al-Assad und anschlie\u00dfend Erdogan und Rohani zu sich eingeladen, um dann die Repr\u00e4sentanten aller Konfliktparteien zu einem, wie sie es nennen, \u201eKongress der V\u00f6lker Syriens\u201c einzuladen, aus dem eine L\u00f6sung der Krise hervorgehen soll. Russland bettelt die USA regelrecht an, daran teilzunehmen, um schnellstm\u00f6glich eine L\u00f6sung pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. Von russischer Seite wurde bereits die Absicht zu einem Teilabzug der Truppen in Syrien in Aussicht gestellt. Valerie Gerasimov, Generalstabschef der russischen Streitkr\u00e4fte, erkl\u00e4rte am Donnerstag, dass <em>mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit die Truppenst\u00e4rke der in Syrien befindlichen Soldaten \u201ein gro\u00dfem Umfang\u201c reduziert<\/em> werde. Dies werde <em>noch vor Jahresende beginnen<\/em>, k\u00fcndigte er an. (Euronews, 23.11.2017) Die USA indes lassen sich Zeit damit, auf das Bitten der Russen einzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Das ist das Spiel, das die USA mit den Russen in Syrien treiben: Russland im Sumpf alleine zu lassen und russische Forderungen in den Wind zu schlagen. Eine Koordination findet von US-Seite lediglich im Kleinen statt und wenn, dann meist \u00fcber eigene Gefolgsleute. S\u00e4mtliche Bestrebungen Russlands, die politische L\u00f6sung in Syrien zu lenken \u2013 und das wird aus der Ausf\u00fchrung deutlich \u2013, sind zum Scheitern verurteilt. Amerika hat Russland in einen tiefen amerikanischen Sumpf in Syrien hineintappen lassen. Was die USA hingegen stillschweigend billigen und unterst\u00fctzen, ist die Tatsache, dass Russland weiterhin als eines der Instrumente der US-Hegemonie gegen die Revolution in Syrien und gegen deren islamische Pr\u00e4gung eingesetzt wird. Russland besitzt nicht die geringste F\u00fchrungsrolle bei der L\u00f6sung der Syrien-Krise trotz der \u00f6ffentlich in Szene gesetzten Treffen, Konferenzen und Empf\u00e4nge in Moskau und Sotschi.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch bevor der weitere Weg Russlands mit den USA deutlich wird, bleiben die Initiativen Russlands zur L\u00f6sung der Syrien-Krise handlungsunf\u00e4hig, immer in Erwartung amerikanischer Beteiligung. Sobald sich die Ans\u00e4tze der L\u00f6sung f\u00fcr Syrien herauskristallisiert haben, ist zu erwarten, dass die USA h\u00f6chstpers\u00f6nlich voranschreiten werden, um \u00fcber den Weg der UNO oder der ihnen ergebenen Vasallen-Staaten in der Region dem Syrienkonflikt ihre L\u00f6sung aufzuzwingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Das ist es, was aus dem russisch-amerikanischen Treiben in Syrien herauszulesen ist. Es sind Machenschaften, deren Vereitelung mit Allahs Willen m\u00f6glich ist, w\u00fcrden sich die bewaffneten Einheiten fest verschwei\u00dft mit den Aufrichtigen dieser Umma und in festem Halt am Seil Allahs erheben, ihre Verbindungen zu den regionalen Vasallen Amerikas, besonders zur T\u00fcrkei und zu Saudi-Arabien, durchtrennen und sich ehrlich und aufrichtig dem Assad-Regime entgegenstellen. Dann w\u00fcrde sich Syrien mit Allahs Willen als gescheiterte Hoffnung sowohl Amerikas als auch Russlands herausstellen und ihnen beiden gemeinsam das R\u00fcckgrat brechen. Mit eingezogenem Schwanz und ohne sich umzusehen w\u00fcrden sie anschlie\u00dfend den R\u00fcckzug in Niederlage antreten. F\u00fcr Allah ist dies wahrlich nicht schwer!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweite Frage:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Saad al-Hariri hat seine R\u00fccktrittserkl\u00e4rung widerrufen und am 05.12.2017 eine Kabinettssitzung unter seinem Vorsitz einberufen. Danach erkl\u00e4rte er, dass die Regierung mit der Neutralit\u00e4t des Libanon in allen regionalen Konflikten einverstanden sei. Verfolgt man das Verhalten Hariris, erscheint es widerspr\u00fcchlich und irritierend. Nachdem das Amt des Staatspr\u00e4sidenten im Libanon jahrelang unbesetzt blieb, ging Hariri am 20.10.2016 auf Michel Aoun zu und einigte sich mit ihm \u00fcber das Pr\u00e4sidentenamt und die Regierung, wohlwissend, dass Aoun mit der Hisbollah einen gemeinsamen Block bildet, in welchem die Hisbollah den aktiven Part spielt. Am 04.11.2017, noch w\u00e4hrend seines Aufenthalts in Saudi-Arabien, erkl\u00e4rte Hariri seinen R\u00fccktritt und sch\u00fcttete seine \u00fcbersch\u00e4umende Wut \u00fcber die Hisbollah aus. Inzwischen aber hat er seinen R\u00fccktritt widerrufen und setzt genau jene Regierung fort, in der die Hisbollah (!) vertreten ist. Wie ist diese Widerspr\u00fcchlichkeit und Ambivalenz zu erkl\u00e4ren? Und geht die Tendenz dahin, den Einfluss des Iran und den seiner Partei (Hisbollah) zur\u00fcckzudr\u00e4ngen? M\u00f6ge Allah er dir vergelten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Antwort:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Antwort verst\u00e4ndlicher zu machen, muss die Realit\u00e4t der Beziehung zwischen dem Hariri-Clan und Saudi-Arabien dargelegt werden. Diese sieht so aus, dass die Hariris treue Gefolgsm\u00e4nner Saudi-Arabiens sind. Das hei\u00dft: Gilt die Loyalit\u00e4t des an der Macht befindlichen saudischen Monarchen den Briten, spiegelt sich das in den Hariris und ihrem politischen Handeln im Libanon wider. Gleiches gilt im Falle der Loyalit\u00e4t des saudischen Herrschers zu den USA. Im Lichte dessen k\u00f6nnen wir die Frage folgenderma\u00dfen beantworten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Die Amtszeit des vorangegangenen libanesischen Pr\u00e4sidenten Michel Sulaiman lief im Mai 2014 aus. Herrscher in Saudi-Arabien war damals K\u00f6nig Abdullah bin Abdulaziz. Dieser war den Briten zugewandt. Die Hisbollah bestand auf Michel Aoun als Pr\u00e4sidenten, und es war bekannt, dass der Iran (welcher ebenso den USA zugewandt ist) sowohl hinter der Hisbollah als auch hinter Michel Aoun stand. Folglich war K\u00f6nig Abdullah dagegen, dass Aoun Staatspr\u00e4sident des Libanon wird. So erteilte er Saad al-Hariri die Order, sich gegen eine Kandidatur Aouns f\u00fcr das Pr\u00e4sidentenamt im Libanon zu stellen, da Hariris Politik der Linie Saudi-Arabiens folgt, d.&nbsp;h. der Politik Abdullahs. Daher blieb das Amt des Staatspr\u00e4sidenten im Libanon ca. zweieinhalb Jahre lang vakant, genauer seit Ende der Amtszeit Sulaimans im Mai 2014 bis zu dem Montag, als das libanesische Parlament einberufen wurde und Aoun zum neuen Pr\u00e4sidenten der Libanesischen Republik gew\u00e4hlt wurde. Das war am 31.10.2016.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Gef\u00f6rdert wurde diese Entwicklung durch den Machtwechsel in Saudi-Arabien. K\u00f6nig Abdullah starb am 23.01.2015, sein Bruder Salman war an der Macht, der, wie bekannt, den USA nahesteht. Salman begann, die Fl\u00fcgel der Gro\u00dfbritannien nahestehenden S\u00f6hne Abdullahs und jene der ehemaligen Abdullah-Unterst\u00fctzer zu beschneiden, bis er seine Herrschaft in geordneten Verh\u00e4ltnissen w\u00e4hnte. Nachdem die Dinge in seinem Sinne stabil schienen und weil auch die USA stabile Verh\u00e4ltnisse im Libanon wollten, und zwar nach eigener Methode, indem Aoun zum Staatsoberhaupt gew\u00e4hlt wird, trugen sie Salman auf, Hariri zu befehlen, seinen Widerstand aufzugeben. Daraufhin ging Saad al-Hariri auf Aoun zu, einigte sich mit ihm und stellte ihn als Pr\u00e4sidentschaftskandidaten des Libanon auf. Mit anderen Worten: Die Opposition, die Saad al-Hariri w\u00e4hrend der \u00c4ra Abdullah anf\u00fchrte, war nun in der \u00c4ra Salman f\u00fcr beendet erkl\u00e4rt! <em>Saad al-Hariri erkl\u00e4rte aus dem Bait al-Wasat (seinem Wohnsitz in Beirut) in Anwesenheit der Mitglieder seines Blockes unter Vorsitz Fuad Sinioras und der Abgeordneten Bahia Hariri Aoun zum Kandidaten f\u00fcr das Pr\u00e4sidentenamt der Republik. Anschlie\u00dfend hielt er eine Rede, in der er unter anderem sagte: \u201eBasierend auf den Punkten, auf die wir uns geeinigt haben, verk\u00fcnde ich euch heute meinen Entschluss, die Kandidatur Aouns f\u00fcr das Pr\u00e4sidentenamt der Libanesischen Republik zu unterst\u00fctzen<\/em>.\u201c (al-Nahar, 20.10.2016)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraufhin tagte das Parlament am 31.10.2016 und Aoun wurde zum Pr\u00e4sidenten der Republik gew\u00e4hlt. Al-Arabiya schrieb am 31.10.2017: <em>Es sei erw\u00e4hnt, dass die Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine Kandidatur Aouns seitens Hariris, des Anf\u00fchrers des Mustakbal-Lagers, erst den Weg f\u00fcr die Pr\u00e4sidentschaftswahlen freigemacht hat, nachdem ein Vakuum nach der Amtszeit des vorangegangenen libanesischen Pr\u00e4sidenten Michel Sulaiman im Mai 2016 entstanden war, das 2 Jahre und f\u00fcnf Monate andauerte.<\/em> Aoun besuchte daraufhin Saudi-Arabien, um sich erkenntlich zu zeigen. Und wie aus den Ausf\u00fchrungen deutlich wird, folgt Hariri stets dem Kurs des jeweiligen Monarchen Saudi-Arabiens. Er widerspricht und bef\u00fcrwortet, wie der saudische Machthaber es ihm diktiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Trump stattete am 20.05.2017, nachdem er die Amtsgesch\u00e4fte in Washington \u00fcbernommen hatte, Saudi-Arabien einen Besuch ab. Seine Rhetorik gegen den Iran und die Hisbollah war auf Eskalation ausgerichtet. Das Ziel dieser \u00c4u\u00dferungen an dem Gipfel, bei dem fast f\u00fcnfzig Tyrannen aus der islamischen Welt anwesend waren, war, den Fokus der Aufmerksamkeit weg von Pal\u00e4stina &#8211; als muslimische Angelegenheit \u2013 hin zum Iran zu lenken, um die Weichen f\u00fcr Trumps Pl\u00e4ne zu stellen, Jerusalem als Hauptstadt der Juden anzuerkennen. Seine Rhetorik war auf Eskalation aus, was deutlich erkennbar war. Und wie selbstverst\u00e4ndlich folgten Saudi-Arabien und Gefolge diesem Pfad. Da die zentrale Rolle des Iran in der Region durch die Hisbollah, dem verl\u00e4ngerten Arm des Iran im Libanon, und durch deren Intervention in Syrien erf\u00fcllt wird, forderte Saudi-Arabien Hariri auf, eine andere Politik gegen\u00fcber der Hisbollah und dem Iran einzuschlagen. Dazu beorderte man ihn nach Saudi-Arabien und verlangte von ihm, seinen R\u00fccktritt zu erkl\u00e4ren und ein Statement \u00fcber die Gr\u00fcnde zu verlesen, durchzogen von harschen Vorw\u00fcrfen gegen den Iran und die Hisbollah. Und wie verlangt, geschah es auch: Hariri wurde nach Saudi-Arabien beordert, gab am 04.11.2017 gro\u00dfm\u00e4ulig sein Statement zum Besten und verk\u00fcndete seinen R\u00fccktritt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Den USA ist bewusst, dass ihre Tiraden gegen den Iran und die Hisbollah keine wirkliche Konfrontation mit dem Iran und dessen verl\u00e4ngertem Arm, der Hisbollah, bedeuten, sondern lediglich der Versch\u00e4rfung des Klimas dienen, um die Golfstaaten in Angst zu versetzen. Von Saudi-Arabien und Hariri wurde erwartet, mit ihren \u00c4u\u00dferungen eine Botschaft auszusenden, ohne aber bis zum \u00c4u\u00dfersten zu gehen. Mit anderen Worten: Die USA wollten nicht das Ende der Hisbollah- Pr\u00e4senz, sondern eine wohldosierte Botschaft hinausschicken, ohne dass es zu einer unberechenbaren Eskalation im Libanon f\u00fchrt. Von Saudi-Arabien verlangten die USA daher, f\u00fcr Ruhe zu sorgen, d.&nbsp;h., dass Hariri die Sch\u00e4rfe in seinem Ton herunterdreht. Al-Nashra schrieb am 04.12.2017 auf ihrer Website: <em>Der saudische Kronprinz Muhammad bin Salman bewegte sich erst nach umf\u00e4nglicher und direkter Abstimmung mit dem Wei\u00dfen Haus und nach dem Besuch (dem vierten seit Trumps Regierungs\u00fcbernahme) des Chefberaters und Schwiegersohns des US-Pr\u00e4sidenten Jared Kushner. Dieser Besuch fand abseits medialer Aufmerksamkeit statt. Kushner und sein Gefolge hielten sich vier Tage in Saudi-Arabien auf, unterbrochen durch Kurzvisiten nach \u00c4gypten, Jordanien und Israel. Zwei Wochen nach dem Kushner-Besuch brach die Krise im Libanon aus und die in Saudi-Arabien im Zusammenhang mit der Verhaftungswelle. Im Laufe der akuten politischen Krise, die den Libanon traf, wurden entsprechende Anzeichen in diesem Sinne sichtbar. Die Verst\u00e4ndigung zwischen dem Wei\u00dfen Haus und dem saudischen Kronprinzen bez\u00fcglich des Libanon gestaltete sich unter der Devise, Druck auf die Hisbollah auszu\u00fcben, um deren Gewicht in der Region zu regulieren, nachdem es viel zu gro\u00df geworden war. Und in diesem Sinne startete der saudische Kronprinz seine Attacken gegen die libanesische Regierung \u00fcber deren Chef Saad al-Hariri mit der Folge, dass er die auf Vers\u00f6hnung angelegte L\u00f6sung sprengte, die mit dem Einzug General Aouns in den Baabada-Palast <\/em>(libanesischer Pr\u00e4sidentenpalas, Anm.) <em>geschaffen war. Doch die saudische Vorgehensweise erschien aggressiv und war ohne jedes diplomatische Geschick, was die innere Stabilit\u00e4t des Libanon bedrohte. Die US-Institutionen hingegen wiederholten immer wieder, dass der Druck, der sich auf die Hisbollah aufbauen solle, innerhalb eines bestimmten Rahmens bleiben m\u00fcsse, welcher nicht \u00fcbertreten werden d\u00fcrfe, damit die Dinge nicht aus dem Ruder laufen. Und als die Lage zu wanken begann, wurden die US-Institutionen aufgrund der Tatsache aktiv, dass die Stabilit\u00e4t des Libanon bedroht war<\/em>. (Al-Nashra-Webseite, 04.12.2017)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Hariri begann daraufhin auf Gehei\u00df Saudi-Arabiens, seinen Ton zu m\u00e4\u00dfigen. Und um einen Ausweg zu finden, bei dem das Gesicht gewahrt bleibt, empfing Saudi-Arabien den franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Macron, mit dem man Gespr\u00e4che f\u00fchrte. Macron traf sich mit Hariri, woraufhin Hariri nach Frankreich und anschlie\u00dfend nach \u00c4gypten reiste. Er schuf damit den Eindruck, Konsultationen zu f\u00fchren, um eine angemessene Position einzunehmen, obgleich diese &#8211; noch vor seiner Abreise &#8211; bereits in Saudi-Arabien vorgefertigt war. So war vereinbart worden, den Ton zu mildern und den R\u00fccktritt nicht endg\u00fcltig zu vollziehen. Und so kehrte Hariri am 21.11.2017 in den Libanon zur\u00fcck und verk\u00fcndete am 22.11.2017, dass er seinen R\u00fccktritt noch einmal \u00fcberdenken werde. Danach richtete er deutlich gem\u00e4\u00dfigtere T\u00f6ne in Richtung Hisbollah und erkl\u00e4rte, dass <em>die Hisbollah ihre Waffen ja nicht im Inneren einsetzen<\/em> w\u00fcrde. Es scheint, als w\u00fcrde er sich damit selber etwas vormachen wollen, noch bevor er anderen etwas vormacht. Vergessen hat er wohl den Gebrauch von Waffen durch die Hisbollah bei mehr als einem Ereignis im Inneren des Libanon. Und so verk\u00fcndete er seinen \u201eR\u00fccktritt vom R\u00fccktritt\u201c und gab eine Kabinettssitzung unter seinem Vorsitz am 05.12.2017 bekannt. In seiner Erkl\u00e4rung meinte er: \u201eDie Situation hat sich beruhigt, nachdem sich alle Regierungsmitglieder damit einverstanden erkl\u00e4rt haben, sich von den Angelegenheiten der \u00fcbrigen arabischen Staaten fernzuhalten\u201c. Das sagt er, w\u00e4hrend die Milizen der Hisbollah Tag und Nacht in Syrien k\u00e4mpfen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Fazit ist, dass Hariri dem saudischen Herrscherhaus treu ergeben ist. Die Politik und Loyalit\u00e4t des jeweiligen Machthabers in Saudi-Arabien \u00fcbertr\u00e4gt sich \u2013 in Gebot und Verbot &#8211; auf Hariri selbst. Keinem erkennenden Beobachter bleibt das verborgen. Dies zu leugnen, ist reine Selbstt\u00e4uschung!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gibt es nun die Tendenz, den Einfluss des Iran und den seines verl\u00e4ngerten Armes, der Hisbollah, zur\u00fcckzudr\u00e4ngen? Das ist durchaus m\u00f6glich. Doch zu erwarten ist das wohl eher nachdem in Syrien eine L\u00f6sung in dem Ma\u00dfe gefunden wird, wie die USA es haben m\u00f6chten. Wenn der Iran und die Hisbollah ihre Rolle erf\u00fcllt haben, kann es zu einem R\u00fcckzug aus Syrien und zu einer Verkleinerung der milit\u00e4rischen Rolle des Iran und seiner Partei, der Hisbollah, kommen. Zur Information: Die Hisbollah ist dem Regime im Iran genauso h\u00f6rig, wie Hariri dem Regime Saudi-Arabiens h\u00f6rig ist. Daher ist zu erwarten, dass, sobald das Thema Syrien durch bestimmte Arrangements mit dem Abzug des Iran beendet ist, bestimmte Arrangements folgen werden, die die Iran-Partei im Libanon betreffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob man von einem Angriff seitens des zionistischen Staates gegen den Libanon oder gegen die Hisbollah ausgehen kann, ist von den Arrangements zu L\u00f6sungen in Syrien abh\u00e4ngig, d.&nbsp;h. von aktuellen und noch kommenden Ereignissen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">11. Rab\u012b\u02bf al-Auwal 1439 n.&nbsp;H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">09.12.2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage: Uns ist bekannt, dass Russland im Einvernehmen mit den USA oder vielmehr auf deren Gehei\u00df in den Syrien-Konflikt eingetreten ist, um das Assad-Regime aufrechtzuerhalten und den Boden f\u00fcr eine politische L\u00f6sung mit der Opposition zu bereiten.<\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":12736,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[177,2050,2262,2519],"class_list":["post-10223","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten","tag-amerikanischen","tag-politik","tag-russisch","tag-syrien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10223","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10223"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10223\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10223"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10223"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10223"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}