{"id":10063,"date":"2016-09-16T00:00:00","date_gmt":"2016-09-16T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10063"},"modified":"2016-09-16T00:00:00","modified_gmt":"2016-09-16T00:00:00","slug":"antwort-auf-eine-frage-das-us-russisch-iranische-dilemma-in-syrien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10063","title":{"rendered":"Antwort auf eine Frage: Das US-russisch-iranische Dilemma in Syrien"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Frage<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der russische Generalstabschef Walerij Gerassimow erkl\u00e4rte: \u201eBez\u00fcglich der Geschehnisse in Syrien ist die Geduld Russlands am Ende und nicht die der USA.\u201c (aljazeera.net, 21\/6\/2016) Dies war eine Anspielung auf die Aussage Kerrys, dass die Geduld der USA am Ende sei. So hatte Kerry erkl\u00e4rt: \u201eRussland muss verstehen, dass die Geduld der USA bez\u00fcglich der Einhaltung des Waffenstillstands sehr begrenzt ist.\u201c (aljazeera.net) Auch der russische Au\u00dfenminister Lawrow hatte am Donnerstag, dem 16\/6\/2016, w\u00e4hrend seiner Teilnahme am Internationalen St. Petersburger Forum auf die Aussage Kerrys mit den Worten geantwortet: \u201eIch habe vom amerikanischen Au\u00dfenministerium eine Erl\u00e4uterung zu den Aussagen Kerrys gelesen. Sie m\u00fcssen sich in gr\u00f6\u00dferer Geduld \u00fcben.\u201c (Russia Today, 16\/6\/2016) Dies zum einen. Zum anderen kam es davor, und zwar am 9\/6\/2016, auf Wunsch des Irans zu einem Treffen der Verteidigungsminister Russlands, Syriens und des Irans in Teheran, um die milit\u00e4rischen Handlungen in Syrien zu koordinieren. Die Frage ist nun die: Bedeutet dies, dass ein amerikanisch-russisch-iranisches Dilemma hinsichtlich der amerikanischen Pl\u00e4ne existiert (Verhandlungen, Genf, Riyader Delegation), die der L\u00f6sung vorausgehen? Wenn es sich so verh\u00e4lt, ist dann eine Milit\u00e4rintervention mit Bodentruppen m\u00f6glich geworden und steht diese kurz bevor? M\u00f6ge Allah es euch vergelten!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Antwort:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass ein amerikanisch-russisch-iranisches Dilemma in Syrien existiert, ist richtig. Richtig ist auch, dass es sich vor allem um ein amerikanisches Dilemma handelt, denn Russland und der Iran sind ja blo\u00df unterst\u00fctzende Elemente f\u00fcr die amerikanische Politik in Syrien. Ob das nun bedeutet, dass eine Milit\u00e4rintervention mit Bodentruppen bereits bevorsteht, bleibt hingegen abzuwarten und h\u00e4ngt davon ab, in welche Richtung sich die Ereignisse entwickeln werden. Um die Wahrheit dessen, was sich abspielt, zu begreifen, muss auf folgende Punkte hingewiesen werden:<br>1. Die letzte Genfer Verhandlungsrunde endete am 22\/4\/2016 mit dem R\u00fcckzug der Opposition. Diese begr\u00fcndete ihren R\u00fcckzug mit der Nichtseriosit\u00e4t der Verhandlungen. So hie\u00df es: <i>Dann trat Chefverhandler Muhammad Allusch von seinem Posten zur\u00fcck. <\/i>(Quelle: alarabiyya.net) Auch De Mistura nahm von seiner Ank\u00fcndigung Abstand, eine neue Verhandlungsrunde abzuhalten. So hatte es zuvor noch gehei\u00dfen: <i>Der UNO-Sonderbeauftragte f\u00fcr Syrien Staffan de Mistura erkl\u00e4rte, dass der Termin f\u00fcr den Beginn einer neuen Syrien-Verhandlungsrunde am Donnerstag, dem 26\/5\/2016, nach Beratungen mit dem UN-Sicherheitsrat zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt bekanntgegeben werde. Dies, obwohl die Gewalthandlungen am Boden weitergehen. <\/i>(al-wasat-Portal, 26\/5\/2016) Danach, am 9\/6\/2016, hie\u00df es aber: <i>Der UNO-Sonderbeauftragte f\u00fcr Syrien Staffan de Mistura erkl\u00e4rte am Donnerstag, dass die internationale Gemeinschaft keine neue Runde syrischer Friedensverhandlungen abhalten werde, bis sich die Verantwortlichen aller Seiten auf die Kriterien f\u00fcr die Vereinbarung eines politischen \u00dcbergangs einigen, dessen Einigungsfrist am 1. August abl\u00e4uft.<\/i> <i>De Mistura erkl\u00e4rte vor den Journalisten: \u201eDie Zeit f\u00fcr eine offizielle dritte Runde syrischer Verhandlungen ist noch nicht gekommen.\u201c<\/i> (Baladi-news, 9\/6\/2016)<br>2. Entgegen aller bisherigen Norm erkl\u00e4rten die USA, dass sie ein Bombardement innerhalb Syriens vom Mittelmeer aus beginnen w\u00fcrden. Es ist das erste Mal seit der Besetzung des Iraks 2003, dass die USA ein derartiges Bombardement in der Region vom Mittelmeer aus starten. So zitierte die Nachrichtenseite \u201eRussia Today\u201c am 9\/6\/2016 einen Bericht der amerikanischen Zeitung \u201eWall Street Journal\u201c, <i>dass der amerikanische Flugzeugtr\u00e4ger \u201eHarry Truman\u201c vergangene Woche eine pl\u00f6tzliche Kurs\u00e4nderung durchf\u00fchrte. Vom Persischen Golf aus nahm er Kurs auf das Mittelmeer. Gem\u00e4\u00df der Zeitung sei der Zweck hinter diesem Kursman\u00f6ver milit\u00e4rische St\u00e4rke gegen\u00fcber Russland zu demonstrieren. (&#8230;)<\/i><br>3. 51 Verantwortliche im amerikanischen Au\u00dfenministerium unterschrieben ein Dokument, das Pr\u00e4sident Obama \u00fcberreicht wurde und ihn dazu auffordert, in Syrien milit\u00e4risch zu intervenieren. In ihrer Ausgabe vom Donnerstag, dem 16\/6\/2016, schreibt das \u201eWall Street Journal\u201c, <i>dass 51 Beamte im amerikanischen Au\u00dfenministerium einen Brief unterschrieben h\u00e4tten, in dem sie Obama auffordern, eine milit\u00e4rische Operation in Syrien durchzuf\u00fchren. <\/i>(Russia Today, 17\/6\/2016)<br>4. Schlussendlich ist auch der Besuch des saudischen Vizethronfolgers Mu\u1e25ammad bin Salm\u0101n zu erw\u00e4hnen und sein Treffen mit US-Pr\u00e4sident Obama am 17\/6\/2016 im Wei\u00dfen Haus. F\u00fcr Personen, die keine Staatsoberh\u00e4upter sind, ist das eine \u00e4u\u00dferst seltene Vorgehensweise. Zudem kam es zum Besuch des saudischen Au\u00dfenministers al-\u011eubair in den Vereinigten Staaten, wo mit den amerikanischen Verantwortlichen insbesondere die Syrienkrise er\u00f6rtert wurde.<br>5. Bei genauer Untersuchung all dieser Besuche, Zusammenk\u00fcnfte und Erkl\u00e4rungen wird Folgendes klar:<br>a) Die USA versp\u00fcren ein gro\u00dfes Versagen in Syrien. So haben die Verhandlungen ihren Schwung verloren und einige der prominenten Verhandlungsf\u00fchrer sind weggefallen. Auch haben die USA keinen Ersatz f\u00fcr Assad gefunden. Zudem hat die syrische Revolution ihre Vitalit\u00e4t nicht verloren und \u00fcbt einen starken Druck gegen die Verhandler aus. Bei Untersuchung dessen, was die USA auf der syrischen B\u00fchne f\u00fcr Fortschritte erzielt hat, wird klar, dass ihr wichtigster Erfolg darin bestand, k\u00e4mpfende Verb\u00e4nde in den politischen Prozess einzubinden (Riyader Delegation, Genf). Die Erkl\u00e4rung vom 27\/2\/2016 \u00fcber die Einstellung der feindlichen Handlungen stellte die gro\u00dfe amerikanische Hoffnung dar, um die syrische Revolution in die Labyrinthe und Verstrickungen eines politischen Prozesses zu steuern, der einen Ersatz f\u00fcr Assad hervorbringt, ohne dass ein Druck vom Schauplatz der Revolution her aufk\u00e4me. Innerhalb jener bewaffneten Milizen, die an der Riyader Konferenz teilgenommen haben, wurden nun bedeutende Stimmen laut, die sich gegen den politischen Verhandlungsprozess stellten. Diese \u00fcbten Druck auf die bewaffneten Milizen und die anderen Verb\u00e4nde aus. Zudem hat sich bei den Menschen ein Unmut dar\u00fcber breit gemacht, dass sich manche Milizen dem politischen Prozess angeschlossen haben. Dies erzeugte eine \u00f6ffentliche Meinung mit gewichtigem Druckfaktor. All das erzeugte intensive bewaffnete Kampfaktivit\u00e4ten gegen das Regime, sei es aus ehrlichen Beweggr\u00fcnden oder nur vor\u00fcbergehend, um das Vertrauen der Menschen zur\u00fcckzugewinnen. Dies f\u00fchrte in mehreren Phasen zu einer R\u00fcckeroberung strategisch wichtiger Gebiete im S\u00fcden Aleppos (die K\u00e4mpfe um al-\u02bf\u012as, dann um \u1e2a\u0101n \u1e6c\u016bm\u0101n und sp\u00e4ter auch an anderen Orten), was der amerikanisch-russischen Erkl\u00e4rung \u00fcber die Einstellung der feindlichen Handlungen das Genick brach. Im Zuge der eskalierenden Situation im Inneren, die dem politischen Prozess fast den Todessto\u00df versetzte, hatte es nun keinen Sinn mehr, die Verhandlungen in Genf fortzusetzen. Somit befinden sich die USA tats\u00e4chlich in einem Dilemma.<br>b) Die K\u00e4mpfe im S\u00fcden Aleppos stellen aus milit\u00e4rischer Sicht eine gro\u00dfe Niederlage f\u00fcr die iranischen Verb\u00e4nde und ihre Anh\u00e4ngerschaft dar. Der Iran war nun gefordert, zus\u00e4tzliche Landstreitkr\u00e4fte nach Syrien zu schicken. Jedoch sind die Verluste gro\u00df und der Erfolg bescheiden. Dazu kommen noch einige Hindernisse beim Abbau der Wirtschaftssanktionen nach Unterzeichnung des iranischen Atomabkommens in Genf, was die verf\u00fcgbaren finanziellen Mittel f\u00fcr die iranischen Milit\u00e4raktionen in Syrien weiter schm\u00e4lerte. Dadurch k\u00f6nnte der Iran in seiner milit\u00e4rischen Hilfeleistung f\u00fcr Assad tats\u00e4chlich an die Grenze seiner Kapazit\u00e4ten gelangt sein. Deswegen verlangte der Iran &#8211; nach amerikanischer Anregung &#8211; Sch\u00fctzenhilfe von Russland. Und so kam es zum Treffen der Verteidigungsminister in Teheran. Demzufolge befindet sich auch der Iran in einem Dilemma.<br>c) Was Russland anbelangt, so haben sich mehrere neue Umst\u00e4nde ergeben, die ihr die F\u00e4higkeit bzw. den Willen raubten, den amerikanischen Forderungen in schmutziger Weise nachzukommen. So wollen die USA von Russland zus\u00e4tzliche Milit\u00e4raktionen, um die Aufst\u00e4ndischen an den Grenzen ihrer heutigen Gebietskontrolle zu stoppen. Mit anderen Worten soll ihnen die Hoffnung auf ein milit\u00e4risches Vorankommen genommen werden. Genau das hat Russland ja seit dem Beginn seiner Milit\u00e4rintervention in Syrien am 30\/09\/2015 und bis vor nicht allzu langer Zeit auch durchgef\u00fchrt. So hatte der amerikanische Au\u00dfenminister Kerry am 11\/02\/2016 beim Gipfel der syrischen Geberl\u00e4nder in London damit geprahlt, dass \u201eRussland die bewaffneten Verb\u00e4nde innerhalb von drei Monaten mit der Wurzel ausrei\u00dfen\u201c werde. Das war auch das Ziel, das die USA durch die russische Milit\u00e4rintervention anstrebten. Die neu aufgetretenen Umst\u00e4nde, die dazu f\u00fchrten, dass die russische Intervention keine Entscheidung in Syrien herbeif\u00fchren konnte, sind die folgenden:<br>&#8211; Zus\u00e4tzlich zu seiner erbitterten Feindschaft gegen\u00fcber dem Islam und seiner gro\u00dfen Angst vor der islamischen Beschaffenheit der syrischen Revolution sah Russland seine Intervention in Syrien auch als Gelegenheit an, die verlorene russische Gr\u00f6\u00dfe nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von Neuem zu demonstrieren. So war es darauf Bedacht, seine Luft- und Weltraumst\u00e4rke, seine Kaliber-Raketen und seine F\u00e4higkeit hervorzuheben, vom Kaspischen Meer sowie vom Mittelmeer aus Syrien zu bombardieren. Russland hatte sich erwartet, dass seine bestialischen Angriffe den amerikanischen Zweck erf\u00fcllen und die syrische Bev\u00f6lkerung zwingen werden, sich mit dem Regime &#8211; gem\u00e4\u00df den amerikanischen Bedingungen &#8211; an den Verhandlungstisch zu setzen. Doch es versagte.<br>&#8211; Russland war zudem bestrebt, die internationale Isolation und die gegen den russischen Staat verh\u00e4ngten Sanktionen aufzubrechen. Diese waren nach seiner Annexion der Krim und der Entfachung des Konflikts in der Ostukraine verf\u00fcgt worden. Und das hat sich in keiner Weise erf\u00fcllt. Der Groll der Staaten auf Russland nahm sogar zu. So hat sich die Kluft zwischen ihm und der Europ\u00e4ischen Union gef\u00e4hrlich vergr\u00f6\u00dfert. Unentwegt wird es seitens der EU, die sogar mit der Anrufung des Internationalen Strafgerichtshofs drohte, mit Anschuldigungen konfrontiert. Von allen europ\u00e4ischen Staaten war Gro\u00dfbritannien Russland gegen\u00fcber am unerbittlichsten. Gefolgt von Deutschland, das in seinem \u201eWei\u00dfbuch\u201c Russland sogar als \u201eGegner\u201c, also als Feind, einstufte. So lehnte es die deutsche Kanzlerin beim G7-Gipfel in Japan am 26\/05\/2016 ab, die Frage der Lockerung der Sanktionen gegen Russland auch nur zu untersuchen.<br>&#8211; Russland ist ein wirtschaftlich schwacher Staat, dem es nicht m\u00f6glich ist, dauerhaft einen Krieg fernab seiner Grenzen zu finanzieren. Insbesondere, da es unter den westlichen Sanktionen leidet und der niedrige \u00d6lpreis ihm erheblich zusetzt. Seine klaffenden Ausgaben in Syrien kann es deswegen nicht lange ertragen. Den russischen Ausgaben sind noch die sp\u00e4teren finanziellen Verpflichtungen gegen\u00fcber dem russischen Kriegspersonal in Syrien, das nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums 25.000 Personen umfasst, hinzuzurechnen: <i>Gem\u00e4\u00df eines Gesetzes, das die russischen Parlamentarier am Dienstag zur Anerkennung des \u201eKriegsveteranenstatus\u201c f\u00fcr den Syrienkrieg verabschiedeten, nahmen seit September 2015 25.000 russische Milit\u00e4r- und Zivilpersonen an diesem Krieg teil.<\/i> (Sky news arabic, 21.06.2016)<br>&#8211; Russland macht sich gro\u00dfe Sorgen \u00fcber die Zukunft seines Syrien-Deals mit den USA, wenn die US-Administration nach den Pr\u00e4sidentschaftswahlen im November 2016 wechselt. Deshalb hat es die Hoffnung, seine Milit\u00e4rmission in Syrien vor Abgang der Obama-Administration abzuschlie\u00dfen oder seine Intervention zumindest durch ein \u00f6ffentliches Abkommen mit den USA zu decken. Deswegen verlangt Russland unentwegt, dass seine Koordination mit den USA in Syrien \u00f6ffentlich gemacht wird. Ein Umstand, vor dem die USA widerwillig zur\u00fcckschrecken. So hat es gemeinsame russisch-amerikanische Bombenangriffe gegen jene Verb\u00e4nde gefordert, welche \u201edie Einstellung der feindlichen Handlungen\u201c verletzen. Doch lehnten die USA es ab.\u00a0<br>&#8211; Was einen in Staunen versetzt, ist der russische Irrglaube, sich als Partner der USA zumindest in der Syrien-Frage zu betrachten. So will es die Treffen zwischen Lawrow und Kerry &#8211; also die Beschl\u00fcsse in der Syrien-Krise &#8211; in ein \u00f6ffentliches Milit\u00e4rb\u00fcndnis \u00fcbersetzen. Russland versteht nicht, dass das Zweiergespann Lawrow-Kerry von den USA deswegen ins Leben gerufen wurde, um die Einmischung der europ\u00e4ischen Staaten in die Syrien-Krise zu verhindern. Es hat nicht begriffen, dass es lediglich eine Figur &#8211; wenn auch eine gro\u00dfe &#8211; auf dem amerikanischen Schachbrett verk\u00f6rpert. Um ihren Einfluss in Syrien zu wahren und dem Aufkommen des Islams in der syrischen Revolution entgegenzutreten, ben\u00fctzen die USA einmal den Iran und seine Anh\u00e4nger und ein anderes Mal Russland. In seinem Wahn nach Gr\u00f6\u00dfe glaubt Russland aber, dass es ein Partner der USA in Syrien sei. Dies erkl\u00e4rt Kerrys Aussage, dass Amerikas Geduld im Hinblick auf die russische Intervention in Syrien \u201esehr begrenzt\u201c sei. Mit anderen Worten verlangt er von Russland, schnell und entschlossen den insbesondere s\u00fcdlich von Aleppo zusammenbrechenden Assad-Truppen zu Hilfe zu eilen. Es erkl\u00e4rt auch Lawrows Verwunderung \u00fcber die Aussage Kerrys und seine an die USA gerichtete Forderung, sich in Geduld zu \u00fcben. So sehen die USA Russland als Schachfigur in ihrer Hand, w\u00e4hrend Russland seine Intervention in Syrien als Muster f\u00fcr seine internationale Partnerschaft mit den USA betrachtet. Wegen all dieser Faktoren befindet sich auch Russland in einem Dilemma.\u00a0<br>6. Demzufolge stehen sowohl die USA also auch Russland und der Iran vor einem Dilemma. Wie bereits erw\u00e4hnt handelt es sich jedoch in erster Linie um ein amerikanisches Dilemma. Nach den schweren Verlusten der Assad-Truppen sowie des Irans und seiner Anh\u00e4ngerschaft stellt die Situation nun eine gro\u00dfe Klemme f\u00fcr die Vereinigten Staaten dar. Die USA scheinen erkannt zu haben, dass die Kr\u00e4fte des Irans in Syrien in nicht geringem Ma\u00dfe aufgezehrt wurden und dass die iranische Milit\u00e4rintervention, auch wenn sie das Leben des Regimes in Damaskus verl\u00e4ngert hat, eine L\u00f6sung in Syrien nicht mehr bef\u00f6rdern kann. Auch Russland versagte dabei, eine Entscheidung in Syrien herbeizuf\u00fchren. Trotz brutalem Bombardements und des Einsatzes von Fassbomben, um die syrische Bev\u00f6lkerung zur Kapitulation vor dem Tyrannenregime zu zwingen, blieb es erfolglos. Im Zuge dieses kollektiven Versagens sind die amerikanischen Optionen in Syrien nun \u00e4u\u00dferst sp\u00e4rlich geworden. Und dies insbesondere deshalb, weil sich die USA im Wahlkampf befinden und die beiden Parteien &#8211; Republikaner und Demokraten &#8211; diese Zeit vor allem daf\u00fcr n\u00fctzen, sich gegenseitig blo\u00dfzustellen.<br>Zudem ist noch das Memorandum der Diplomaten zu erw\u00e4hnen, die eine direkte Intervention der USA fordern. Deswegen zeigen die USA nach au\u00dfen hin, dass sie darauf bedacht seien, eine Intervention in Betracht zu ziehen. So schickten sie den Flugzeugtr\u00e4ger Harry Truman vom Golf ins Mittelmeer und bombardierten Syrien vom Mittelmeer aus. Sie riefen den saudischen Verteidigungsminister Mu\u1e25ammad bin Salm\u0101n zu sich, der mit Pr\u00e4sident Barack Obama im Wei\u00dfen Haus zusammentraf. Eine \u00e4u\u00dferst seltene Begebenheit f\u00fcr Personen, die keine Staatsoberh\u00e4upter sind. Dem Beobachter wird dadurch der Eindruck vermittelt, dass der Zweck exklusiv milit\u00e4risch sei<br>7. Nichtsdestotrotz ist die Politik der jetzigen US-Administration &#8211; wie es den Erkl\u00e4rungen der Verantwortlichen zu entnehmen ist &#8211; darauf ausgerichtet, die Milit\u00e4rintervention in erster Linie dem Gefolge, den Anh\u00e4ngern und Vasallen zu \u00fcberlassen. So erkl\u00e4rte Kirby, der Sprecher des amerikanischen Au\u00dfenamtes, dass die USA ihre Politik bez\u00fcglich Syrien nicht ge\u00e4ndert h\u00e4tten. Eine m\u00f6gliche \u00c4nderung der Washingtoner Politik in Syrien kommentierte er mit den Worten: \u201eWir glauben nach wie vor, dass eine politische Einigung in Syrien die beste L\u00f6sung ist.\u201c Zudem unterstrich Kirby, dass die Administration des derzeitigen amerikanischen Pr\u00e4sidenten Barack Obama bis zum Ende seiner Amtszeit auf eine politische L\u00f6sung der Syrienkrise fokussiert bleiben wird. (Russia Today, 17.06.2016) Was das Memorandum der Diplomaten anlangt, so wird die amerikanische Regierung das Thema wahrscheinlich politisch und nicht milit\u00e4risch l\u00f6sen. Aljazeera.net zitierte am 18.06.2016 aus der \u201eWashington Times\u201c folgendes Kommentar: <i>Das Wei\u00dfe Haus k\u00e4mpft damit, die Auswirkungen des Memorandums der Diplomaten einzud\u00e4mmen. Die stellvertretende Sprecherin des Wei\u00dfen Hauses, Jen Friedman, wurde mit der Aussage zitiert, dass die Obama-Administration im Hinblick auf die Herausforderungen in Syrien f\u00fcr die unterschiedlichsten Ideen offen sei, jedoch sehe Pr\u00e4sident Obama keine milit\u00e4rische L\u00f6sung f\u00fcr die Syrienkrise.<\/i> <i>Die Zeitschrift f\u00fcgte hinzu, dass das Memorandum den neuesten Ausdruck an Frustration verk\u00f6rpert, die gegenw\u00e4rtige und fr\u00fchere amerikanische Verantwortliche &#8211; viele von ihnen arbeiteten innerhalb der Obama-Administration selbst &#8211; gegen\u00fcber der Politik Obamas in der Syrienkrise empfinden.<\/i><br><b>Zusammenfassend ist zu sagen:<\/b><br>1. Es stimmt, dass sich die USA in einem Dilemma befinden. Was eine m\u00f6gliche amerikanische Intervention am Boden anlangt, so ist sie wahrscheinlich auf sp\u00e4ter verschoben worden, weil die heutige US-Administration darauf hinarbeitet, dass der Kampf am Boden vom Gefolge, von Vasallen und deren Anh\u00e4ngerschaft durchgef\u00fchrt wird. Dies k\u00f6nnte sich bis zum Ende der Amtszeit Obamas hinziehen. Es sei denn, dass sich neue, unerwartete Dinge ergeben.<br>2. Bemerkenswert ist jedoch die Tatsache, dass die USA und ihr Gefolge es bis heute nicht geschafft haben, das syrische Volk in die Knie zu zwingen und die amerikanischen Pl\u00e4ne durchzusetzen, sodass die Herrschaft mit dem Tyrannenregime geteilt wird. Dies, obwohl in Syrien kein internationaler Hegemonialkampf wie in Libyen oder im Jemen stattfindet, sondern der einzige \u201eHegemonialk\u00e4mpfer\u201c die USA sind, welche Russland, den Iran, das Regime, deren Gefolgsleute und Anh\u00e4ngerschaft mit ihren diversen bestialischen Verbrechen instrumentalisieren. Und dies, obwohl der Gegner, mit dem es die USA zu tun haben, allein das syrische Volk mit seinen begrenzten materiellen M\u00f6glichkeiten ist, die in keiner Weise mit den M\u00f6glichkeiten dieser Staaten zu vergleichen sind. Trotzdem konnte die Gier dieser Staaten, ihres Gefolges und ihrer Anh\u00e4ngerschaft das Volk a\u0161-\u0160\u0101ms nicht beugen! Die Ursache daf\u00fcr liegt im m\u00e4chtigen Islam, der das Volk a\u0161-\u0160\u0101ms dazu antreibt, sich dem Unglauben und dessen Volke sowie dem Unrecht und dessen Beisteher entgegenzustellen. Es ist der m\u00e4chtige Islam, mit dem die Herzen der Ehrlichen und Aufrichtigen erf\u00fcllt sind. Auch wenn sich der Islam in den Herzen mancher Menschen emotional bewegt, ohne von einem ad\u00e4quaten Intellekt begleitet zu werden&#8230;, auch wenn er sich in den Herzen anderer aus unredlichen Motiven bewegt&#8230;, so ist dennoch die Atmosph\u00e4re \u00fcberwiegend von islamischen Gef\u00fchlen gepr\u00e4gt. Und die islamischen Ideen werden von vielen offen ausgesprochen! Das ist bis heute die Ursache f\u00fcr das amerikanische Versagen: Es ist das Licht des Islams in a\u0161-\u0160\u0101m, der Levante. Dies, obwohl der Islam sich noch nicht in einem Staat, der die Umma vereint, etabliert hat. Was w\u00e4re, wenn es diesen Staat g\u00e4be? Jedenfalls wird diese Angelegenheit noch weitere Entwicklungen sehen.<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u0633\u064e\u064a\u064e\u0639\u0652\u0644\u064e\u0645\u064f \u0627\u0644\u064e\u0651\u0630\u0650\u064a\u0646\u064e \u0638\u064e\u0644\u064e\u0645\u064f\u0648\u0627 \u0623\u064e\u064a\u064e\u0651 \u0645\u064f\u0646\u0652\u0642\u064e\u0644\u064e\u0628\u064d \u064a\u064e\u0646\u0652\u0642\u064e\u0644\u0650\u0628\u064f\u0648\u0646\u064e<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Und jene, die ungerecht waren, werden wohl erkennen, welche Einkehr sie nehmen werden.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\"><\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">22. Rama\u1e0d\u0101n 1437 n.&nbsp;H.<br>27\/06\/2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der russische Generalstabschef Walerij Gerassimow erkl\u00e4rte: \u201eBez\u00fcglich der Geschehnisse in Syrien ist die Geduld Russlands am Ende und nicht die der USA.\u201c (aljazeera.net, 21\/6\/2016) Dies war eine Anspielung auf die Aussage Kerrys, dass die Geduld der USA am Ende sei. So hatte Kerry erkl\u00e4rt: \u201eRussland muss verstehen, dass<\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":13153,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[900,1294,2262,2519],"class_list":["post-10063","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten","tag-frage","tag-iranische","tag-russisch","tag-syrien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10063","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10063"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10063\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/13153"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10063"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10063"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10063"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}