{"id":10046,"date":"2016-06-05T00:00:00","date_gmt":"2016-06-05T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10046"},"modified":"2016-06-05T00:00:00","modified_gmt":"2016-06-05T00:00:00","slug":"die-feststellung-der-sichtung-des-ramadan-neumondes-und-der-rechtsspruch-bezueglich-des-verstosses-gegen-die-islamrechtliche-sichtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10046","title":{"rendered":"Die Feststellung der Sichtung des Ramadan-Neumondes und der Rechtsspruch bez\u00fcglich des Versto\u00dfes gegen die islamrechtliche Sichtung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Frage:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier, in unserer islamischen Gemeinschaft, wird jedes Jahr im Ramadan die Frage nach der Sichtung des Neumondes der Mondmonate aufgeworfen. Was ist nun unser Standpunkt bez\u00fcglich der Aussage, die astronomische Berechnung als Alternative f\u00fcr die Festlegung des Ramadan-Beginns heranzuziehen? Handelt es sich dabei um eine schwache Meinung (die aber trotzdem als islamisch gilt) oder ist sie grunds\u00e4tzlich zur\u00fcckzuweisen und damit islamrechtlich ung\u00fcltig? Mit anderen Worten: Verf\u00fcgt sie \u00fcber einen Scheinbeweis oder nicht? Wenn es sich \u2013 wie ich es verstehe \u2013 um eine Meinung handelt, die zur\u00fcckzuweisen ist, wie lautet dann der Rechtsspruch bez\u00fcglich des Fastens derjenigen, die dieser Meinung folgen? Zur Information: Hier in Australien und in anderen westlichen L\u00e4ndern gibt es viele von ihnen und ihre Anzahl w\u00e4chst.<br>Dazu noch eine andere Frage: Wenn dem Fastenden klar wird, dass er der Sichtung zuwidergehandelt hat, was soll er dann tun? Steckt darin nicht eine gewisse Erschwernis? Dar\u00fcber hinaus behaupten einige, mit denen wir diskutiert haben, dass das Fasten auf Basis der Neumondsichtung unpraktisch sei. So k\u00f6nnte man sich auf Mondsichtung begeben, ihn aber nicht sehen oder \u00fcber seine Sichtung uneinig sein, was zu einem Problem f\u00fchrt. Wie ist nun unsere Meinung dazu? Dar\u00fcber hinaus kann man heute durch Berechnung die Geburt des Neumondes exakt ermitteln und somit die M\u00f6glichkeit seiner Sichtung genau bestimmen, auch wenn er nicht wirklich gesichtet wird. Warum ziehen wir dann nicht auch die Berechnung heran, um die Sache zu erleichtern, wie wir ja auch die Gebetszeiten berechnen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Antwort:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gem\u00e4\u00df den ergangenen Rechtsbelegen ist beim Fasten des Ramadans die Sichtung ausschlaggebend. Zu diesen Belegen z\u00e4hlt folgende Aussage des Gesandten Allahs (s):<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u0635\u064f\u0648\u0645\u064f\u0648\u0627 \u0644\u0650\u0631\u064f\u0624\u0652\u064a\u064e\u062a\u0650\u0647\u0650 \u0648\u064e\u0623\u064e\u0641\u0652\u0637\u0650\u0631\u064f\u0648\u0627 \u0644\u0650\u0631\u064f\u0624\u0652\u064a\u064e\u062a\u0650\u0647\u0650\u060c \u0641\u064e\u0625\u0650\u0646\u0652 \u063a\u064f\u0628\u0650\u0651\u064a\u064e \u0639\u064e\u0644\u064e\u064a\u0652\u0643\u064f\u0645\u0652 \u0641\u064e\u0623\u064e\u0643\u0652\u0645\u0650\u0644\u064f\u0648\u0627 \u0639\u0650\u062f\u064e\u0651\u0629\u064e \u0634\u064e\u0639\u0652\u0628\u064e\u0627\u0646\u064e \u062b\u064e\u0644\u0627\u064e\u062b\u0650\u064a\u0646\u064e\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Fastet zu seiner (des Neumondes) Sichtung und brecht das Fasten zu seiner Sichtung. Wenn er sich euch verdeckt, so vollendet die Z\u00e4hlung des (Monats) \u0160a\u02bfb\u0101n auf drei\u00dfig (Tage).<\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vermeintlichen Belege, auf die sich jene st\u00fctzen, welche die astronomische Berechnung heranziehen, sind zur\u00fcckzuweisen und nicht auf diese Angelegenheit anwendbar. Die bekanntesten darunter sind die beiden folgenden:<br>Erstens: Der Hadith, in dem der Gesandten Allahs (s) erkl\u00e4rt:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u0625\u0650\u0646\u064e\u0651\u0627 \u0623\u064f\u0645\u064e\u0651\u0629\u064c \u0623\u064f\u0645\u0650\u0651\u064a\u064e\u0651\u0629\u064c\u060c \u0644\u0627\u064e \u0646\u064e\u0643\u0652\u062a\u064f\u0628\u064f \u0648\u064e\u0644\u0627\u064e \u0646\u064e\u062d\u0652\u0633\u064f\u0628\u064f\u060c \u0627\u0644\u0634\u064e\u0651\u0647\u0652\u0631\u064f \u0647\u064e\u0643\u064e\u0630\u064e\u0627 \u0648\u064e\u0647\u064e\u0643\u064e\u0630\u064e\u0627\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Wir sind ein unkundiges Volk (ummatun umm\u012bya). Wir k\u00f6nnen weder schreiben noch rechnen. Der Monat ist so und so. [Dabei deutete er mit den Fingern beider H\u00e4nde die Zahl 29 und 30 an]<\/span><span class=\"hadith-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"hadith-block-reference-content\">Bu\u1e2b\u0101r\u012b<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Zwar enth\u00e4lt der Hadith mit dem Ausdruck \u201eunkundig\u201c <i>(umm\u012bya)<\/i> ein Attribut mit kausalem Sinn <i>(wa\u1e63f mufhim)<\/i>, was den Eindruck eines Rechtsgrundes <i>(\u02bfilla) <\/i>erwecken k\u00f6nnte, der die notwendige Anwendung des Umkehrschlusses<i> (mafh\u016bm al-mu\u1e2b\u0101lafa)<\/i> zur Folge h\u00e4tte. Die Lesart w\u00fcrde in diesem Falle lauten:<i> Wenn wir kein unkundiges Volk w\u00e4ren, h\u00e4tten wir die Berechnung herangezogen<\/i>. Dies ist hier aber nicht zul\u00e4ssig, wie aus den Grundlagen der islamischen Rechtswissenschaft <i>(u\u1e63\u016bl al-fiqh)<\/i> bekannt ist, weil die Anwendung des Umkehrschlusses ausgesetzt wurde. Denn der Ausdruck \u201eunkundig\u201c<i> (umm\u012bya)<\/i> stellt lediglich eine \u00fcberwiegende Beschreibung <i>(\u1e2bara\u011fa ma\u1e2bra\u011f al-\u0121\u0101lib)<\/i> dar. So waren die Araber in ihrer \u00fcberwiegenden Mehrheit des Lesens und Schreibens unkundig. Dar\u00fcber hinaus ist die Anwendung des Umkehrschlusses durch einen Offenbarungstext ausgesetzt worden, und zwar durch den Hadith<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u0641\u0625\u0646 \u063a\u064f\u0645\u064e\u0651 \u0639\u0644\u064a\u0643\u0645 \u0641\u0623\u0643\u0645\u0644\u0648\u0627 \u0627\u0644\u0639\u062f\u0651\u0629 \u062b\u0644\u0627\u062b\u064a\u0646\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Und wenn er (der Neumond) sich euch verdeckt, so vollendet die Z\u00e4hlung auf drei\u00dfig (Tage).<\/span><span class=\"hadith-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"hadith-block-reference-content\">Bu\u1e2b\u0101r\u012b<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier ist keine einschr\u00e4nkende Verkn\u00fcpfung (qaid) erw\u00e4hnt worden. Sollte also die Sichtung des Neumondes durch Wolken oder Regen oder aus irgendeinem Grund, der die Sichtung verhindert, nicht m\u00f6glich sein, so ist der Rechtsspruch dahingehend festgelegt worden, dass der Monat auf drei\u00dfig Tage vollendet werden soll. Dies auch f\u00fcr den Fall, dass der Neumond schon aufgegangen ist, aber durch Wolken verdeckt wird. Demzufolge kommt lediglich der (explizite) Wortlaut<i> (man\u1e6d\u016bq)<\/i> des Hadithes zur Anwendung, nicht aber sein (impliziter) Sinngehalt <i>(mafh\u016bm)<\/i>.<br>Diese Bedingung bei der Anwendung des (impliziten) Sinngehalts kommt (in der islamischen Rechtswissenschaft) in mehreren F\u00e4llen vor. Der innere Wortsinn bzw. Sinngehalt wird ausgesetzt, wenn es sich beim Attribut lediglich um eine \u00fcberwiegende Beschreibung handelt oder ein Textbeleg ihm entgegensteht. Beispiel daf\u00fcr ist die Aussage des Erhabenen:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u0644\u064e\u0627 \u062a\u064e\u0642\u0652\u062a\u064f\u0644\u064f\u0648\u0627 \u0623\u064e\u0648\u0652\u0644\u064e\u0627\u062f\u064e\u0643\u064f\u0645\u0652 \u062e\u064e\u0634\u0652\u064a\u064e\u0629\u064e \u0625\u0650\u0645\u0652\u0644\u064e\u0627\u0642\u064d<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Und t\u00f6tet eure Kinder nicht aus Angst vor Armut.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">17:31<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausdruck \u201eaus Angst vor Armut\u201c ist ein Attribut mit kausalem Sinn <i>(wa\u1e63f mufhim)<\/i>. Auch handelt es sich dabei um eine \u00fcberwiegende Beschreibung <i>(\u1e2bara\u011fa ma\u1e2bra\u011f al-\u0121\u0101lib)<\/i>. So pflegten die Araber, ihre Kinder aus Angst vor Armut zu t\u00f6ten. Jedoch ist der sich daraus ergebende Umkehrschluss mit dem Koranvers<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u0645\u064e\u0646\u0652 \u064a\u064e\u0642\u0652\u062a\u064f\u0644\u0652 \u0645\u064f\u0624\u0652\u0645\u0650\u0646\u064b\u0627 \u0645\u064f\u062a\u064e\u0639\u064e\u0645\u0650\u0651\u062f\u064b\u0627 \u0641\u064e\u062c\u064e\u0632\u064e\u0627\u0624\u064f\u0647\u064f \u062c\u064e\u0647\u064e\u0646\u064e\u0651\u0645\u064f<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Und wer einen Gl\u00e4ubigen mit Absicht t\u00f6tet, so ist die H\u00f6lle sein Lohn.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">4:93<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><b>a<\/b>usgesetzt worden. Demzufolge ist er hier nicht g\u00fcltig. Somit kann nicht behauptet werden, das T\u00f6ten der Kinder aus Angst vor Armut sei verboten, t\u00f6tet man sie aber aus Reichtum, so sei es erlaubt! Vielmehr ist das T\u00f6ten in beiden F\u00e4llen verboten \u2013 sei es aus Armut oder aus Reichtum. In gleicher Weise verh\u00e4lt es sich mit dem Vers<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0644\u064e\u0627 \u062a\u064e\u0623\u0652\u0643\u064f\u0644\u064f\u0648\u0627 \u0627\u0644\u0631\u0650\u0651\u0628\u064e\u0627 \u0623\u064e\u0636\u0652\u0639\u064e\u0627\u0641\u064b\u0627 \u0645\u064f\u0636\u064e\u0627\u0639\u064e\u0641\u064e\u0629\u064b<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Verschlingt nicht den Zins in mehrfacher Verdoppelung!<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">3:130<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausdruck \u201ein mehrfacher Verdoppelung\u201c ist ein Attribut mit kausalem Sinn (wa\u1e63f mufhim). Auch beschreibt er den Sachverhalt, wie er sich \u00fcberwiegend darstellt, denn sie pflegten Zinsen \u201ein mehrfacher Verdoppelung\u201c zu nehmen. Jedoch ist dieser implizite Sinngehalt durch einen anderen Text ausgesetzt worden, und zwar durch den Vers<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u0623\u064e\u062d\u064e\u0644\u064e\u0651 \u0627\u0644\u0644\u064e\u0651\u0647\u064f \u0627\u0644\u0652\u0628\u064e\u064a\u0652\u0639\u064e \u0648\u064e\u062d\u064e\u0631\u064e\u0651\u0645\u064e \u0627\u0644\u0631\u0650\u0651\u0628\u064e\u0627<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Doch Allah hat den Handel erlaubt und den Zins verboten.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">2:275<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> (2:275) Also kommt der innere Wortsinn hier nicht zur Anwendung. Somit kann nicht gesagt werden, verboten sei der hohe Zins, wenn es sich aber um einen geringen Zins handelt, so w\u00e4re er erlaubt. Vielmehr ist der Zins &#8211; egal in welcher H\u00f6he &#8211; verboten. Denn der Sinngehalt des Ausdrucks \u201ein mehrfacher Verdoppelung\u201c ist ausgesetzt worden.<br>In gleicher Weise ist \u2013 wie bereits erw\u00e4hnt \u2013 der Sinngehalt des Ausdrucks \u201eunkundig\u201c <i>(umm\u012bya)<\/i> ausgesetzt worden. Das bedeutet, dass der Monat, wenn die Sicht des Neumondes durch Wolken oder Regen verdeckt wird, auf drei\u00dfig Tage vervollst\u00e4ndigt werden muss, und zwar ungeachtet dessen, ob wir des Rechnens kundig sind oder nicht.<br>Zweitens: Sie behaupten, dass man bei den Fastenzeiten die Berechnung in gleicher Weise heranziehen k\u00f6nne, wie man es ja auch bei den Gebetszeiten tut. Darauf ist wie folgt zu antworten:<br>Betrachtet man die Offenbarungstexte, die bez\u00fcglich des Fastens ergangen sind, so unterscheiden sie sich von jenen bez\u00fcglich des Gebets. Denn sowohl das Fasten als auch das Fastenbrechen wurde von der Sichtung abh\u00e4ngig gemacht. So sagt der Erhabene:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0641\u064e\u0645\u064e\u0646\u0652 \u0634\u064e\u0647\u0650\u062f\u064e \u0645\u0650\u0646\u0652\u0643\u064f\u0645\u064f \u0627\u0644\u0634\u064e\u0651\u0647\u0652\u0631\u064e \u0641\u064e\u0644\u0652\u064a\u064e\u0635\u064f\u0645\u0652\u0647\u064f<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Wer also von euch den Monat sieht, der soll ihn fasten.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">2:185<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und der Gesandte sprach:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u0635\u0648\u0645\u0648\u0627 \u0644\u0631\u0624\u064a\u062a\u0647 \u0648\u0623\u0641\u0637\u0631\u0648\u0627 \u0644\u0631\u0624\u064a\u062a\u0647\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Fastet zu seiner (des Neumonds) Sichtung und brecht das Fasten zu seiner Sichtung.<\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sichtung ist also der Rechtsspruch. Hingegen wurden die Texte bez\u00fcglich des Gebets an den Zeiteintritt gekn\u00fcpft:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0623\u0642\u0645 \u0627\u0644\u0635\u0644\u0627\u0629 \u0644\u062f\u0644\u0648\u0643 \u0627\u0644\u0634\u0645\u0633<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Verrichte das Gebet vom Neigen der Sonne an.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">17:78<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u0625\u0630\u0627 \u0632\u0627\u0644\u062a \u0627\u0644\u0634\u0645\u0633 \u0641\u0635\u0644\u064e\u0651\u0648\u0627\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Wenn sich die Sonne zu neigen beginnt, dann betet.<\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gebet ist also von der Feststellung des Zeiteintritts abh\u00e4ngig. Man betet, nachdem man den Zeiteintritt mit welchem Mittel auch immer festgestellt hat. So kann man den Blick zur Sonne richten, um den Beginn der Sonnenneige (zaw\u0101l) festzustellen, oder den Schatten betrachten, um zu beobachten, wann der K\u00f6rperschatten die gleiche oder doppelte K\u00f6rperl\u00e4nge aufweist, wie es in den Hadithen zu den Gebetszeiten erw\u00e4hnt wird. Tut man dies und hat man sich des Zeiteintritts vergewissert, ist das Gebet g\u00fcltig. Auch wenn man sich nicht an diese Vorgehensweise h\u00e4lt und nach astronomischer Berechnung vorgeht, indem man die Kenntnis hat, dass die Sonnenneige um diese Uhrzeit beginnt und auf die Uhr schaut, ohne hinauszugehen, um auf die Sonne oder den Schatten zu schauen, so gilt das Gebet als korrekt. Man vergewissert sich also durch irgendein Hilfsmittel vom Eintritt der Gebetszeit. Warum? Weil Allah, der Erhabene, uns aufgefordert hat, das Gebet mit Eintritt der Zeit zu vollziehen, und es uns \u00fcberlassen hat, wie wir den zeitlichen Eintritt feststellen. Die Methode dazu wurde von Ihm nicht festgelegt.<br>Was hingegen das Fasten betrifft, so hat Er das Fasten<b> bei Sichtung <\/b>des Neumondes anbefohlen. Er hat also den Anlass<i> (sabab)<\/i> f\u00fcr den Fastenbeginn festgesetzt. Dar\u00fcber hinaus befahl Er, dass wir nicht fasten sollen, wenn eine Sichtung aufgrund der Witterungsverh\u00e4ltnisse nicht m\u00f6glich ist, selbst wenn sich der Neumond hinter den Wolken befinden sollte und man sich dessen aufgrund astronomischer Berechnungen sicher ist.<br>Dies ist unsere Meinung zu dieser Frage. Die astronomische Berechnung ist f\u00fcr die Festlegung des Fastenbeginns und Fastenendes im Ramadan nicht zul\u00e4ssig, sondern die islamrechtliche Sichtung.<br>Was nun das Fasten derjenigen anlangt, die der astronomischen Berechnung folgen, so ist ihr Fasten an jenen Tagen korrekt, die gem\u00e4\u00df der Sichtung zum Ramadan z\u00e4hlen. Vers\u00e4umen sie einen Tag des Ramadans gem\u00e4\u00df Sichtung, so werden sie daf\u00fcr zur Rechenschaft gezogen und m\u00fcssen ihn nachfasten.<br>Dies ist die Rechtsmeinung, von der wir \u00fcberzeugt sind und die wir den Menschen darlegen. Wir verf\u00fcgen jedoch \u00fcber keinen Kn\u00fcppel, um ihnen unsere Meinung aufzuzwingen. Vielmehr erl\u00e4utern wir sie ihnen mit Weisheit auf eine sch\u00f6ne Art und Weise und belassen es dabei. Wir lassen die Angelegenheit nicht in einen Zusammensto\u00df m\u00fcnden, sondern zeichnen den geraden Weg neben dem verschlungenen auf. Und Allah, der Erhabene, ist es, der zum Pfad der Rechtleitung f\u00fchrt.<br>Nun wollen wir uns noch der Behauptung widmen, dass die Befolgung der Neumondsicht die Angelegenheit erschwere, weil man am Ende des Monats fasten w\u00fcrde, dann jemand kommen und sagen k\u00f6nnte, dass es bereits der Festtag sei. Oder man wacht am ersten Ramadan ohne Fastenintention auf, dann kommt jemand und teilt mit, dass die Sicht des Neumonds erfolgt sei und der Ramadan bereits begonnen habe usw. Auf diese Weise werde die Angelegenheit des Fastens f\u00fcr die Muslime erschwert.<br>Dem ist zu entgegnen, dass die Angelegenheit einfacher ist, als sie dargestellt wurde. Der Muslim fastet und bricht das Fasten gem\u00e4\u00df der Neumondsichtung, und zwar nach seinem Wissensstand, nachdem die Sichtung islamrechtlich ermittelt wurde. Fastet er oder bricht er sein Fasten, weil die Sichtung seines Wissens nach nicht erfolgt ist, und kommt dann jemand, der ihn auf korrekte Weise \u00fcber die Mondsichtung informiert, so muss er ihm folgen. Dies steht mit dem Hadith des Gesandten Allahs (s) fest. So wird von einer Gruppe<i> an\u1e63\u0101r<\/i> (Unterst\u00fctzer des Propheten aus Medina) berichtet, dass sie sagten:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u063a\u064f\u0645\u064e\u0651 \u0639\u0644\u064a\u0646\u0627 \u0647\u0644\u0627\u0644 \u0634\u0648\u0651\u0627\u0644 \u0641\u0623\u0635\u0628\u062d\u0646\u0627 \u0635\u064a\u0627\u0645\u0627\u064b\u060c \u0641\u062c\u0627\u0621 \u0631\u0643\u0628 \u0645\u0646 \u0622\u062e\u0631 \u0627\u0644\u0646\u0647\u0627\u0631 \u0641\u0634\u0647\u062f\u0648\u0627 \u0639\u0646\u062f \u0627\u0644\u0646\u0628\u064a \u0635\u0644\u0649 \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0639\u0644\u064a\u0647 \u0648\u0633\u0644\u0645 \u0623\u0646\u0647\u0645 \u0631\u0623\u0648\u0627 \u0627\u0644\u0647\u0644\u0627\u0644 \u0628\u0627\u0644\u0623\u0645\u0633\u060c \u0641\u0623\u0645\u0631\u0647\u0645 \u0631\u0633\u0648\u0644 \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0635\u0644\u0649 \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0639\u0644\u064a\u0647 \u0648\u0633\u0644\u0645 \u0623\u0646 \u064a\u0641\u0637\u0631\u0648\u0627 \u062b\u064f\u0645\u064e\u0651 \u064a\u062e\u0631\u062c\u0648\u0627 \u0644\u0639\u064a\u062f\u0647\u0645 \u0645\u0646 \u0627\u0644\u063a\u062f\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Der Neumond des Monats \u0160auw\u0101l hatte sich uns verdeckt, so gingen wir fastend in den Tag. Gegen Abend kamen Leute auf Reittieren an. Sie bezeugten vor dem Propheten (s), dass sie den Neumond des \u0160auw\u0101l am Tage davor gesehen h\u00e4tten. Da befahl uns der Gesandte Allahs (s), das Fasten zu brechen und am Tage darauf das Fest zu feiern.<\/span><span class=\"hadith-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"hadith-block-reference-content\">A\u1e25mad<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Fr\u00fcher war es so, dass die Nachricht von einem Ort nur schwer den anderen erreichte. So geschah es mit dem Gesandten Allahs (s). Die Nachricht der ankommenden Reitergruppe erreichte den Gesandten (s) tags\u00fcber, als er und die Muslime bereits fasteten, da der Neumond am Vorabend von ihnen nicht gesichtet worden war. Als nun die ankommenden Leute den Propheten informierten, dass sie den Neumond sehr wohl gesichtet hatten, befahl er den Muslimen, das Fasten zu brechen. Dies geschah am letzten Tage des Ramadan. Der Prophet (s) fastete, um den Monat auf drei\u00dfig Tage zu vollenden, weil der Neumond in Medina nicht gesichtet worden war. Als ihn die Nachricht von der Sichtung des Neumondes an einem anderen Ort erreichte, befahl er, das Fasten zu brechen, da es sich nun um den ersten Tag des \u0160auw\u0101l handelte &#8211; also um den Festtag &#8211; und nicht mehr um die Vollendung des drei\u00dfigsten Tages des Ramadans.<br>Dies ist eine leicht durchzuf\u00fchrende Angelegenheit. So versucht jeder Ort, den Neumond zu sichten. Sichtet er ihn nicht und erreicht ihn auch keine korrekte Nachricht, dass er anderswo gesichtet wurde, dann soll er das Fasten bzw. die Nahrungsaufnahme fortsetzen. Erreicht ihn zwischenzeitlich die Nachricht von der Neumondsichtung, so muss er sie annehmen und umsetzen, denn die Ansprache im Hadith ist an alle gerichtet:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u0635\u0648\u0645\u0648\u0627 \u0644\u0631\u0624\u064a\u062a\u0647&#8230;\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Fastet zu seiner Sichtung [\u2026]<\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was deine Aussage anlangt, dass sie behaupten, es sei \u201eunpraktisch\u201c, so stellt sich die Frage, warum es unpraktisch sein soll? Wenn die Einwohner Australiens nach dem Neumond des \u0160auw\u0101l Ausschau halten, ihn aber nicht sehen und sie auch keine Nachricht erreicht, dass er anderswo gesichtet wurde, so sollen sie fasten. Erreicht sie dann tags\u00fcber die Nachricht von seiner Sichtung, so m\u00fcssen sie ihr Fasten brechen, da es sich um einen Festtag handelt, wie es auch der Gesandte Allahs (s) getan hat. Auf diese Weise kann die Angelegenheit durchgef\u00fchrt werden.<br>Dar\u00fcber hinaus erfolgt die Nachrichten\u00fcbertragung heute leicht und einfach. Somit hat die Behauptung, dass es \u201eunpraktisch\u201c sei, f\u00fcr einen Muslim, der die Wahrheit bei seinem Gottesdienst eruieren m\u00f6chte, keinen Bestand.<br>Dass die Berechnung die Geburt des Neumondes ermitteln kann, ist richtig. Dass sie auch die M\u00f6glichkeit seiner Sichtung bestimmen kann, ist hingegen nicht korrekt. So sind selbst die Astronomen in der Frage uneins, wie viel Zeit nach der Geburt des Neumondes vergehen muss, damit er nach dem Sonnenuntergang gesehen werden kann.<br>Jedoch fasten wir und brechen das Fasten <b>nicht <\/b>nach der tats\u00e4chlichen Geburt des Neumondes, sondern nach dessen Sichtung. So befahl es uns der Gesandte Allahs (s), als er sagte:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u0635\u064f\u0648\u0645\u064f\u0648\u0627 \u0644\u0650\u0631\u064f\u0624\u0652\u064a\u064e\u062a\u0650\u0647\u0650 \u0648\u064e\u0623\u064e\u0641\u0652\u0637\u0650\u0631\u064f\u0648\u0627 \u0644\u0650\u0631\u064f\u0624\u0652\u064a\u064e\u062a\u0650\u0647\u0650\u060c \u0641\u064e\u0625\u0650\u0646\u0652 \u063a\u064f\u0628\u0650\u0651\u064a\u064e \u0639\u064e\u0644\u064e\u064a\u0652\u0643\u064f\u0645\u0652 \u0641\u064e\u0623\u064e\u0643\u0652\u0645\u0650\u0644\u064f\u0648\u0627 \u0639\u0650\u062f\u064e\u0651\u0629\u064e \u0634\u064e\u0639\u0652\u0628\u064e\u0627\u0646\u064e \u062b\u064e\u0644\u0627\u064e\u062b\u0650\u064a\u0646\u064e\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Fastet zu seiner (des Neumondes) Sichtung und brecht das Fasten zu seiner Sichtung. Wenn er sich euch verdeckt, so vollendet die Z\u00e4hlung des (Monats) \u0160a\u02bfb\u0101n auf drei\u00dfig (Tage).<\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So kann sich der Neumond des Ramadans am Himmel befinden, jedoch von den Wolken bedeckt sein, so dass er nicht gesichtet werden kann. In diesem Falle m\u00fcssen wir gem\u00e4\u00df dem Wortlaut des Hadithes die Z\u00e4hlung des Monats \u0160a\u02bfb\u0101n auf drei\u00dfig Tage vollenden. Die Fastenzeit erfolgt also <b>nach der Sichtung<\/b>, wie aus den Rechtsbelegen hervorgeht. W\u00e4re die Fastenzeit wie die Gebetszeit nicht an die Sichtung gekn\u00fcpft worden, dann w\u00e4re die Festlegung des Fastenbeginns durch Berechnung richtig. Jedoch sind die Fastenbelege \u2013 wie bereits dargelegt &#8211; auf die Sichtung gest\u00fctzt worden, wohingegen die Gebetsbelege mit der Feststellung des Zeiteintritts ergangen sind, ohne die Sichtung zur Bedingung zu erheben:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u0625\u0630\u0627 \u0632\u0627\u0644\u062a \u0627\u0644\u0634\u0645\u0633 \u0641\u0635\u0644\u064e\u0651\u0648\u0627&#8230;\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Wenn die Sonne sich neigt, dann betet [\u2026].<\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">20. Ramadan 1433 n. H.<br>08. August 2012 n. Chr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier, in unserer islamischen Gemeinschaft, wird jedes Jahr im Ramadan die Frage nach der Sichtung des Neumondes der Mondmonate aufgeworfen. 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