{"id":10075,"date":"2016-11-14T00:00:00","date_gmt":"2016-11-14T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10075"},"modified":"2016-11-14T00:00:00","modified_gmt":"2016-11-14T00:00:00","slug":"die-internationale-rolle-im-syrienkonflikt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10075","title":{"rendered":"Die internationale Rolle im Syrienkonflikt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Einweihungszeremonie der Russisch-Orthodoxen Kirche am 19.10.2016 \u00e4u\u00dferte sich Hollande in der Abwesenheit Putins \u00fcber die russischen Luftangriffe auf Syrien, dass sie \u201ewahrlich ein Kriegsverbrechen\u201c seien (BBC, 20.20.2016). Kremls Pressesprecher Dimitri Peskow erkl\u00e4rte am 11.10.2016, dass der offizielle Besuch Putins am 19.10.2016 in Paris abgesagt wurde. Das war nachdem der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident bekannt gegeben hatte, dass er sich weigere, Putin in Paris willkommen zu hei\u00dfen, aufgrund seines Vetos gegen Frankreich bei der Abstimmung \u00fcber den franz\u00f6sischen Plan f\u00fcr Syrien, was zu erheblichen Spannungen in den Beziehungen beider L\u00e4nder f\u00fchrte. Was ist nun der Grund f\u00fcr diese Spannungen? Und welche Auswirkungen werden sie auf die russisch-europ\u00e4ische Beziehung haben? Werden diese Ereignisse sich auf die internationalen Akteure in der Syrien-Krise auswirken? Mit anderen Worten, wird die EU zum neuen Akteur in dieser Sache und dadurch die Rolle Russlands zur\u00fcckdr\u00e4ngen? M\u00f6ge Allah es dir mit Besserem vergelten!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Antwort:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um Klarheit \u00fcber den Grund dieser Spannungen zu erlangen und dar\u00fcber, ob diese Spannungen zu \u00c4nderungen bei den internationalen Akteuren f\u00fchren werden, m\u00fcssen wir folgende Punkte darlegen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstens:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus der Idee der internationalen Zusammenarbeit in Syrien heraus, welche die Obama-Administration ins Leben gerufen hatte, ergab sich f\u00fcr Russland der Auftrag, eine internationale Mission in Syrien auszuf\u00fchren. Das ist in Washington eine bekannte Tatsache und wird selbst von manchen russischen Politikern ge\u00e4u\u00dfert, die sich \u00fcber die arrogante \u00dcberheblichkeit der USA beklagen, wenn sie die Syrienfrage mit ihnen er\u00f6rtern. So waren es die USA, die Russland die Aufgabe der Verw\u00fcstung und der Massaker in Syrien \u00fcbertrugen. Sie waren es auch, die die EU, allen voran Frankreich und Gro\u00dfbritannien, ausschlossen und sie von einer Intervention in Syrien abhielten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig war Russland sich sicher, dass es durch diese internationale Mission wieder zu einer der f\u00fchrenden M\u00e4chte auf der weltpolitischen B\u00fchne werden w\u00fcrde. Umso \u00fcberraschender war es f\u00fcr Russland, dass Amerika sich weigerte, es in anderen Konflikten mitmischen zu lassen, wie zum Beispiel im Konflikt mit der Ukraine, der einen wunden Punkt f\u00fcr Russland darstellt. F\u00fcr die Vereinigten Staaten hingegen ist es selbstverst\u00e4ndlich, dass eine Zusammenarbeit mit Russland in Syrien nicht auch die Anerkennung russischer Interessen in der Ukraine bedeutet; so stellen Syrien und die Ukraine zwei unabh\u00e4ngige Konfliktpole dar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Somit hat sich Russland eine Position im Weltgeschehen geschaffen und die M\u00f6glichkeit genutzt, seine milit\u00e4rische St\u00e4rke zu demonstrieren, der Kritik und dem Gegenwind einiger Politiker in Washington zum Trotze, die diese Politik der internationalen Zusammenarbeit infrage stellten. F\u00fcnfzig Diplomaten des US State Departements hatten n\u00e4mlich ein Schreiben verfasst, in welchem sie fordern, dass eine unilaterale L\u00f6sung f\u00fcr die Syrien-Krise ohne die Mitwirkung Russlands erarbeitet werden soll. Dennoch war die Zusammenarbeit mit Russland die von Washington weiterhin verfolgte Politik. Diese Politik und das sich daraus ergebende Emporkommen Russlands auf der internationalen B\u00fchne hat in Westeuropa f\u00fcr gro\u00dfen \u00c4rger gesorgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Russland sah seine internationale Position aufgrund seiner Intervention in Syrien gefestigt und befand, dass es durch seinen Militarismus und die Kerry-Lawrow-Treffen bez\u00fcglich Syriens zu alter Gr\u00f6\u00dfe zur\u00fcckgekehrt war. Somit lie\u00df es sich von den USA vollst\u00e4ndig ins Schlepptau nehmen, um die Europ\u00e4er von Syrien fernzuhalten. Die Russen freuten sich, dass die USA die Syrien-Krise allein mit ihnen er\u00f6rterten, vor allem, da sie im US-Auftrag als Au\u00dfenseiter in eine amerikanische Einflusszone gelangten. International erschien Russland jedoch so, dass es &#8211; gleich den USA -, den f\u00fchrenden L\u00e4ndern Europas keinen Wert beima\u00df. Diese hatten vielleicht erwartet, dass Russland den USA nicht folgen w\u00fcrde, sondern Europa dabei unterst\u00fctzen w\u00fcrde, die Hegemonie der USA auf der weltpolitischen B\u00fchne zu brechen. Somit hat die vollst\u00e4ndige Gefolgschaft Russlands den USA gegen\u00fcber Europa erz\u00fcrnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Wirklichkeit sind die Vereinigten Staaten das gr\u00f6\u00dfte Hindernis f\u00fcr Europa, in den Syrienkonflikt einzuschreiten. So haben die USA die Er\u00f6rterung der Syrienkrise auf sich und Russland beschr\u00e4nkt. In letzter Zeit meinen die Europ\u00e4er jedoch, einen \u201eSpalt\u201c in der amerikanischen \u201eMauer\u201c gefunden zu haben, durch den sie in den Syrienkonflikt eindringen k\u00f6nnen, und zwar auf folgende Weise:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Monaten waren die Vereinigten Staaten stark bem\u00fcht, einen Erfolg im Syrienkonflikt zu erzielen, der dem scheidenden Pr\u00e4sidenten Obama angerechnet werden kann. Dies w\u00fcrde auch dem Wahlkampf der Demokratin Hillary bei den Pr\u00e4sidentschaftswahlen zugutekommen. So kamen die amerikanisch-russischen Vereinbarungen zustande, und die brutalen russischen Bombardements auf Aleppo wurden intensiviert. Die letzte Vereinbarung war der Stopp der feindlichen Handlungen in Syrien am 09.09.2016.<br>Das syrische Volk weigerte sich jedoch, dieses Abkommen anzuerkennen, d. h., es lehnte den Plan der Vereinigten Staaten ab. Alle aufrichtigen Aufst\u00e4ndischen schlossen sich dieser Ablehnung an, sogar diejenigen, die noch einen Hauch von Anstand besa\u00dfen, konnten die Erniedrigung durch dieses Abkommen nicht ertragen. Die Ablehnung erreichte ihren Gipfel, als die Zusammenarbeit mit den US-Spezialeinheiten verweigert wurde, die Erdogan \u00fcber die Operation \u201eSchutzschild Euphrat\u201c eingeschleust hatte. Nun waren die USA der Ansicht, die Bombardements auf Aleppo noch brutaler und heftiger auszurichten, in der Hoffnung, das syrische Volk und seine Aufst\u00e4ndischen damit beugen zu k\u00f6nnen. Sie w\u00fcrden dann den amerikanischen Plan \u2013 oder zumindest einen nennenswerten Teil davon \u2013 akzeptieren, damit Obama vor Ende seiner Amtszeit einen Erfolg verzeichnen kann. Da die Vereinigten Staaten sich jedoch als Verb\u00fcndete der Opposition darstellen, mussten sie die Spannungen mit Russland anheizen, damit sie als Gegner des brutalen und skrupellosen russischen Bombardements erscheinen. Dies ging solange weiter, bis die USA die Zusammenarbeit mit Russland in Syrien \u201ef\u00fcr beendet\u201c erkl\u00e4rten.<br>Dadurch kam es zu den Wortgefechten zwischen Russland und den USA, die bei der UN-Generalversammlung in New York vom 20.- 22.09.2016 ihren H\u00f6hepunkt fanden. Das Ergebnis war, dass sich die USA in Syrien erneut in einer Zwickm\u00fchle befanden und sie sich zu einer \u201ePause vom Waffenstillstand\u201c entschlossen. D. h., sie gestanden ein, dass die Kerry-Lawrow-Arrangements gescheitert waren und erkl\u00e4rten, dass sie nach anderen Optionen Ausschau hielten. Das war der Spalt, den Europa in der \u201eamerikanischen Mauer\u201c zu erkennen glaubte. So frohlockten die europ\u00e4ischen Staaten w\u00e4hrend der UN-Generalversammlung \u00fcber das Ende der \u201eKerry-Lawrow-Formel\u201c und begannen, dies intensiv zu nutzen, um an der Seite der USA eine Rolle im Syrienkonflikt zu erhalten. Sie begannen, die Kluft zwischen ihnen und Russland zu erweitern, um so die USA zu bewegen, Russland von Syrien wegzudr\u00e4ngen. Das ist auch die Ursache f\u00fcr die neuen Spannungen in der Beziehung zwischen Europa und Russland.<br>Viertens:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser neuen Atmosph\u00e4re und durch das Erkennen des Spalts in der \u201eamerikanischen Mauer\u201c war es nur nat\u00fcrlich, dass die europ\u00e4ischen Erkl\u00e4rungen und Initiativen begannen. Es war der Versuch, auf diese Weise in die Syrienkrise einzudringen. Frankreich stand dabei an vorderster Front, als Beispiel daf\u00fcr kann Folgendes angef\u00fchrt werden:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erkl\u00e4rung der Vereinigen Staaten, die Zusammenarbeit mit Russland zu beenden, lie\u00df Frankreich nach vor preschen. So wurde ein franz\u00f6sischer Plan f\u00fcr den UN-Sicherheitsrat verlautbart, der die Durchsetzung der Einstellung aller Kampfhandlungen vorsah. Mit diesem Plan war Russland gemeint. Frankreich ebnete den Weg zu dessen Umsetzung durch den Besuch seines Au\u00dfenministers Ayrault in Moskau (05. &#8211; 06.10.2016), um die russische Seite zu \u00fcberzeugen. Der franz\u00f6sische Plan forderte ein Flugverbot \u00fcber Aleppo, was jedoch der amerikanisch-russischen Vereinbarung widersprach, die eine Intensivierung der Bombardements vorsah, um die Rebellen zu beugen. Der Besuch des Ministers brachte Russland in Verlegenheit; so erkl\u00e4rte es einerseits, dass der franz\u00f6sische Plan die Dinge zu stark vereinfachen w\u00fcrde, andererseits hatte es Bef\u00fcrchtungen davor, ihn offen abzulehnen. Nach dem Besuch in Moskau ging es f\u00fcr den franz\u00f6sischen Au\u00dfenminister gleich weiter nach Washington, um im Sicherheitsrat die Unterst\u00fctzung der USA f\u00fcr seinen Plan sicherzustellen.<br>Russlands Veto im UN-Sicherheitsrat am 08.10.2016 vereitelte dann s\u00e4mtliche franz\u00f6sischen Bem\u00fchungen. Dies versch\u00e4rfte die Spannungen zwischen Russland und Frankreich mitsamt den anderen europ\u00e4ischen Staaten, die in Russland nun ein neues Hindernis erkannten, das ihnen den Weg nach Syrien versperrte. Es scheint, als ob Amerika absichtlich ein Chancenfenster er\u00f6ffnet h\u00e4tte, um die Europ\u00e4er zu einem solchen Schritt zu verleiten, nachdem es sich sicher war, dass Russland die ihm von den USA zugewiesene Rolle in Syrien weiter erf\u00fcllen wird.<br>Der geplante Besuch des russischen Pr\u00e4sidenten Putin in Paris am 19.10.2016 fiel ung\u00fcnstiger Weise in die Zeit, in der sich die Spannungen zwischen den beiden L\u00e4ndern zuspitzten. Obwohl es sich um einen privaten Besuch zur Er\u00f6ffnung eines russischen Kulturzentrums und einer orthodoxen Kirche handelte, wurde doch vereinbart, dass der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident mit Putin an der Er\u00f6ffnungszeremonie teilnimmt. Wegen dieser Spannungen jedoch erkl\u00e4rte der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident am 10.10.2016, dass er z\u00f6gere, Putin bei dessen privaten Besuch zu empfangen. Gleichzeitig aber verk\u00fcndete der Kreml, dass die Vorbereitungen zum Besuch des russischen Pr\u00e4sidenten wie gewohnt fortgesetzt w\u00fcrden. Dies brachte Russland in eine peinliche Lage. So wurde aus Frankreich verlautbart, dass der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident ausschlie\u00dflich die Syrienfrage mit dem russischen Pr\u00e4sidenten er\u00f6rtern und nicht an der Einweihungszeremonie teilnehmen w\u00fcrde, die h\u00f6flichkeitshalber angeordnet worden war: Der franz\u00f6sische Staatspr\u00e4sident erkl\u00e4rte, er w\u00fcrde die M\u00f6glichkeit eines Besuch seines russischen Amtskollegen in Paris nur unter dem Gesichtspunkt betrachten, dass dieser ausschlie\u00dflich auf die Untersuchung der Syrienfrage abziele. Hollande sagte: \u201eIch habe nicht vor, Putin w\u00e4hrend der Er\u00f6ffnungszeremonie f\u00fcr das russische Kulturzentrum zu begleiten. Ich bin vielmehr bereit, ausschlie\u00dflich die Syrienprobleme weiterhin zu er\u00f6rtern. Das habe ich dem russischen Pr\u00e4sidenten auch versichert.\u201c (Russia Today, 11.10.2016). Russland \u00e4rgerte sich dar\u00fcber, worauf am 11.10.2016 aus Moskau die Nachricht kam, dass der Besuch des Pr\u00e4sidenten in Paris gestrichen wurde. Auf diese Weise erreichten die franz\u00f6sisch-russischen Spannungen einen H\u00f6hepunkt.<br>Die franz\u00f6sische Eskalation ging weiter: Paris: Eine franz\u00f6sische Lokalzeitung berichtete am Sonntag, dass der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Francois Hollande erkl\u00e4rte, er habe nicht vor, den Druck auf Russland zu lockern, da es das syrische Regime im Kampf gegen die Rebellen unterst\u00fctze. Er sei jedoch weiterhin bereit, den russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin zu treffen, um den dortigen Krieg zu er\u00f6rtern. (Reuters, 16.610.2016)<br>Am Ende des franz\u00f6sisch-deutsch-russischen Gipfels in Berlin kritisierten der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Francois Hollande und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag, den 20.10.2016, die Luftangriffe, die von Russland und dem syrischen Regime auf Aleppo geflogen werden, in scharfer Form. Hollande nannte die Luftangriffe \u201ewahrlich ein Kriegsverbrechen\u201c, und Merkel bezeichnete die Angriffe auf Aleppo als \u201eunmenschlich\u201c. (BBC Arabic, 20.10.2016)<br>Das sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr die zugespitzten Spannungen in der Beziehung zwischen Frankreich und Russland, die nun an vorderster Front des Weltgeschehens stehen, insbesondere in Bezug auf den Syrienkonflikt. Dies vor allem in Anbetracht dessen, dass weder Frankreich noch Russland die politischen Man\u00f6ver beherrschen. So f\u00fchrt jede Spannung zu noch mehr Spannung und das kann bilaterale Beziehungen schwer belasten.<br>F\u00fcnftens:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die Auswirkungen dieser Spannungen in den franz\u00f6sisch-russischen Beziehungen auf die europ\u00e4ischen Beziehungen im Allgemeinen anbelangt, so ist folgendes zu sagen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die franz\u00f6sisch-russischen Spannungen sind eine Belastung f\u00fcr die Beziehungen Russlands zu ganz Europa, insbesondere zu den f\u00fchrenden L\u00e4ndern Europas, wie Gro\u00dfbritannien und gewisserma\u00dfen auch Deutschland. Die Position Frankreichs und sein Resolutionsentwurf vor dem UN-Sicherheitsrat repr\u00e4sentiert die Europ\u00e4ische Union, inklusive Gro\u00dfbritanniens, das noch ein Mitglied der EU ist und in gro\u00dfem Ma\u00dfe mit Frankreich strategisch koordiniert. Frankreich mit seinen gewohnt un\u00fcberlegten und wagemutigen Aktionen repr\u00e4sentiert die Speerspitze Europas in der internationalen Politik und ganz besonders die Gro\u00dfbritanniens. Mehr als nur ein Indiz daf\u00fcr ist die Geschwindigkeit, mit der der franz\u00f6sisch-russische Konflikt zu einem britisch-russischen wurde:<br>Kurz nach dem Votum im UN-Sicherheitsrat betonte der Vertreter Gro\u00dfbritanniens, dass das russische Veto \u201edie Schande verk\u00f6rpert, die wir von den \u00fcblichen Aktionen Russlands kennen.\u201c (Arab News, 08.10.2016) Auch berichtete Middle East Online am 11.10.2016: (Der britische Au\u00dfenminister) Johnson erkl\u00e4rte vor dem Parlament: \u201eIch denke, wenn Russland auf seinem jetzigen Weg bleibt, so l\u00e4uft dieses gro\u00dfartige Land Gefahr, zu einem Schurkenstaat zu werden.\u201c Gleichzeitig rief er die Antikriegsorganisationen zu Demonstrationen vor der russischen Botschaft auf. Er f\u00fcgte hinzu: \u201eAlle verf\u00fcgbaren Indizien weisen auf die Verantwortlichkeit Russlands f\u00fcr diese schreckliche Tat hin.\u201c Damit nahm er Bezug auf den Angriff auf einen Hilfskonvoi. Die russische Antwort lie\u00df nicht lange auf sich warten und erging laut Russian Sputnik am Tage darauf (12.10.2016): Das russische Verteidigungsministerium erachtet Johnsons Behauptungen als Symptome einer psychisch-neurologischen Erkrankung, die alle trifft, die Feindseligkeit gegen\u00fcber anderen hegen. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums Igor Konashenkov sagte, dass die Behauptungen Johnsons Symptome einer \u201erussophoben Hysterie\u201c seien, unter der einige britischen Politiker litten. Dazu kommen die Erkl\u00e4rungen, die wir oben bereits erw\u00e4hnt haben: Hollande bezeichnete die Luftangriffe als \u201eKriegsverbrechen\u201c und Merkel beschrieb ihrerseits die russisch-syrischen Luftangriffe auf Aleppo als \u201eunmenschlich\u201c. (BBC Arabic, 20.10.2016)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hei\u00dft, die Spannungen mit Russland greifen immer weiter um sich, bis sie die gesamte EU erfassen k\u00f6nnten. Auch werden vermehrt Stimmen laut, die wegen Syrien einen verst\u00e4rkten Druck auf Russland und neue Sanktionen gegen das Land fordern. Somit gehen Frankreich, Gro\u00dfbritannien und die anderen L\u00e4nder der Europ\u00e4ischen Union in Richtung einer weiteren Anspannung der Beziehungen zu Russland. So \u00e4u\u00dfern sie offen ihre Ablehnung Russlands und seiner Politik. All das in der Hoffnung, ein Mandat im Syrienkonflikt zu ergattern, das momentan das Hauptthema der Weltpolitik verk\u00f6rpert. Sie hegen jedoch keine wohlwollende Intention den Muslimen gegen\u00fcber; den europ\u00e4ischen Staaten geht es nicht um die Massaker, die Russland gegen die Muslime ver\u00fcbt. So zeichneten sich ihre Standpunkte gegen\u00fcber dem heftigen Blutvergie\u00dfen in Syrien, das dort seit sechs Jahren stattfindet, durch Wurstigkeit aus. F\u00fcr sie geht es darum, in ihrer Eigenschaft als Gro\u00dfm\u00e4chte an der L\u00f6sung der Syrienkrise beteiligt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ereignisse haben sich seit den aufgekommenen Spannungen zwischen Frankreich und Russland \u00fcberschlagen. So hielten Gro\u00dfbritannien und Frankreich die EU dazu an, die Luftangriffe Russlands in Syrien zu verurteilen und weitere Sanktionen gegen Moskau zu verh\u00e4ngen. Der franz\u00f6sische Au\u00dfenminister Jean-Marc Ayrault sagte, dass der Druck auf Russland weiterhin stark sein m\u00fcsse. Er betonte, dass ein fortgesetztes Auftreten der EU als starke Einheit dem ein Ende setzen k\u00f6nne, was er ein \u201eMassaker an den Menschen Aleppos\u201c nannte. Frankreich und Gro\u00dfbritannien wollten ein Einreiseverbot f\u00fcr zwanzig weitere Syrer durchsetzen, und ebenso zw\u00f6lf Russen zur Sanktionsliste hinzuf\u00fcgen, auf der bereits 200 eingetragen sind, unter ihnen drei Iraner, und zwar wegen ihrer Rolle im aktuellen Syrienkonflikt. (Al Jazeera, 17.10.2016).<br>Finanzielle Sanktionen werden nun sogar ohne entsprechenden Regierungsbeschluss erlassen: Das Nachrichtennetzwerk \u201eRussia Today\u201c gab an, dass alle seine Konten bei einer britischen Bank eingefroren wurden, ohne auch nur den Grund f\u00fcr dieses Vorgehen zu nennen. Russia Today zitierte seine Chefredakteurin in einem Tweet \u00fcber ihren Twitter Account \u201eSie haben alle unsere Konten in Gro\u00dfbritannien gesperrt, alle unsere Konten! Und die Entscheidung kann nicht widerrufen werden.\u201c (Al Jazeera, 17.10.2016) Die europ\u00e4ischen Staatschefs werden am Donnerstag, den 20.10.2016, \u00fcber ihre Beziehungen zu Russland in Br\u00fcssel diskutieren. Eine der Optionen wird die Verh\u00e4ngung von neuen Sanktionen gegen Russland aufgrund seines Vorgehens in Syrien sein. (Reuters Arabic, 19.10.2016)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollte sich die franz\u00f6sisch-europ\u00e4ischen Beziehungen zu Russland weiter anspannen, werden die Konsequenzen sich schon bald in der Ukraine oder in einem anderen osteurop\u00e4ischen Land zeigen, vor allem aber k\u00f6nnten die Sanktionen gegen Russland versch\u00e4rft werden. Die Ursachen f\u00fcr die angespannten Beziehungen zwischen Russland und Europa sind vielf\u00e4ltig und beschr\u00e4nken sich nicht nur auf den Syrienkonflikt, auch wenn dieser momentan die Weltpolitik dominiert. Sollte Russland nicht zur Vernunft kommen und vorausschauender mit Europa umgehen, wird es unter der Verschlechterung seiner Beziehungen zu Europa am meisten zu leiden haben. Doch aufgrund seiner prominenten Rolle im Syrienkonflikt scheint Russland keine ausreichende Vernunft in seinen internationalen Beziehungen zu zeigen. In einer Zeit, in der die ganze Welt \u00fcber die Kriegsverbrechen in Syrien spricht, erweitert und intensiviert es seine Bombardements auf Aleppo, was von einer politischen Kurzsichtigkeit der Russen zeugt. Hinsichtlich ihrer Beziehung zu den USA f\u00fchlen sie sich heute sicher und wissen, dass die vermeintlichen Spannungen in den russisch-amerikanischen Beziehungen nicht echt sind. So hat inmitten dieser scheinbaren Spannungen das US-Au\u00dfenministerium ein Treffen zwischen Kerry und Lawrow in Lausanne bekanntgegeben, dass am 15.10.2016 tats\u00e4chlich stattfand. Um dabei nicht das Gesicht zu verlieren, weil sie zuvor medienwirksam die Einstellung der Treffen mit Russland verk\u00fcndet hatten, lie\u00dfen die USA einige Gefolgsleute und Anh\u00e4ngsel teilnehmen. Gleichzeitig aber schlossen sie Europa von der Teilnahme aus!<br>Es scheint, als ob die Russen erkannt haben, dass sie in eine Zwickm\u00fchle geraten sind. So lassen die Vereinigten Staaten sie als Speerspitze der Brutalit\u00e4t dastehen; und Europa hat die vermeintlichen Spannungen zwischen Russland und den USA ausgen\u00fctzt, um die brutalen russischen Angriffe noch st\u00e4rker an den Pranger zu stellen. Nun versuchen die Russen, den Druck seitens Europa abzubauen, indem sie von einer \u201eWaffenruhe\u201c sprechen: Russland hat eine \u201ehumanit\u00e4re Pause\u201c angek\u00fcndigt, in der die Bombardements auf Aleppo eingestellt werden sollen. Am Donnerstag, den 20.10.2016, sollen die Luftangriffe auf Aleppo f\u00fcr 8 Stunden &#8211; ab 8 Uhr bis 16 Uhr \u00f6rtlicher Zeit &#8211; eingestellt werden. Das geschieht in Verbindung mit der Nachricht, dass 14 Mitglieder einer einzigen Familie w\u00e4hrend eines Luftangriffs auf Aleppo ums Leben gekommen sind. (BBC, 17.10.2016)<br>Auch zeigte sich Putin mittlerweile bereit, mit den Europ\u00e4ern \u00fcber die Syrienfrage zu reden, nachdem er das erst k\u00fcrzlich Hollande gegen\u00fcber verweigert hatte: Das franz\u00f6sische Pr\u00e4sidialamt erkl\u00e4rte gestern, dass sich der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Francois Hollande, der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel heute zu einem Arbeitstreffen bez\u00fcglich des Syrienkonflikts in Berlin treffen werden. (Nachrichtenagenturen, al-Khaleej Newspaper, 19.10.2016).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das zeigt, dass die urspr\u00fcnglichen Spannungen in den franz\u00f6sisch-russischen Beziehungen sich auch auf die restlichen EU-Staaten ausgewirkt haben. Russland befindet sich nun Europa gegen\u00fcber in einer Zwickm\u00fchle und versucht, einen Ausweg aus dieser Zwickm\u00fchle zu finden. So trifft es sich nun mit der EU, um die Syrienkrise zu er\u00f6rtern, nachdem es zuvor eine derartige Er\u00f6rterung mit Hollande ablehnte. Das f\u00fchrte zur Absage des Putin-Besuchs und zu einer weiteren Aufheizung der Lage \u00fcber den bereits erreichten Grad hinaus.<br>Sechstens:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werden sich nun diese Ereignisse auf die \u00f6rtlichen und internationalen Akteure im Syrienkonflikt auswirken? Es ist zu erwarten, dass sich keine \u00c4nderung ergeben wird und die jetzigen Akteure die gleichen bleiben werden. Mit anderen Worten: Amerika und ihre Vertreter Russland, T\u00fcrkei, Saudi-Arabien und der Iran werden weiterhin die Akteure bleiben. Die Europ\u00e4ische Union hingegen wird nicht viel mitzureden haben. Beweis daf\u00fcr ist der Umstand, dass Europa &#8211; obwohl es seinen Ton gegen\u00fcber Russland versch\u00e4rft hat und intensiv versucht, sich den USA anzun\u00e4hern, um eine Rolle im Syrienkonflikt spielen zu k\u00f6nnen &#8211; von der Konferenz in Lausanne am 15.10.2016 ausgeschlossen wurde. So haben die USA zu dieser Konferenz eingeladen und Europa von der Teilnahme ausgeschlossen. Bei der Konferenz stand vielmehr Russland an der Seite der USA. Dies, obwohl die USA vorgegeben hatten, dass sie die Verhandlungen mit Russland abgebrochen h\u00e4tten und die Beziehungen angespannt seien!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als die USA erkannten, dass Europa \u00fcber dieses Vorgehen ver\u00e4rgert war, luden sie die Europ\u00e4er am 16.10.2016 zu einem \u201eWiedergutmachungstreffen\u201c ein, ohne dass die anderen Parteien anwesend waren. Sie unterhielten sich mit ihnen ein bisschen; und das Treffen endete, wie es begonnen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Demnach ist es wahrscheinlich, dass die internationale Rolle im Syrienkonflikt auf die USA sowie auf Russland als deren Vertretung und danach auf die Gefolgsleute beschr\u00e4nkt bleiben wird.<br>Das ist zu den internationalen Akteuren in Syrien und den Akteuren vor Ort zu sagen. Sie schmieden ihre Verschw\u00f6rungen und ihre List. Doch in a\u0161-\u0160\u0101m und anderswo gibt es M\u00e4nner, die aufrichtig gegen\u00fcber Allah, dem Erhabenen, und ehrlich gegen\u00fcber dem Gesandten Allahs (s) sind. Sie werden es nicht zulassen, dass Amerika, Russland und die Gefolgschaft ihre Hinterlist und ihre b\u00f6sen Pl\u00e4ne verwirklichen und sich in Syrien festsetzen. Mit Allahs Erlaubnis wird deren Ende dem Ende jener gleichen, die ihnen vorausgegangen sind:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0642\u064e\u062f\u0652 \u0645\u064e\u0643\u064e\u0631\u064e \u0627\u0644\u0651\u064e\u0630\u0650\u064a\u0646\u064e \u0645\u0650\u0646\u0652 \u0642\u064e\u0628\u0652\u0644\u0650\u0647\u0650\u0645\u0652 \u0641\u064e\u0623\u064e\u062a\u064e\u0649 \u0627\u0644\u0644\u0651\u064e\u0647\u064f \u0628\u064f\u0646\u0652\u064a\u064e\u0627\u0646\u064e\u0647\u064f\u0645\u0652 \u0645\u0650\u0646\u064e \u0627\u0644\u0652\u0642\u064e\u0648\u064e\u0627\u0639\u0650\u062f\u0650 \u0641\u064e\u062e\u064e\u0631\u0651\u064e \u0639\u064e\u0644\u064e\u064a\u0652\u0647\u0650\u0645\u064f \u0627\u0644\u0633\u0651\u064e\u0642\u0652\u0641\u064f \u0645\u0650\u0646\u0652 \u0641\u064e\u0648\u0652\u0642\u0650\u0647\u0650\u0645\u0652 \u0648\u064e\u0623\u064e\u062a\u064e\u0627\u0647\u064f\u0645\u064f \u0627\u0644\u0652\u0639\u064e\u0630\u064e\u0627\u0628\u064f \u0645\u0650\u0646\u0652 \u062d\u064e\u064a\u0652\u062b\u064f \u0644\u064e\u0627 \u064a\u064e\u0634\u0652\u0639\u064f\u0631\u064f\u0648\u0646\u064e<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">R\u00e4nke schmiedeten bereits diejenigen, die vor ihnen waren. Da ging Allah ihren Bau an den Grundmauern an, so dass die Decke \u00fcber ihnen auf sie herabfiel, und die Strafe \u00fcber sie kam, von wo sie es nicht erahnten.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">16:26<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u1e62afar 1438 n. H.<br>08.11.2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Einweihungszeremonie der Russisch-Orthodoxen Kirche am 19.10.2016 \u00e4u\u00dferte sich Hollande in der Abwesenheit Putins \u00fcber die russischen Luftangriffe auf Syrien, dass sie \u201ewahrlich ein Kriegsverbrechen\u201c seien (BBC, 20.20.2016).<\/p>\n","protected":false},"author":48,"featured_media":12497,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[2050,2269,2519,2691],"class_list":["post-10075","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten","tag-politik","tag-russland","tag-syrien","tag-usa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10075","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/48"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10075"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10075\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12497"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10075"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10075"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10075"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}