{"id":10134,"date":"2017-04-27T00:00:00","date_gmt":"2017-04-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10134"},"modified":"2017-04-27T00:00:00","modified_gmt":"2017-04-26T22:00:00","slug":"fas-chinas-brutale-aggression-gegen-ostturkestan-die-aktivitaeten-der-raketenentwicklung-im-indischen-subkontinent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10134","title":{"rendered":"F&#038;A&#8217;s: Chinas brutale Aggression gegen Ostturkestan &#8211; Die Aktivit\u00e4ten der Raketenentwicklung im indischen Subkontinent"},"content":{"rendered":"<p class=\"zentriert\"><b>Antwort auf eine Frage<\/b><\/p>\n<p class=\"zentriert\"><b>Chinas brutale Aggression gegen Ostturkestan<\/b><\/p>\n<p class=\"zentriert\"><b>Die Aktivit\u00e4ten der Raketenentwicklung im indischen Subkontinent<\/b><\/p>\n<p class=\"unterstrichen\"><b>1. Frage: <\/b><\/p>\n<p>Am 2. M\u00e4rz 2017 verbreitete Aljazeera.net die Nachricht von der gro\u00dfen milit\u00e4rischen Aufr\u00fcstung Chinas in dem Gebiet Ostturkestans in Xinjiang im Westen Chinas. In der Nachricht hie\u00df es: \u201eVor zwei Tagen entsandten die chinesischen Beh\u00f6rden mehr als zehntausend Soldaten in die Stadt \u00dcr\u00fcmqi in der Provinz Xinjiang im Nordwesten des Landes, wo das muslimische Volk der Uiguren lebt, das seit Jahren Zeuge zunehmender Spannungen ausgesetzt ist. Die Sicherheitskr\u00e4fte organisierten eine Milit\u00e4rparade mit Dutzenden Panzern und gepanzerten Fahrzeugen, verbunden mit intensiven Hubschrauber\u00fcberfl\u00fcgen. Diese Milit\u00e4rparade in der Region war die gr\u00f6\u00dfte ihrer Art in diesem Jahr, wo man drei \u00e4hnliche Paraden in den Gebieten von Hotan, Kashgar und Aksu beobachten konnte.\u201c Bereitet China demnach neue Massaker in dieser muslimischen Region vor?<\/p>\n<p class=\"unterstrichen\"><b>Antwort:<\/b><\/p>\n<p>Um den Tenor der chinesischen Absichten gegen\u00fcber den Muslimen in der Region zu erfassen, m\u00fcssen die Hintergr\u00fcnde des Konflikts zwischen China und den muslimischen Uiguren in der Region zusammengefasst werden:<\/p>\n<p>1. Der Konflikt zwischen China und den Muslimen in dieser Region ist nicht neu, insbesondere seit 1863. Ostturkestan bildet den \u00e4u\u00dfersten Rand der islamischen L\u00e4nder von Osten her. Es war bereits mehrerer Wellen chinesischer Massaker ausgesetzt. Von den uigurischen Muslimen wurden mehr als eine Million w\u00e4hrend der Auseinandersetzungen get\u00f6tet, als sich 1949 das kommunistische System unter der F\u00fchrung Mao Zedongs in China etablierte und die Unabh\u00e4ngigkeit der Provinz abgeschafft wurde. Es kam zur Angliederung der Provinz an die Volksrepublik China und deren S\u00e4uberung von ihren muslimischen Bewohnern, die auf innere Provinzen Chinas verteilt wurden. Doch die uigurischen Muslime blieben unbeugsam und ergaben sich nicht den Chinesen. So revoltierten sie 1933 und 1944, ihre Aufst\u00e4nde gegen die chinesische Besatzung waren unaufh\u00f6rlich, wie etwa im Jahr 2009.<\/p>\n<p>2. Der Islam ist der Hauptgrund f\u00fcr den enormen Hass der Chinesen gegen die muslimischen Uiguren. So waren die Moscheen die Vorposten, \u00fcber die China seinen Hass ergoss. Im Jahr 1949 zerst\u00f6rte es so viele es konnte, sch\u00e4tzungsweise 25.000 Moscheen, so dass nur etwa 500 Moscheen in dieser riesigen Provinz \u00fcbrig blieben. Und heute, obwohl China die H\u00e4lfte seines Kommunismus\u2018 abgeschafft hat \u2013 Stichwort Wirtschaftssystem -, verfolgt es jede Erscheinungsform von Religion, vor allem bei den jungen Menschen. Das blieb die vorherrschende Politik, die China in der Provinz praktiziert.<\/p>\n<p>3. Aufgrund der nat\u00fcrlichen Ressourcen &#8211; insbesondere des \u00d6ls &#8211; in der Provinz, die China Xinjiang nennt, was \u201eneue Kolonie\u201c hei\u00dft, hat China bewusst f\u00fcr die Aussiedlung der uigurischen Bewohner aus dieser Region gesorgt und sie in die inneren Gebiete Chinas verdr\u00e4ngt, gleichzeitig aber seine Ethnie der Han-Chinesen zur Besiedlung der Provinz angespornt, so dass die Uiguren heute (10 Millionen Menschen) nur noch 40 Prozent der Provinzbewohner ausmachen. Ihre Konzentration nimmt in der s\u00fcdlichen Region und den l\u00e4ndlichen Gebieten zu. Die Provinz zeichnet sich durch gro\u00dfe Armut aus, vor allem im S\u00fcden, wo sich die Muslime konzentrieren, und in den l\u00e4ndlichen Gebieten, wo weniger bis gar keine Han-Chinesen leben.<\/p>\n<p>4. Trotz allem setzte sich die Vitalit\u00e4t der Muslime in Ostturkestan auf eine Weise fort, die ein Wiederentstehen der islamischen Erscheinungsformen im Leben erm\u00f6glichte, vor allem auf dem Lande. Immer wieder wurde die Region von Unruhen erfasst und war deshalb durch Instabilit\u00e4t gekennzeichnet infolge der Bombenanschl\u00e4ge und der Gewalt gegen den Staat und der beharrlichen Ausrichtung auf eine Abspaltung von China. Die Provinz stellt damit das schw\u00e4chste Glied im Inneren des chinesischen Staatskonstrukts dar. Im Gegenzug \u00fcberwacht China das Leben der muslimischen Uiguren bis ins Kleinste und verbietet den Medien, die Hinrichtungen und Verhaftungen zu erfassen, die China in aller Dunkelheit ver\u00fcbt. Einer Dunkelheit, mit der es die ganze Provinz gewaltsam \u00fcberzogen hat. Dar\u00fcber hinaus verfolgt China die uigurischen Muslime, die von dort geflohen sind und im Ausland eine Stimme haben. Unter dem Vorwand des \u201eTerrorismus\u201c ist es China gelungen, viele von ihnen \u00fcber internationale Sicherheitskan\u00e4le zu verhaften, vor allem aus den L\u00e4ndern Zentralasiens und aus Pakistan.<\/p>\n<p>5. Da der Islam lebendig in den Herzen der Uiguren ist, hat er den Herzen der Tyrannen Chinas Schrecken eingefl\u00f6\u00dft. Und so zeigte China offen seine diesbez\u00fcgliche Besorgnis. So sagte Wang Zuo\u2018an, der chinesische Hauptverantwortliche f\u00fcr religi\u00f6se Angelegenheiten und Leiter der Beh\u00f6rde f\u00fcr Religionsgelegenheiten in China, auf dem Nationalen Kongress der Chinesischen Islamischen Vereinigung: <i>\u201eDas extremistische Gedankengut unterwandert derzeit die \u201ainneren Regionen\u2018.\u201c Der chinesische Staatspr\u00e4sident Xi Jinping dr\u00e4ngte seinerseits die chinesischen Muslime zum Widerstand gegen die illegale religi\u00f6se \u201aUnterwanderung\u2018.<\/i> (Al-Masry Al-Youm, 29.11.2016; \u00fcbernommen von der offiziellen Zeitung China Daily) Diese Sorgen werden best\u00e4tigt durch das, was Russia Today (RT) am 01.03.2017 ver\u00f6ffentlichte: <i>\u201eChina hat wiederholt davor gewarnt, dass extremistische Kr\u00e4fte aus dem Ausland hinter der Idee der Durchf\u00fchrung terroristischer Operationen in Xinjiang und anderen Gebieten des Landes stehen, was die Beh\u00f6rden dazu veranlasst hat, harte Angriffskampagnen zu starten.\u201c<\/i><\/p>\n<p>6. Konfrontiert mit der Beharrlichkeit der Muslime, die Tausende von Moscheen in der Region neu entstehen lie\u00df, und in Anbetracht der Verbreitung der islamischen Ideen, wiederholt China die \u201eKulturrevolution\u201c in der Provinz. So geht es mit Verboten h\u00e4rter gegen islamische Erscheinungsformen vor und leitet neue Einsch\u00fcchterungskampagnen gegen die Muslime ein. Diese Kampagnen manifestierten sich bis jetzt im Folgenden:<\/p>\n<p>a) Die Beschlagnahmung der Reisep\u00e4sse: Die BBC erw\u00e4hnte am 24.11.2016: <i>\u201eDie chinesischen Beh\u00f6rden forderten alle B\u00fcrger der riesigen Provinz Xinjiang mit muslimischer Mehrheit, die im Westen des Landes gelegen ist, auf, ihre Reisep\u00e4sse der Polizei auszuh\u00e4ndigen.\u201c<\/i> Stephen McDonell, China-Korrespondent der BBC, berichtete, dass die Forderung zur Aush\u00e4ndigung der Reisep\u00e4sse in Form einer offiziellen Ank\u00fcndigung der Polizei \u00fcber das Internet erfolgte. Gegenw\u00e4rtig sind alle B\u00fcrger Xinjiangs verpflichtet, ihre Reisep\u00e4sse abzugeben. Die Polizei beh\u00e4lt die Reisep\u00e4sse ein. Diese Angelegenheit bedeutet also, dass jetzt und in Zukunft jeder B\u00fcrger dieser Provinz einen Antrag stellen muss, wenn er reisen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>b) Die Einschr\u00e4nkung der Muslime in ihrer Glaubensaus\u00fcbung: France 24 erw\u00e4hnte am 06.06.2016: \u201eDie chinesischen Beh\u00f6rden haben am Montag einen Beschluss gefasst, der den Besch\u00e4ftigten im \u00d6ffentlichen Dienst und den Studenten das Fasten des Ramadan in der muslimischen Region Xinjiang verbietet. Ebenso verpflichteten sie die Restaurants dazu, ge\u00f6ffnet zu bleiben.\u201c Diese Ma\u00dfnahme verfolgt die Regierung bereits seit 2015. Am 18.06.2015 berichtete i24news: <i>Die chinesischen Beh\u00f6rden untersagten den Beamten, den Studenten und den Lehrern in der Provinz Xinjiang das Fasten im Monat Ramadan, [\u2026] \u201aund [befahlen], dass die Restaurants w\u00e4hrend des Ramadan die normalen \u00d6ffnungszeiten einhalten. Laut einem Bericht, der nach einem Treffen in dieser Woche auf der lokalen Website der Regierung ver\u00f6ffentlicht wurde, wurden die Beamten im Distrikt Pul angewiesen, \u201esich w\u00e4hrend des Ramadan ja nicht ins Fasten oder in andere religi\u00f6se Riten zu involvieren\u201c.<\/i><\/p>\n<p>c) Die Verfolgung und Verhaftung derjenigen, die islamische Merkmale erkennen lassen: Unter der \u00dcberschrift <i>China verfolgt die Muslime [\u2026] die Bewilligung einer finanziellen Belohnung f\u00fcr jene, die b\u00e4rtige M\u00e4nner und Frauen mit Niqab melden<\/i> berichtete Ad-Diyar am 23.02.2017 auf ihrer Website in Anlehnung an eine lokale Zeitung in China: <i>China hat eine Belohnung von 1000 Yuan (275 Euro) festgesetzt f\u00fcr denjenigen, der einen b\u00e4rtigen jungen Mann oder eine Frau mit Gesichtsschleier in der Provinz Xinjiang meldet, die im Nordwesten des Landes liegt. Zwischen den Han-Chinesen und den uigurischen Muslimen sind Spannungen wahrzunehmen. Die lokale Tageszeitung Hotan erw\u00e4hnte, dass die Beh\u00f6rden der Stadt Hotan, die zuletzt von politischen Unruhen erfasst wurde, einen Fonds im Wert von 100 Millionen Yuan (13,7 Millionen Euro) eingerichtet haben zur Finanzierung der Belohnungen zur \u201eBek\u00e4mpfung des Terrors\u201c. Sie erg\u00e4nzte, dass die Belohnungen bis zu 5 Millionen Yuan betragen kann im Falle der Aufdeckung eines Anschlagsplans bzw. f\u00fcr denjenigen, der einen R\u00e4delsf\u00fchrer, attackiert, t\u00f6tet, verletzt oder ihn \u00fcberw\u00e4ltigt.<\/i><\/p>\n<p>7. Angesichts all dessen k\u00f6nnte ein neuer chinesischer Unterdr\u00fcckungsfeldzug gegen die Muslime Ostturkestans, der \u201eProvinz Xinjiang\u201c, in Vorbereitung und in Arbeit sein. Jederzeit k\u00f6nnte dieser in die Tat umgesetzt werden. Die Begr\u00fcndung, dass es in der Provinz viele Gewaltakte gegen den Staat gebe, erm\u00f6glicht China die Durchf\u00fchrung einer umfassenden Operation, nachdem es Tausende von Soldaten, Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber in der Region zusammengezogen hat. <i>Chen Quanguo, der Parteisekret\u00e4r der Kommunistischen Partei in Xinjiang, erkl\u00e4rte, dass die Ausbreitung des Milit\u00e4rs in der Region der Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit und der Stabilisierung diene, nachdem es zuletzt zu Streiks gekommen sei, die einige Gebiete in diesem Jahr erlebt h\u00e4tten<\/i>. (Aljazeera.net, 02.03.2017)<\/p>\n<p>8. Schmerzlich ist, dass dieses brutale chinesische Vorgehen gegen die uigurischen Muslime vor den Augen und Ohren von Millionen Muslimen auf der Welt stattfindet, ohne dass sie darauf hinwirken, diesen Grausamkeiten Einhalt zu gebieten. Der Grund liegt darin, dass diese Millionen Muslime zerstreut leben und nicht vereint sind durch den Staat der Umma, den Staat des Islam, den Staat des rechtgeleiteten Kalifats, das heute fehlt. Jeder Muslim, der dazu in der Lage ist, hat die Pflicht, sich f\u00fcr seine Wiedererrichtung einzusetzen, um einen Imam zu erhalten, der die Angelegenheiten der Muslime tats\u00e4chlich betreut, durch den man sich sch\u00fctzt und hinter dem man k\u00e4mpft, wie im \u201e<i>\u1e62a\u1e25\u012b\u1e25<\/i>\u201c von al-Bu\u1e2b\u0101r\u012b \u00fcber den Weg Ab\u016b Hurairas (r) \u00fcberliefert wurde, der sagte: <i>Es sprach der Gesandte Allahs (s):<\/i><\/p>\n<p class=\"zentriert arabicfont\" style=\"direction:rtl\"><b>\u00ab\u0625\u0650\u0646\u064e\u0651\u0645\u064e\u0627 \u0627\u0644\u0652\u0625\u0650\u0645\u064e\u0627\u0645\u064f \u062c\u064f\u0646\u064e\u0651\u0629\u064c\u060c \u064a\u064f\u0642\u064e\u0627\u062a\u064e\u0644\u064f \u0645\u0650\u0646\u0652 \u0648\u064e\u0631\u064e\u0627\u0626\u0650\u0647\u0650\u060c \u0648\u064e\u064a\u064f\u062a\u064e\u0651\u0642\u064e\u0649 \u0628\u0650\u0647\u0650\u00bb<\/b><\/p>\n<p><b>Wahrlich, der Imam ist ein Schirm, man k\u00e4mpft hinter ihm und sch\u00fctzt sich durch ihn.<\/b><\/p>\n<p>Weder China noch andere w\u00fcrden es wagen, einem Muslim Leid zuzuf\u00fcgen, da sie realisieren w\u00fcrden, dass ihnen jeder Schlag doppelt vergolten w\u00fcrde. Wahrlich, Allah ist stark und allm\u00e4chtig.<\/p>\n<p class=\"unterstrichen\"><b>2. Frage:<\/b><\/p>\n<p>Auf dem indischen Subkontinent hat es zuletzt eine Reihe von Raketentests gegeben. Am 1.M\u00e4rz 2017 hat Indien ein hochmodernes Abwehrraketensystem auf der Insel Abdulkarim vor der K\u00fcste Odishas im Golf von Bengalen getestet. Zu Anfang dieses Jahres hat Pakistan eine Rakete des Typs Ab\u0101b\u012bl getestet, deren Reichweite bei 2200 km liegt und die mit Mehrfachsprengk\u00f6pfen best\u00fcckbar ist. Sind diese Raketentests einem neuen Wettr\u00fcsten zwischen Indien und Pakistan zuzuordnen? Welche regionale Auswirkung haben diese Tests? M\u00f6ge Allah dich reich belohnen!<\/p>\n<p class=\"unterstrichen\"><b>Antwort:<\/b><\/p>\n<p>Die von Indien und Pakistan durchgef\u00fchrten Raketentests stellen das unaufh\u00f6rliche Bem\u00fchen beider L\u00e4nder dar, durch die Weiterentwicklung der \u201eZweitschlagkapazit\u00e4t\u201c nukleare Pr\u00e4senz zu zeigen. Um diesen Sachverhalt besser zu verstehen, ist es notwendig, in Kurzfassung das nukleare Wettr\u00fcsten auf dem indischen Subkontinent zu begreifen:<\/p>\n<p>1. Staaten trachten haupts\u00e4chlich aus zwei Gr\u00fcnden danach, in den Besitz von Nuklearwaffen zu kommen: Erstens: Um einen Vorsprung (des Gegners) im Bereich konventioneller Waffen zu \u00fcbertrumpfen. Nordkorea z. B. ist ein Beweis f\u00fcr diese Ausrichtung. Es betrachtet die nuklearen Waffen als etwas Fundamentales, um die \u00dcberlegenheit S\u00fcdkoreas auf dem Gebiet konventioneller Waffen wettzumachen und um die USA, die mehrere Tausend ihrer Soldaten in der demilitarisierten Zone Koreas stationiert haben, zu provozieren. Zweitens: Um den Nuklearm\u00e4chten Stand zu halten. Als etwa die Sowjetunion darin gescheitert war, das nukleare Schutzschild w\u00e4hrend des Korea-Krieges auch auf China auszuweiten, hat China den Entschluss gefasst, sich mit einem nuklearen Arsenal auszur\u00fcsten. Das hat Indien auf den Plan gebracht, sein Atomprogramm zu forcieren, was wiederum der Anlass f\u00fcr Pakistan war, sein eigenes Nuklearprogramm in Angriff zu nehmen. Alle drei Staaten waren daran interessiert, ein nukleares Gleichgewicht zu schaffen, um den jeweils anderen von nuklearen Angriffen abzuhalten. [Waltz, K. (1981). The Spread of Nuclear Weapons: More May Be Better: Introduction. The Adelphi Papers, 21 (171), S.383-425]<\/p>\n<p>2. Trotzdem gen\u00fcgt der blo\u00dfe Besitz nuklearer Sprengk\u00f6pfe nicht, um feindliche Atomm\u00e4chte von Vernichtungsschl\u00e4gen abzuhalten. Damit eine nukleare Abschreckung tats\u00e4chlich verwirklicht wird, m\u00fcssen Staaten, die \u00fcber atomare Sprengk\u00f6pfe verf\u00fcgen, in der Lage sein, ihr nukleares Arsenal vor m\u00f6glichen Attacken zu sch\u00fctzen. Die F\u00e4higkeit, nukleare Sprengk\u00f6pfe abzufeuern und feindliche nukleare Ziele zu treffen, wird als Erstschlagkapazit\u00e4t bezeichnet. Die Kapazit\u00e4t, zum einen den Erstschlag zu \u00fcberstehen und zum anderen den Schlag nuklear zu erwidern, ist als Zweitschlagkapazit\u00e4t bekannt. Das hei\u00dft, der Staat ist trotz des Erstschlags imstande, lebensf\u00e4hig zu bleiben und verf\u00fcgt \u00fcber ausreichend atomare Sprengk\u00f6pfe, um auf die Schl\u00e4ge zu reagieren. Man spricht von einer \u201enuklearen Triade\u201c, wenn der Staat \u00fcber Unterseeboote verf\u00fcgt, die die Kapazit\u00e4t besitzen, nukleare Raketen abzufeuern. Solche U-Boote sind schwer zu orten und in der Lage, mit einem Gegenschlag die Luftwaffe des Gegners lahmzulegen.<\/p>\n<p>3. Ein nuklearer Schutz unter Atomm\u00e4chten ist dann gegeben, wenn beide Staaten \u00fcber eine Zweitschlagkapazit\u00e4t verf\u00fcgen. Das w\u00fcrde eine gegenseitige Vernichtung beider Seiten garantieren. So h\u00e4lt die gegenseitige Angst vor einem solchen Szenario beide Seiten von einem Erstschlag ab. Nuklearstrategen bezeichnen diesen Umstand als <i>garantierte wechselseitige Zerst\u00f6rung<\/i> (MAD: Mutual assured destruction). Folglich liegt im Gegensatz zu den herk\u00f6mmlichen Waffen der eigentliche Wert der nuklearen Waffen darin, den Gegner vom Einsatz atomarer Waffen abzuhalten.<\/p>\n<p>4. Seitdem Pakistan und Indien 1998 damit begonnen haben, Raketentests durchzuf\u00fchren, streben Atomwissenschaftler, Strategen und Politiker danach, die erw\u00e4hnte MAD-Theorie anzuwenden. Eben dieser MAD-Logik zufolge gehen beide Seiten derzeit davon aus, dass auf dem Subkontinent nuklearer Frieden herrscht. Und das ist der Hauptantrieb hinter der rapiden technologischen Weiterentwicklung der Raketen, der Verkleinerung der Raketen-Sprengk\u00f6pfe und der Weiterentwicklung des Abschussprozesses. Gleichzeitig muss diese MAD-Sichtweise herangezogen werden, um die j\u00fcngsten Raketentests Indiens und Pakistans zu verstehen. So hat es im Laufe der letzten zehn Jahre auf beiden Seiten Fortschritte im Bereich der Raketentechnologie und bei der Erstschlagoption gegeben. Trotzdem weisen die j\u00fcngsten Entwicklungen auf umfangreichere Bem\u00fchungen hin, die Zweitschlagoption zu gew\u00e4hrleisten. Man beachte die folgenden Beispiele:<\/p>\n<p>a. U-Boot-gest\u00fctzte ballistische Raketen (SLBM: submarine-launched ballistic missile):<\/p>\n<p>Am 9. Januar 2017 f\u00fchrte Pakistan von unbekanntem Ort im Indischen Ozean einen Test mit einer Rakete des Typs Babur-III erfolgreich durch und schoss Cruise-Raketen mit einer Reichweite von 450 km von einer Unterwasser-Abschussrampe ab. Der Abschuss erfolgte vom Meer aus, um eine Ortung weitgehend auszuschlie\u00dfen. Pakistans Armee erkl\u00e4rte, dass dies der Erprobung der Babur-III-Rakete diente, damit Islamabad zweitschlagf\u00e4hig werde.<\/p>\n<p>[https:\/\/www.wsws.org\/en\/articles\/2017\/02\/28\/inpk-f28.html] <\/p>\n<p>Gleichwohl besitzt Pakistan keine atomaren U-Boote, sodass es gezwungen ist, die Babur-III-Rakete auf diesel- und elektrobetriebenen U-Booten zu bef\u00f6rdern, die nur eingeschr\u00e4nkte Unterwasserkapazit\u00e4t besitzen. Der pakistanische Babur-III-Typ gilt als Reaktion auf das indische K4-Raketensystem, das von indischen ballistischen U-Booten abgefeuert wird, was im Mai 2014 geschehen ist. Dieser Raketentyp hat eine Reichweite von 3000 km, also potentiell bis nach Pakistan und China. Somit verf\u00fcgen sowohl Pakistan als auch Indien \u00fcber die sogenannte Zweitschlagkapazit\u00e4t.<\/p>\n<p>b. Mehrfachsprengk\u00f6pfe (MIRV: multiple independently targetable reentry vehicles):<\/p>\n<p>Sowohl im Dezember 2016 als auch im Januar 2017 hat Indien Tests an zwei atomf\u00e4higen Raketen vorgenommen. Bei der ersten handelte es sich um die Rakete des Typs Agni-V, eine ballistische Boden-Boden-Rakete, die als rasante Modernisierung des nuklearen Arsenals gilt. Die zweite Agni-V-Rakete, welche mit nuklearen Mehrfachsprengk\u00f6pfen best\u00fcckbar ist, hat eine Reichweite von 5000 km. Zus\u00e4tzlich hat Neu Delhi im Januar 2017 Agni-IV getestet, einen Raketentyp mit einer Reichweite von 4000 km. Agni-V-Raketen sind potentiell in der Lage, nukleare Ziele auch in China zu treffen. Ebenfalls in diesem Jahr hat Pakistan das Raketensystem des Typs Ababil erprobt, das mit Mehrfachsprengk\u00f6pfen best\u00fcckbar ist (MIRV). In einer Erkl\u00e4rung der pakistanischen Armee hei\u00dft es: \u201eDer erste Test einer ballistischen Boden-Boden Rakete des Typs Ababil mit einer Reichweite bis 2200 km ist erfolgreich durchgef\u00fchrt worden. Diese ist entsprechend der MIRV-Technologie mit Mehrfachsprengk\u00f6pfen best\u00fcckbar und in der Lage, vielfache Ziele pr\u00e4zise zu treffen und sich feindlichen Radaren zu entziehen.\u201c<\/p>\n<p>[https:\/\/www.dawn.com\/news\/1310630]<\/p>\n<p>Konstruiert wurde das pakistanische Ababil-Raketensystem, um den ballistischen Nuklear-Abwehrraketen Indiens entgegenzuhalten. Aktiv ist Indien wiederum in der Erprobung von Abwehrraketen wie die des Typs Ashvin, um potentielle pakistanische Atomraketen abzuschie\u00dfen. Mit der MIRV-Technologie ist es m\u00f6glich, eine einzige Atomrakete in mehrfache nukleare Raketen zu verwandeln, sodass die Abwehrkapazit\u00e4t der gegnerischen Raketen au\u00dfer Kraft gesetzt werden kann.<\/p>\n<p>5. Ohne Zweifel ist das nukleare Wettr\u00fcsten zwischen Indien und Pakistan ein Aufr\u00fcsten der Zweitschlagoption, was das nukleare Gleichgewicht zum Konkurrenten Indiens, also China, ins Wanken bringen w\u00fcrde. China arbeitet dagegen lediglich an einem Minimum nuklearer Abwehr. Indiens rapide Entwicklung auf dem Gebiet des MIRV und der mit Raketen best\u00fcckbaren U-Boote versetzte die F\u00fchrung in Hochstimmung. So hat Indiens Armeechef General Bipin Rawat erkl\u00e4rt, dass \u201esein Land f\u00fcr einen Zweifrontenkrieg ger\u00fcstet sei\u201c, also gleichzeitig gegen Pakistan und China.<\/p>\n<p>[http:\/\/www.ibtimes.co.uk\/india-prepared-two-front-war-pakistan-china-says-new-army-chief-1599031]<\/p>\n<p>Der Agni-V-Raketentest Indiens hat China indes erz\u00fcrnt. Chunying, Sprecher des chinesischen Au\u00dfenministeriums, erkl\u00e4rte: \u201eEs gibt klare Listen des UNO-Sicherheitsrats dar\u00fcber, ob Indien das Recht zur Entwicklung atomf\u00e4higer ballistischer Raketen hat.\u201c Weiter sagte das Ministerium, dass die Ambitionen Indiens mit Agni-V m\u00f6glicherweise gegen China gerichtet seien.<\/p>\n<p>[http:\/\/www.upi.com\/Defense-News\/2016\/12\/27\/India-tests-Agni-V-ballistic-missile-tensions-with-China-rise\/9001482862013\/]<\/p>\n<p>6. Indien h\u00e4tte sich eine solch provokative Politik ohne die Unterst\u00fctzung Amerikas in Form des Nuklearabkommens (123), welches im Jahr 2005 unterzeichnet wurde, unm\u00f6glich zu eigen gemacht. Indien wurde es dadurch m\u00f6glich, einen festen Nachschub an nuklearen Brennstoffen f\u00fcr seine zivilen Reaktoren zu haben und sie folglich f\u00fcr das indische Nuklearprogramm zu nutzen. Die Trump-Regierung hat deutlich gemacht, dass sie auf die Fortschritte aufbauen wird, die vorangegangene US-Regierungen mit Indien erzielt haben. Am 8. Februar 2017 lobte Verteidigungsminister General James Mattis in einem Telefongespr\u00e4ch mit seinem indischen Amtskollegen Manohar Barikar \u201eden immensen Fortschritt\u201c, den Indien \u201ein den letzten Jahren\u201c gemacht habe. Er wies auf die \u201eKooperation zwischen beiden L\u00e4ndern im Bereich der Verteidigung\u201c hin und erkl\u00e4rte, dass die neue Regierung \u201eauf die Bewahrung dieses Impulses und den Aufbau darauf\u201c Wert lege.<\/p>\n<p>[https:\/\/www.wsws.org\/en\/articles\/2017\/02\/15\/inus-f15.html]<\/p>\n<p>Es ist zu erwarten, dass die USA weiterhin das nukleare Wettr\u00fcsten auf dem Subkontinent ausnutzen werden, um China in ein nukleares Wettr\u00fcsten hineinzuman\u00f6vrieren. Das Ziel Amerikas ist es, China weg von Wirtschafts- und hin zu Milit\u00e4raktivit\u00e4ten zu lenken, um einen Kollaps Chinas zu vereinfachen, \u00e4hnlich wie es die USA mit der Sowjetunion getan hatten. Derzeit h\u00e4lt China das Minimimum an nuklearer Abwehr aufrecht und lehnt es ab, in das nukleare Wettr\u00fcsten hineingezerrt zu werden.<\/p>\n<p>12. \u011eum\u0101d\u0101 l-\u0100\u1e2bira 1438 n. H.<\/p>\n<p>11.03.2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 2. M\u00e4rz 2017 verbreitete Aljazeera.net die Nachricht von der gro\u00dfen milit\u00e4rischen Aufr\u00fcstung Chinas in dem Gebiet Ostturkestans in Xinjiang im Westen Chinas. In der Nachricht hie\u00df es: \u201eVor zwei Tagen entsandten die chinesischen Beh\u00f6rden mehr als zehntausend Soldaten <\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":1531,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[],"class_list":["post-10134","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10134","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10134"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10134\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1531"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10134"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10134"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10134"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}